Filmplakat L.A. Confidential
8,5/10

„Mit mir persönlich wäre Amerika völlig überfordert.“ (L.A. Confidential, 1997)


L.A. Confidential

Besprechung

Die Stadt der Engel in den 50ern des 20. Jahunderts. Hier kreuzen sich die Wege der drei unterschiedlichen Polizisten Jack Vincennes (Kevin Spacey), Bud White (Russel Crowe) und Edmund Jennings Exley (Guy Pearce). Der eitle Jack ist mittlerweile eher nebenberuflich Polizist und verdient sich viel mehr als a.) Berater eine TV-Serie und b.) als Informant von Sid Hudgens (Danny DeVito), der für das Schmuddelblat Hush arbeitet, sein (Schmier-)Geld. Bud ist eher der introvertierte und doch harte Bulle, der immer dann Rot sieht, wenn eine Frau in Not ist. Schließlich haben wir den aalglatten und immer nur nach den Regeln spielenden Edmund, der auch schon mal Kollegen verpfeift.

Es sind harte Zeiten. Der Obermafiosi der Stadt ist übern Haufen geknallt worden und nun kommen die Hyänen aus allen Landstrichen, um sich ein Stück vom Kuchen des organisierten Verbrechens abzuschneiden. Mitten in diesem Tohuwabohu kommen die drei unfreiwillig zusammen, als der Ex-Kollege von Bud in einer Bar (zusammen mit einigen anderen) erschossen wird. Der Fall scheint schnell geklärt. Edmund verdient sich seine Sporen, als er drei Schwarze des Mordes überführt. Akte zu, Deckel druff. Doch das Böse gärt unter dem Schein. Edmund findet raus, dass er bei der Überführung einen Fehler gemacht hat und muss nun Allianzen mit Jack und Bud eingehen, um den wahren Polizisten-Mörder zu finden.

Hat die schöne Edel-Hure Lynn Bracken (Kim Basinger) etwas damit zu tun? Wie spielen diverse Politiker in dem Spiel mit? Ist es klug, dass Bud mit Lynn eine Affäre eingeht? Alles Fragen, die in 138 Minuten Film noire geklärt werden.

Meinung von

Ein durchaus cooler Film! Ein ewiges Katz-und-Maus-Spiel. Wer ist denn nun der wirkliche Täter? Einzig anstrengend waren die vielen Namen. Die Story ist so komplex und es tauchen immer wieder irgendwelche Namen auf, dass Moviejunkie Thorsten und ich uns öfters fragend anschauten — Wer war das doch noch mal? Haben wir den Namen schon mal gehört? Aber das klappt schon alles.

Kevin Spacey mimt den selbstherrlichen Cop klasse. Er ist ein Beau, der besser ist als alle anderen Polizisten und auf alle Fälle besser als die Schauspieler die er berät. Dennoch merkt man, dass sich Jack pudelwohl fühlt in der Welt des Glanzes und des Glamours.

Russel Crowe ist ein Bulle, der seine Meinung und Polizeiarbeit eher mit den Fäusten durchsetzt. Gut gespielt und besetzt! Der Typ würde sich auch durch einen Stahlträger durchbeißen, wenn es darum ginge, einen bösen Buben hinter Gittern zu bringen. Wenn dabei ein tragender Stahlträger druff geht und das Haus einfällt ... — Pech.

Na und Guy Pearce mit seinen scharfen Gesichtzügen passt hervorragend in die Rolle des schmierigen Paragraphenreiters. Obwohl der Kerl sich doch an die Regeln hält, ist er einem sofort einfach nur unsympathisch.

L.A. Confidential ist ein Film im Stile der alten "Film noir"-Streifen — wenn auch mit einigen Abwandlungen. Schließlich haben wir drei Protagonisten und nur eine Femme fatale. Aber dennoch: Stimmungsvoll und mit einem kleinen (wohl gewollten) Absacker in der Mitte bis zum Schluss hin absolut spannend umgesetzt. Die 138 Minuten vergingen wie im Fluge. Tatsächlich empfehlenswert. Nun habe ich ihn also auch endlich gesehen. *puhh*

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