Filmplakat Lord of War – Händler des Todes
8,5/10

„Jetzt müssen sie sie kaufen. Jetzt ist sie benutzt.“ (Lord of War – Händler des Todes, 2005)


Lord of War – Händler des Todes

Besprechung

Yuri Orlov (Nicolas Cage) fühlt sich in dem gefakten jüdischen Restaurant seiner Eltern nicht wohl. Da er ein Talent zum Verkaufen hat, kommt ihm die Idee, er könne mit Waffen sein Geld verdienen. Schnell arbeitet er sich bis in die höchsten Waffenhändler-Gefilde hoch. Seinen kleinen Bruder Vitaly (Jared Leto) nimmt er in sein Geschäft als Partner auf.

Yuri heiratet die schöne Ava Fontaine (Bridget Moynahan), bekommt einen Jungen und alles ist gut. Okay, da ist noch der nervige Interpol-Agent Jack Valentine (Ethan Hawke), der ihm ständig auf den Fersen ist. Doch Yuri ist zu schlau für den Agenten.

Irgendwann entdeckt er Afrika als überaus lukrativen Absatzmarkt. Da herrscht immer irgendwo Krieg. Andre Baptiste Sr. (Eamonn Walker) ist ein afrikanischer Warlord, der nicht nur irre ist, sondern einen noch verrückteren und gefährlicheren Sohn hat. Man sollte immer aufpassen, mit wem man Geschäfte macht …

Meinung von

Starkes Teil. Nicolas Cages Figur des Yuri ist von allen moralischen Zwängen befreit und dealt mit dem Tod anderer. Egal. Wenn er es nicht macht, macht es jemand anderes. Also schön selber die dicken Fische und das fette Geld an Land ziehen. Ist ein Job wie jeder andere auch. Und Yuri ist gut in seinem Job! Cage, der ja nur zwei Gesichtsausdrücke auf Lager hat, spielt den Unmoralischen sehr gut. Ebenso gute schauspielerische Leistungen liefert Jared Leto als sein Bruder Vitaly ab.

Der Film ist keine Verherrlichung des schmutzigen Waffengeschäfts, sondern viel mehr eine Kritik. Das ist allerdings etwas, was die Spacken, die mit uns im Kino waren, nicht ganz verstanden haben. Da musste ich mir, als Yuri in Afrika zwei leichtbekleidete Damen als Zeitvertreib von seinem neuen Geschäftspartner aufs Zimmer geschickt bekommt, Sprüche wie "Oh, die Schlampen fickt er gleich" anhören. Ein zwingendes Beispiel dafür, dass man keine Alters-, sondern eine IQ-Begrenzungen für solche Filme ausgeben sollte ...!

Ganz grandios ist der Schluss, wenn Yuri auf seinen Verfolger Jack Valentine trifft, der ihn sicher in Gewahrsam glaubt. Endlich wird es ausgesprochen, dass Amerika immer noch der größte Waffenhändler selbst ist.

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