Filmplakat I Declare War
6/10

„You can't stop war for juice.“ (I Declare War, 2012)


I Declare War

Besprechung

Jeder Krieg hat seine Regeln. Das wissen auch die Jungen, die irgendwo in einem Wald Krieg spielen. Simple, gute Regeln. PK (Gage Munroe) liegt mit seinen Jungs im Krieg mit Quinn (Aidan Gouveia) und seine Truppe.

Quinns Granatenträger Skinner (Michael Friend) hat zusammen mit Frost (Alex Cardillo) und Sikorski (Dyson Fyke) PKs besten Freund Kwon (Siam Yu) gefangen genommen. Eigentlich macht man keine Gefangenen, das ist gegen die Regeln. Skinner setzt sich gegen Quinn durch und “tötet” ihn. Quinn ist raus. Sehr zum Entsetzen von Jess (Mackenzie Munro), dem einzigen Mädchen in diesem Krieg. Sie wollte sich eigentlich an Quinn ranmachen.

PK macht sich zusammen mit Joker (Spencer Howes), Wesley (Andy Reid) sowie ihrer Geheimwaffe Caleb (Kolton Stewart) auf den Weg, um Kwon zu befreien. Derweil spitzt sich die Lage im gegnerischen Camp allmählich zu. Skinner scheint richtig am Rad zu drehen und scheut auch vor Folter nicht zurück. Wie es scheint, macht es ihm Spaß.

Langsam verwandelt sich der Krieg von einem Spiel zu Ernst.

Meinung von

Gutes Beispiel für einen Trailer, der mehr versprach, als der Film halten konnte. I Declare War ist nicht schlecht - keines Wegs. Aber der Trailer suggerierte … mehr. So sahen wir einen Kinderfilm. Es geht um Kampf, Regeln, Miteinander, Opfer, Freundschaft und das Erwachsenwerden. Alles in eine runde, gute Geschichte verpackt. Nicht zu gewaltsam.

Die Jungs haben natürlich nur aus Hölzern zusammengesteckte und mit mit Band zusammen gezurrte "Waffen", aber in ihrer Vorstellung werden das echte Maschinengewehre, Granaten, Bazookas und Armbrüste. Wer getroffen wird, muss bis zehn zählen. Wenn man dann mit einer Granate (einer mit roter Farbe gefüllten Wasserbomben) beworfen wird, ist man tot und muss nach Hause gehen.

Kinder im Film sind bekanntlich stets ein Graus, doch diese Truppe - und ich meine alle, die auftreten - sind durchweg ansehnlich, auf dem besten Wege, Schauspieler zu werden. Man konnte sich in jeden Charakter hineinversetzen. Keiner fiel aus der Rolle. PK ist der geborene Anführer, der noch jede Schlacht gewonnen hat. Als Skinner die Regeln bricht, droht PKs Statistik zusammenzubrechen. Er muss fortan härtere Entscheidungen fällen. Kalt und berechnend, aber dennoch charismatisch seinen "Untergebenen" gegenüber. Dabei will er nicht sehen, dass langsam auch die Treue seiner Gefolgschaft zu bröckeln droht.

Skinner ist skrupellos und gefährlich. Man hat den Eindruck, der Junge würde jeden Moment explodieren. Er hat die Herrschaft in seiner Truppe übernommen, aber eigentlich keinen Plan. Ihn treibt etwas anderes.

Dann haben wir noch die Femme fatale in Form von Jess, die gerne Schach spielt. In ihrem "Vorstellungsgespräch" mit Quinn erwähnte sie "besondere Qualifikationen". Ja, die hat sie. Jess ist eine Variable, die weder PK noch Skinner auf dem Zettel hat.

Wäre ich einige viele Jahre jünger, wäre das ein Oh-mein-Gott-Film für mich gewesen. I Declare War hat, wie bereits erwähnt, tolle Schauspieler, ein gutes Thema und dennoch fehlt etwas. Vielleicht ist es der Tatsache geschuldet, dass man auf einem Fantasy Filmfest etwas anderes erwartet. Hier war nur die Phantasie der jungen Leute ein Thema. Ein arg untergeordnetes Thema. Gut gemacht, aber eher für ein Publikum kurz vor der Pubertät. Nicht für Blut und Horror gewöhnte Fantasy Filmfest-Gänger. Man muss die richtig Einstellung zum Film haben, dann wird man ihn mögen.

So blieb es ein netter Film mit einigen Witzen, einigen Spannungsmomenten und einer verheißungsvollen Geschichte.

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