Filmplakat I Am Legend
7/10

„Bitte sag 'Hallo' zu mir!“ (I Am Legend, 2007)


I Am Legend

Besprechung

Es sollte das Wunderheilmittel gegen Krebs sein. Ein genetisch veränderter Masern-Virus mutierte später und tötete den Großteil der Menschheit. Die Übergebliebenen verwandelten sich hauptsächlich in Vampire, während nur wenige Menschen eine Immunität gegen den luftübertragenden Virus entwickelten. Der Militärarzt Robert Neville (Will Smith) ist der einzige Überlebende in New York. Seit drei Jahren lebt er hier mit Hundedame Sam, die ihm als Ansprechpartnerin dient.

Neville jagt Wild in den Schluchten der einstigen Millionenstadt, spielt Golf im Hafen und wartet immer zur Mittagszeit eben dort auf andere Überlebende, die er per Radio versucht zu erreichen. Nebenbei versucht er ein Gegenmittel zu finden. Im Keller seines zur Festung umgebauten Hauses am Washington Square Park scheint er einer Lösung nahe zu sein.

In seiner verzweifeltsten Stunde steht auf einmal die junge Anna (Alice Braga) vor ihm und rettet ihn.

Meinung von

Die dritte Verfilmung von Richard Mathesons Roman Ich bin Legende. Wandelte zuerst Vincent Price in einer eher B-Movie-artigen Umsetzung als The Last Man on Earth herum, war es in den 1970ern Charlton Heston, der den Omega-Mann mimte. Nun also Super-Star Will Smith. Er macht seine Sache überraschend gut. Es ist im Grunde eine ernste Rolle, in der er wenig zu sagen hat. Zumindest am Anfang.

Mit der Zeit lernen wir, dass sich Neville u.a. täglich in einer Videothek mit DVDs versorgt und dort Schaufensterpuppen aufgestellt hat, die ihm das Gefühl geben sollen, dass er nicht alleine ist. Er scheint für jede Puppe eine Hintergrundgeschichte zu haben, so verzweifelt einsam ist er. Seine Schäferhündin Sam ist sein einziger lebender Bezugspunkt. Als dieser wegfällt, bricht für ihn alles zusammen.

In Rückblenden sehen wir, wie es zu der Katastrophe kam, wie er Kind und Frau verlor. Kein Wunder, dass er in dieser Extremsituation den Willen zum Überleben verliert. Dabei hatte er sich drei Jahre lang erfolgreich in New York vor den Vampiren verstecken können und seine Forschungen an einem Gegenmittel durchgeführt. Als Anna auftaucht und ihm von einer Siedlung von Menschen erzählt, zweifelt er diese Geschichte vehement an.

Sowohl die Isolation und der Überlebenskampf als einziger Mensch werden in der Verfilmung von Francis Lawrence, für den I Am Legend der zweite Film sein sollte (sein erster abendfüllender Film war Constantine), überzeugend vermittelt. Es ist ein wenig verwunderlich, dass die Natur sich in den drei Jahren so viel von der Stadt zurückgeholt hat, wie wir es in I Am Legend sehen können. Ja, die Natur holt sich zurück, was ihr gehört, aber ist das, was wir hier sehen nicht ein wenig viel?

Was in dieser Version des Romans anders ist, im Vergleich zu den beiden Vorgängerfilmen: Die Vampire bleiben ein isolierter Schrecken. Sie bilden keine eigene Kultur und sehen Neville nicht als Monster an und sie verhöhnen ihn auch nicht. Das war in The Last Man on Earth und Der Omega-Mann anders.

Mich hat an I Am Legend vor allem die visuelle Darstellung der Vampire (sowie der Vampir-Hunde) gestört. Hier haben wir gruselig schlechte CGI-Monster vor uns, die den Mund weit aufreißen und wie Tiere brüllen. Diese CGI-Vampire sind aus heutiger Sicht extrem mies, müssen aber auch damals schon echt schlecht gewesen sein. Schade, machen sie einen sonst durchaus runden Film schlecht. Es gab tatsächlich Momente, in denen Will Smith überzeugen konnte und man ihm die Verzweiflung seines Charakters abnahm.

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