Filmplakat Jason Bourne
2,5/10

„Nur wenn man untertaucht, überlebt man.“ (Jason Bourne, 2016)


Jason Bourne

Besprechung

Ex-CIA-Analystin Nicky Parsons (Julia Stiles) nimmt Kontakt zum untergetauchten Jason Bourne (Matt Damon) auf. Ihr persönliches Ziel ist es, alle geheimen Projekte des CIA aufzudecken. Sie hat neue Infos, u.a. über ein Projekt names Iron Hand und Infos über Jasons Vater.

Nicky war nicht ganz so vorsichtig, wie sie es eigentlich hätte sein müssen und so kommt ihr die CIA auf die Spur – damit auch Bourne. CIA-Chef Robert Dewey (Tommy Lee Jones) setzt alles daran, Bourne zum Schweigen zu bringen. Er hat große Überwachungspläne, die durch die Informationen von Nicky gefährdet sind. Somit setzt er zum einen den Killer Asset (Vincent Cassel) auf Bourne an, aber auch die Cyber-Expertin Heather Lee (Alicia Vikander).

Was hat Jasons Vater mit dem ehemaligen Treadstone-Projekt zu tun gehabt? Was für eine Rolle spielt der Erfinder und Inhaber von Deep Dream, Aaron Kalloor (Riz Ahmed), in den Plänen von Dewey? Deep Dream ist eine Socialplatform. Langsam bringt Bourne immer mehr Licht in die dunklen Ecken seiner Vergangenheit.

Meinung von

Kaum fing der Film an, wusste ich wieder, was mich an den Vorgängern gestört hatte: die Wackel-Zappel-Kamera. 14 Jahre nach dem ersten Mal Durchschütteln in Die Bourne Identität ist Paul Greengrass wieder im Regiestuhl und hat seine Brechkamera mitgebracht. Greengrass war ab dem zweiten Teil, Die Bourne Verschwörung Regisseur. Keine Ahnung, wieso sie das machen. Schnelle Action mit schnellen Schnitten mit starken Wacklern und Hin- und Hergezoome – da kann einem doch nur schlecht bei werden. Es sei denn, man macht die Augen zu.

Das habe ich auch öfter in Jason Bourne gemacht, einfach weil das Gezeigte nicht zu ertragen war. Wo ist der Spaß, wenn einem die Augen tränen und man Kopfschmerzen bekommt? Was passierte zwischen den Augenschließ-Phasen? Nicht viel.

In Jason Bourne bleiben alle Charaktere flach. Die Geschichte selber auch. Hinzu kommt, dass das Thema "böses Internet" und all die schlimmen Dinge, die damit zusammen hängen auf sehr dilettantische Art und Weise porträtiert werden, so dass ich mich schon kurz nach dem Start des Films tierisch über die dumme Herangehensweise geärgert habe. Man hatte den Eindruck, bei Jason Bourne hätte niemand beratend zur Seite gestanden. Es wurde über Cyberkriminlaität und Hacken von Hardware in einer Weise berichtet, als hätte sich meine Mutter hingesetzt und über ein Thema geschrieben, von dem sie Null Ahnung hat.

Tommy Lee Jones ist – oh Wunder – alt geworden, sein Gesicht noch faltiger, die Hautsäcke unter seinen Augen riesig. Der gute Mann wirkte müde und absolut fehlbesetzt. Ebenso Alicia Vikander. Mann, die junge Schwedin hat in Ex Machina einen Roboter gespielt, in Jason Bourne ist sie eine wahnsinnig gesichtslose Cyber-"Spezialistin". Nein. Ist sie nicht. Sehr schade zu sehen, wie sie sich für diese miese Rolle hat vor die Kamera stellen lassen.

Ich bin übrigens eingeschlafen in dem Film. Das mir! Gen Ende gibt es eine sehr wilde, sehr lange Verfolgungsszene mit extrem viel Blechschaden. Das ist alles zu groß, zu viel. Hinzu kommt das Gewackel und Gezappel der Kamera. Da musste ich die Augen schließen. Da mich in den beinahe zwei Stunden, die der Film dauert, nichts angesprochen hat, keine Spannung vorhanden war, bin ich dann eben lieber eingeschlafen. Bis ich von meinem Sitznachbarn geweckt wurde. Habe ich geschnarcht?

Verschwommene Wackelbilder, die Brechreiz ausüben; langweilige Geschichte; flache Charaktere, wo man hinschaut; dümmliche Handhabung des Themas „Internet“ (im weitesten Sinne) und Technik (Heather findet in verwackelten,verschwommenen Bildern mit Massen von Demonstranten drauf in einem Augenblick die flüchtige Nicky — Siiiicher.) — alles Negativpunkte. Lasst Jason Bourne seinen Frieden finden. Bringt ihn nicht noch einmal auf die Silberleinwand.

Was vor so vielen Jahren halbwegs gut anfing, wurde schon mit Das Bourne Vermächtnis (ohne Matt Damon) mehr oder weniger getötet. Doch Jason Bourne hat dann dem Franchise den Sargnagel eingehämmert.

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