Filmplakat Karate Kid
6/10

„You wanna touch my hair?!“ (Karate Kid, 2010)


Karate Kid

Besprechung

Dre Parker (Jade Smith) und seine Mutter Sherry (Taraji P. Henson) ziehen nach Peking. Die Mutter hat dort einen Job bekommen. Dre ist vom ersten Augenblick an nicht sonderlich begeistert von dem Umzug. Gleich am ersten Abend gerät er mit dem Bully Cheng (Zhenwei Wang) aneinander. Cheng verprügelt Dre ziemlich heftig, weil der sich auf die Seite der hübschen Meiying (Wenwen Han) gestellt hat. Wie sich später herausstellt, ist Cheng auch noch auf der selben Schule wie Dre.

Cheng und seine Kumpels schikanieren Dre ständig. Der Amerikaner lebt fortan in Angst. Als Cheng und Co. gerade mal wieder alles aus Dre rausprügeln, bekommt er Hilfe vom alternden Hausmeister Mr. Han (Jackie Chan).

Mr. Han soll Dre Kung Fu beibringen, doch der eigenbrödlerische Chinese will nicht. Erst als er sieht, wie Meister Li (Rongguang Yu) seine Schüler in der Kung Fu-Schule behandelt, nimmt er die Herausforderung an — was bedeutet, dass er nun doch Dre trainieren muss. Es soll zum Showdown zwischen seinem Schüler Dre und Meister Lis Schüler Cheng in einem offenen Kung Fu-Turnier kommen.

Meinung von

Wir kennen alle das Original. Zur Hölle, ich sah den bei der Erstausstrahlung in einem Kino an der Kieler Straße. Da zog es wie Hechtsuppe — aber der Film war saucool. Es sollte wirklich jeder Auftragen. Polieren. kennen. Und wer wüsste nicht vom "Kranich", dieser Kampfposition, die man am besten auf einem Poller mitten am Strand einnimmt?

Gegen so einen Kult anzustinken ist schwer. Zum Glück greift das Remake Karate Kid nur gewisse Elemente auf und will nicht eine Nachdrehe sein. Das wäre auch nur schädlich für den Film gewesen.

Immer wenn eine Reminiszenz ans Original auftauchte, war die Freude beim Publikum riesig und es wurde laut gegröhlt. Für einen kurzen Moment sah es so aus, als wollte Jackie Chan, alias Mr. Han, tatsächlich auftragen und polieren. Es gibt zwar in der Neuverfilmung keinen Kranich, dafür aber die Kobra. Sieht im Endeffekt sehr ähnlich aus — hat zudem den selben Effekt. :-)

Also keine Nachdrehe, dafür aber die Grundidee gleich. Schön, und der Rest? Jaden Smith finde ich langweilig, weil er immer gleich spielt. Sein Spiel ist zwar ganz nett, aber es kommt mir zu bekannt vor. Der Meister des schnellen Klamauk-Kung Fus, Jackie Chan hingegen, der spielt mal ganz nett. Er ist nicht die Hauptfigur, er ist alt und mimt einen gebrochenen, introvertierten Mann. Das nimmt man ihm ab.

Die Geschichte mit seinem Schicksal ... — hätte ich nicht gebraucht. Auch ist der gesamte Anfang ziemlich zäh und lang. Vielleicht kam es auch nur so vor, weil ich auf Kampfszenen wartete. Die kamen aber erst so richtig am Schluss, wenn das Kung Fu-Turnier ist. Ja, das gefällt! Meine Nachbarin fand das zwar alles viel zu brutal — ich nicht. Hey, es floss noch nicht einmal Blut! Und die haben sich richtig ins Gesicht geschlagen!

Einen Großteile der Witze sah man im Trailer, aber Karate Kid kann noch mit ein paar sehr netten Lachern aufwarten.

Ich hätte den Film mehr gestrafft, die Liebesgeschichte zwischen Dre und Meiying ist so ... — na, wenn ich gerade in die Pubertät käme, wäre das wohl noch annehmbar. Kleine Kinder die knutschen, ist dann doch nicht mein Ding. Die Liebesgeschichte war halt obligatorisch und musste sein. Dafür wurde sie aber auch wieder nicht eindringlich genug gespielt. Sie lief nebenher — und man hätte auch ganz darauf verzichten können.

Karate Kid ist kein großartiges Kino, er ist aber auch kein totaler Reinfall. Für mich plätscherte er dahin, man hat gelacht und am Ende gab es einen schönen Kampf zu sehen — der sehr stark ans Original angelehnt war. Sie haben das Original von 1984 nicht zerstört. Das ist doch schon mal was. Der Bösewicht ist im Original übrigens besser, weil mieser drauf. Das nur so am Rande.

Ich gebe fünf Moviepunkte, lege aber noch einen drauf wegen der Kampfszenen am Ende. Wenn er im Fernsehen läuft, kann man sich Karate Kid anschauen — oder mit einer Horde Filmfreaks, die das Original kennen und schätzen. Dann macht der Film auch Spaß.

hoch