Filmplakat Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis
9,5/10

„Ist alles okay, Andy. Ist nur Bolognese.“ (Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis, 2007)


Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis

Besprechung

Sergeant Nicholas Angel (Simon Pegg) ist Polizist mit Haut und Haaren. Er wollte es schon als kleiner Hosenmatz sein und im Erwachsenenalter lebt er seinen Kindheitstraum. Der Mann ist bei der Londoner Polizei — und vermiest allen den Job. Weil er so energisch bei der Sache ist und eine extrem hohe Verhaftungsrate hat, lässt er alle Mitarbeiter blöd dastehen. Angel wird versetzt ins idyllische Sandford. Da gibt es nicht einmal Mobilfunk-Empfang …

Gleich am ersten Abend fängt der Sergeant an, im Dorf aufzuräumen. Doch schnell wird sein Arbeitseifer gebremst. Nicht nur, dass sein Kollege PC Danny Butterman (Nick Frost) dem Bier nicht abgeneigt ist und auch sonst sehr träge, der Rest der Truppe mag es ebenfalls nicht, wenn so ein Städter ins Dorf kommt und viel Wirbel macht.

Sandford könnte so reizend sein, so beschaulich, doch eines Abends passiert ein grausamer Mord. Oder doch nicht? Nur Angel glaubt an ein Verbrechen, der Rest der Polizei und auch die Dorfbewohner, halten das nur für einen Unfall. Doch dann passieren immer mehr “Unfälle”. Steckt der schleimige Supermarkt-Besitzer Simon Skinner (Timothy Dalton) hinter der Sache? Einige Dinge deuten darauf hin …

Meinung von

Ich hatte mich auf einiges gefasst gemacht, aber was mir die Herren Pegg und Frost da boten war nahezu einzigartig. Nur wild! Pegg gibt einen wunderbar aufgedrehten Polizisten ab und Frost steht ihm als etwas trotteliger PC zur Seite. Die Beiden geben ein herrliches Gespann ab.

Die Geschichte ist am Anfang "typisch britisch", also eine Menge skurriler Charaktere, ein immer Erfolg garantierendes kleines englisches Dorf – das kann was solides werden. Der Humor ist anfangs auch gewohnt deftig und urkomisch. Doch dann kommt der Mörder ins Spiel und die gesamte Geschichte wird morbide und gaga. Dabei bleibt Hot Fuzz immer in der Spur des Glaubwürdigen, er wird nie albern und dumm, wie es die Deutschen sicher gemacht hätten.

Aufgefallen sind mir die teils sehr schnellen, harten Schnitte. Passte. Wenn schnellschnell erzählt werden soll, dass Sergeant Angel seinen Dienst beendet, die Uniform in den Spind hängt, dann muss das zackzack gehen. Interessante Erzählweise ...

Neben Pegg und Frost fiel noch Timothy Dalton auf, der den schmierigen Dorf-Bonzen hervorragend miemt. Der führt doch etwas im Schilde? Und wieso spielt im passenden Moment "Fire"? Es sind die Kleinigkeiten und das große Geballere am Ende, die den Film liebenswert machen. Überhaupt: Waffen sind da auch so ein Thema ... :-)

Gut, ein wenig Gesplattere ist auch dabei – somit also nichts für die Eltern-Generation, aber wer ein bisschen spritzendes Blut abkann, der darf sich Hot Fuzz anschauen. Ich habe mich jedenfalls von Anfang bis Ende kaiserlich amüsiert. Für mich ein DVD-Regal-Kandidat.

Ach ja, zum guten Ende noch eine Beschwere. Lieber deutsche Filmverleih (UPI), wie geistig minderbemittelt seid ihr eigentlich? Erstens: Ein Film braucht keinen Zweittitel, Hauptsache er ist Deutsch. Zweitens: Wenn ihr schon einen Zweittitel haben müsst, dann bitte nicht so qualitativ minderwertige! Wer war da denn bitte so hohl im Kopf, dem Film den Zweittitel "Zwei abgewichste Profis" zu geben? Unterste Kajüte! Ganz armselig. Der Zusatztitel wäre eigentlich ein Grund gewesen, den Streifen nicht anzuschauen. Unverschämt. Zum Glück sind die Moviejunkies nicht alleine mit dieser Meinung. Im Kino hörte ich jetzt auch schon das eine oder andere Mal Beschwerden über dummdreiste Zusatztitel. Lasst es sein!

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