Filmplakat Kill List
5/10

„Was this 20 minutes?“ (Kill List, 2011)


Kill List

Besprechung

Nachdem der letzte Job daneben ging, hat Auftragskiller Jay (Neil Maskell) nicht nur Geldprobleme: Er ist psychisch und physisch angeschlagen und die Ehe mit seiner Frau Shel (MyAnna Buring) leidet zunehmend. In dieser Situation verhilft ihm sein alter Partner Gal (Michael Smiley) zu einem neuen Auftrag, bei dem sie eine Kill List abarbeiten sollen. Der Auftraggeber (Struan Rodger) zahlt für diesen Job eine unmoralisch hohe Summe, die zumindest alle finanziellen Probleme zu lösen scheint. Dass Jay dafür etwas Blut geben muss, scheint ein kleiner Preis zu sein.

Doch so einfach, wie gedacht, ist es dann doch nicht. Verlaufen die Morde zunächst wie geplant, ändert sich alles, als sie bei einem Bibliothekar Snuff-Filme entdecken. Jay foltert den Mann und bringt ihn schließlich auf unglaublich brutale Weise um. Währenddessen entdeckt Gal im Haus des Bibliothekars einen Haufen Geld und Fotos, die zeigen, dass sie bei ihren Jobs überwacht werden. Als Jay auch den nächsten Mord mit übermäßiger Gewalt ausführt, hat Gal zunehmend Zweifel und versucht seinen Partner zu überzeugen, den Job zurückzugeben. Aber Jay will nicht aufhören. Auch der Auftraggeber macht klar, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt: Entweder erfüllen sie den Auftrag oder sie müssen sterben.

Jay hat aber noch ganz andere Probleme: Die Hand, in die der Auftraggeber geschnitten hatte, hat sich entzündet und er hat sich eine Blutvergiftung zugezogen. Auch seine Ehe scheint nun endgültig zu scheitern. Shel verlässt gemeinsam mit dem kleinen Sohn das Haus und lässt Jay zurück. Vor diesem Hintergrund machen sich Jay und Gal auf zu einem neuen Mord. Doch bevor es dazukommt, beobachten Sie eine seltsame Prozession, bei der eine Frau geopfert werden soll.

Meinung von

Kill List war mein zweiter Film beim Fantasy Filmfestival 2011. Diesmal ohne Nils und das kann ja nicht gut gehen. Also komme ich schon mal schön zu spät zum Film und genieße ihn daher von der Treppe aus. Im Vorfeld las ich, dass Kill List ein Horror-Film ist, aber das habe ich lange nicht verstanden. Zunächst scheint es nur ein äußerst brutaler Film über zwei Auftragskiller zu sein. Dabei ist der Film in einzelne Akte unterteilt, jedem Opfer wird ein eigener Akt gewidmet. Doch der letzte Akt bringt den Horror — oder ist es doch nur Wahnsinn?

Das Publikum war jedenfalls verstört. Anders als sonst üblich, gab es zunächst keinen Applaus. Erst nach ein paar Momenten regten sich kurz einige wenige Hände. Mir ging es genauso. Der Film ist in erster Linie unglaublich brutal. Dabei ist diese Brutalität nicht humoristisch übertrieben oder ästhetisch verklärt, nein, sie ist einfach brutal. Das ist auf gewisse Weise ehrlich, aber auch nichts für schwache Gemüter. Diese sollten, wenn Jay zum Hammer greift, besser einen anderen Punkt im Kino fixieren.

Meine erste Reaktion auf den Film war eine SMS an Nils: Du hast nichts verpasst. Doch mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher, denn der Film ist nicht wirklich schlecht. Da wäre zunächst die intensive Atmosphäre des Films — dafür gibt es schon mal einen Punkt. Einen weiteren Punkt gibt es für die teilweise großartigen Bilder. So sehen wir Jay und Gal einmal zu einem Auftrag schreiten, während man im Hintergrund einen Regenbogen sehen kann. Eindrucksvoll. Außerdem zeigen die beiden Hauptdarsteller Neil Maskell und Michael Smiley eine erstklassige Leistung, wobei mir Smiley noch etwas besser gefällt. Schließlich hat der Film einige großartige Dialoge, auch wenn ich einiges in der Originalfassung nicht verstanden habe. Weil mich schließlich der Film immer noch nicht so richtig loslässt, hat er sich insgesamt 5 Punkte redlich verdient.

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