Filmplakat Jede Sekunde zählt
6,5/10

„Die wichtigste Person die ihr am Leben erhalten müsst, das seid ihr selbst.“ (Jede Sekunde zählt, 2006)


Jede Sekunde zählt

Besprechung

Rettungsschwimmer Ben Randall (Kevin Costner) ist eine Legende bei der Coast Guard. Er ist auch mittlerweile in die Jahre gekommen, trotzdem schwimmt er noch immer und rettet Leben. Bis ihm bei einem Rettungseinsatz seine eigene Crew stirbt.

Nach seiner körperlichen Genesung bekommt er einen anderen Einsatzort zugewiesen. Er soll neue Rettungsschwimmer ausbilden. Ein Job auf den der eingefleischte Lebensretter keinen Bock hat. Leichter wird die Aufgabe auch nicht dadurch, dass er in seiner Klasse einen aufmüpfigen Rekordschwimmer hat. Der ehemalige High School Champion Jake Fischer (Ashton Kutcher) ist versessen darauf, die Rekorde von Ben einzustellen und eckt von der ersten Sekunde mit dem Ausbilder an.

Ben fährt eine extrem harte Schiene. Nach kürzester Zeit sind 50% der Rekruten ausgesiebt. Eine Ausbildungsmethode von Ben: Baut einer Scheiße, müssen alle dafür herhalten und leiden. Jake baut Scheiße …

Nebenbei hat Ben Probleme mit seiner Vergangenheit. Der Unfall, bei dem er seine Crew verloren hat, verfolgt ihn in seinen Albträumen. Dass Jake ein so schwieriger und kratziger Kerl ist, hat ebenfalls seine Gründe. Ben versucht hinter Jakes Geheimnis zu kommen.

Meinung von

Eigentlich ist das nicht mein Thema mit dem Rettungsschwimmen. Aber ich war doch überrascht — von dem FIlm und von mir, dass mir der Film dann doch noch gefiel. Costner hat seine Probleme (kaputte Ehe, Team vor seinen Augen gestorben, das Alter) und bringt diese auch gut rüber. Die Versetzung an die Schule ist eine Strafe für ihn und so lässt er seinen Zorn an den Schülern ab. Wobei es nicht nur Zorn ist. Ben will, dass diese Menschen, die Rettungsschwimmer werden wollen, richtig auf diesen harten Job vorbereitet werden.

Was sich zunächst wie eine übliche "gruseliger Lehrer trifft auf überheblichen Schüler"-Geschichte anmutet, hat doch noch Potenzial für die Entwicklung beider Charaktere. Jede Sekunde zählt lässt sich dafür Zeit. Knapp 140 Minuten dauert der Film. Wirkliche Längen hat er nicht. Costners Ben ist in der Schule ein Ekel — aus gutem Grund. Kutchers Fischer ist auch nicht ohne Grund so rebellisch. Ja, am Ende werden die beiden Gegensätze Freunde. Und das Ende ist auch ab einem gewissen Punkt vorhersehbar. Dennoch schaut man weiter. Das Ende ist nicht schön, aber solide gemacht.

Gewundert hat mich, dass die Rettungsschwimmer-Einheit der Coast Guard aufgebaut ist wie eine militärische Einheit. Aber wie man in dem Film lernt, scheint es eine Verbindung zu geben, zwischen Coast Guard und Navy. Die Küstenwache ist eine von sieben "Uniformed Services" der Vereinigten Staaten, also auch eine Streitkraft. Wusste ich nicht. Wer sagt, Filme machen dumm? :-P

Interessanterweise fiel mir auf, dass die Musik kein Stück zur Dramatik oder Spannung beigetragen hat. Die bleibet sehr unscheinbar. Dabei sind gerade die Rettungsszenen auf hoher, stürmischer See durchaus dramatisch. Die Musik verstärkt das nicht. Seltsam.

Theoretisch hätte man den Streifen auch mit Feuerwehrmännern machen können, aber eiskaltes Wasser mit meterhohen Wellen ist schon angst- und respekteinflößend.

Nicht der beste Film, aber auch nicht schlecht. Hat man Zeit und braucht etwas Dramatik — kann man sich gerne Jede Sekunde zählt anschauen. Schadet nicht.

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