Filmplakat I Sell the Dead
3,5/10

„Es gab Zeiten, da machte eine Leiche nicht viel anderes als still liegen. Doch jetzt nicht mehr.“ (I Sell the Dead, 2008)


I Sell the Dead

Besprechung

Arthur Blake (Dominic Monaghan) hat nur noch ein paar Stunden zu leben. Er war schon als kleiner Junge ein Grabräuber. Gelernt hat er das bei Willy Grimes (Larry Fessenden). Jahrelang haben sich die beiden mit Grabräuberei über Wasser gehalten. Lange standen sie dabei unter der Knute des Dr. Quint (Angus Scrimm), der die Leichen für seine wissenschaftlichen Experimente brauchte.

Willy wurde bereits für seine Schandtaten hingerichtet, nun wartet Arthur aufs Fallbeil. Da kommt der Priester Father Duffy (Ron Perlman) zu ihm, um ihm seine letzte Beichte abzunehmen. Arthur erzählt bereitwillig seine Lebensgeschichte. Als Arthur und Willy eines Tages mehr durch Zufall über eine Untote stolperte, sollte sich ihr Leben ändern. Vater Duffy ist ganz Ohr, hat er doch einige Kontakte zum Okkulten.

Der zum Tote verurteilte Arthur beichtet also, erzählt vom Geschäft mit Ghulen, einer rivalisierenden Grabräuber-Bande, dem Haus of Murphy und von Willys und Arthurs Auszubildenden Fanny (Brenda Cooney).

Meinung von

Bekannt geworden ist Dominic Monaghan durch die Herr der Ringe-Trilogie. Was danach kam, war eher mager, so auch I Sell the Dead. Der Film braucht ganz schön lange, um überhaupt irgendwas zu sein. Zunächst ist das eine lose Ansammlung von kleinen Geschichten, ohne roten Faden. Der Film wird einsortiert unter Komödie/Horror, lässt aber beides vermissen. Er ist nicht lustig und nicht gruselig. Ja, es gibt ein paar Untote, also ein bisschen Schminke im Gesicht, aber sonst bleibt er harmlos. Bis vielleicht auf das Bild, in dem der junge Murphy sein Kaninchen frisst.

Ich habe ja nichts dagegen, wenn ein Film "dahinfließt"; im Gegenteil, das ist sogar ganz angenehm. Aber bei I Sell the Dead fließt nichts, es tröpfelt. Monaghan ist noch recht sympathisch, Fessenden hingegen weniger und den Fanny-Charakter muss man hassen.

I Sell the Dead hat einen kleinen Twist am Ende, der über die Länge des Films nett eingefädelt wird, das rettet den Streifen jedoch auch nicht. Da hat Regisseur und Autor Glenn McQuaid noch einiges zu lernen. Tatsächlich war I Sell the Dead auch sein erster abendfüllender Film. Die Geschichte zu I Sell the Dead basiert auf dem Kurzfilm The Resurrection Apprentice, der ebenfalls aus der Feder von Regisseur McQuaid stammt und in dem Fessenden auch schon mitspielte. Die Dreharbeiten zu I Sell the Dead mussten übrigens fünf Monate eingestellt werden, weil Ron Perlman den weitaus besseren und erfolgreicheren Hellboy 2 – Die goldene Armee drehte.

Ich gebe am Ende einer Filmbesprechung immer gerne eine Empfehlung à la "Wer XY mag, dem wird YZ gefallen", aber diesmal muss ich sagen: Spart Euch den Film. Er ist nichts Besonderes. Die 85 Minuten kann man besser nutzen. Ich weiß noch nicht einmal, ob der jemals im deutschen Kino lief?

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