Filmplakat John Carter
6,5/10

„Ich hab eine Höhle voller Gold. Irgendwo.“ (John Carter, 2012)


John Carter

Besprechung

Der Bürgerkriegs-Veteran John Carter (Taylor Kitsch) findet sich, nachdem er von Indianern verfolgt wurde, auf dem Mars wieder. Gefangen genommen von riesigen, vier-armigen Wesen – den Tharks – , gerät er inmitten eines alten Kampfes zwischen den Bewohnern der Städte Zodanga und Helium. Jüngst wurde der Krieg verschärft durch das Auftauchen eines gottgleichen Wesens namens Matai Shang (Mark Strong). Dieser gibt dem Herrscher von Zodanga, Sab Than (Dominic West), eine Waffe, die mit blauem Licht alles zerstören kann.

Um den Frieden zu gewährleisten, will Than die Hand der Helium-Prinzessin Dejah Thoris (Lynn Collins), die jedoch vor dem tyrannischen Than flieht. Auftritt: John Carter, der die Prinzessin rettet.

Was niemand weiß, ist die Tatsache, dass der einflüsternde Shang und seinesgleichen einen dunklen Plan verfolgen, noch dunkler als Than selber. Am Ende sollen sich die Bewohner des Mars, oder Barsoom, wie er in einheimischen Sprache genannt wird, gegenseitig vernichten.

Mit Hilfe der Tharks, allen voran des ehemaligen Anführers Tars Tarkas (Willem Dafoe), will John Carter, der auf dem Mars übermenschliche Kräfte hat, die gottgleichen Wesen aufhalten und den Krieg zwischen Zodanga und Helium beenden.

Meinung von

Tarzan sollte man kennen. Der Herr des Urwalds stammt aus der Feder von Edgar Rice Burroughs. Ebenso John Carter. Eigentlich aus Not entstanden und geschrieben, weil er gesehen hat, dass man mit Schundromanen Geld machen kann, schrieb Burroughs 1912 die Geschichten um John Carter und die Prinzessin von Basoom. Vom Erfolg angetrieben, sollten weitere Romane folgen, die alle auf dem Mars spielen. Eine wichtige Rolle spielten hierbei die Illustrationen der Bücher.

Seit also hundert Jahren gibt es den Stoff und schnell wollte man auch diesen verfilmen, allein die Geschichten waren zu fantastisch, die Lebewesen zu exotisch, als dass man sich daran hätte versuchen können. Hundert Jahre nach dem ersten Buch brachte Andrew Stanton John Carter auf bildgewaltige Weise ins Kino.

Im Grunde ist John Carter die Grundfigur für so manch andere Filmfigur oder -serie. George Lucas hat sich für sein Star Wars u.a. von John Carter inspirieren lassen. Angeblich soll die Comicfigur Superman auf John Carter basieren. Beide sind Wesen von einem fremden Planeten, die auf ihrer neuen Heimat übernatürliche Kräfte haben.

Also lange Rede, kurzer Sinn: John Carter ist wichtig für die Literatur- und die Kinolandschaft. Was haben sie daraus gemacht?

Herausgekommen ist ein ziemlich farbenfrohes Weltraum-Abenteuer, das sich - weil es so spät erschien - mit Star Wars messen muss. Man fühlt sich also öfters an seine Kindheit und Star Wars erinnert, bzw. doch nicht an die Kindheit, sondern an die unsäglichen neuen Episoden. Das hängt mit den vielen CGI-Figuren zusammen. Wobei der Kampf zwischen John und den "weißen Affen" in der Arena sehr, sehr stark an die Arena-Szene in Star Wars, Episode 2 erinnert. Sehr stark. Jetzt müsste man wissen, ob es so eine Gladiatoren-Sszene bereits in den Mars-Chroniken gab und Lucas geklaut hat, oder ob man sich für John Carter bei eben dieser Star Wars-Folge bedient hat. Kann ich leider nicht beantworten.

John Carter ist nette Unterhaltung, nicht unbedingt der Meilenstein unter den Kinofilmen. Schaler Beigeschmack ist wohl, dass Disney dahinter steht. Die Menschen trauen Disney keine Weltraum-Filme zu. Damit haben sie sich immer schwer getan, schon seit Das Schwarze Loch, der zu Unrecht bei Disney durchfiel.

Es wird nicht gesungen, aber die Prinzessin - jeder Disney-Film hat eine - kommt manchmal etwas ungelenk herüber. Dabei ist sie Wissenschaftlerin. Aber irgendwas stört.

Nett an John Carter ist, dass Edgar Rice Burroughs selber auftaucht. Ihm wird die Geschichte von seinem Onkel John Carter erzählt. Auch ist gelungen, wie der Charakter von John Carter langsam aufgedeckt wird. Die Anfangsgeschichte und die Flashbacks von Carter sind zunächst etwas wirr, ergeben aber am Ende einen Sinn.

John Carter kann man sich anschauen, wenn man SciFi-Filme mag und sich kurzweilig unterhalten lassen möchte.

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