Filmplakat Herr Lehmann
7,5/10

„Er ist sozusagen ein großer Freund des Kartoffel-Chips.“ (Herr Lehmann, 2003)


Herr Lehmann

Besprechung

Es gibt schon seltsame Flecken Deutschland! Einer davon befand sich 1989 in Berlin Kreuzberg. Genauer: Die Drecks-Spelunke (deren Namen ich mittlerweile schon wieder vergessen habe), in der Herr Lehmann (Christian Ulmen) arbeitet, ist so ein Flecken Seltsam-Deutschland. Hier treffen sich sehr komische Typen. Und es wird sehr viel gesoffen. Mehr dazu nicht …

Herr Lehmann ist kurz vor 30, ein Barkeeper, den alle mögen und eigentlich heißt er Frank. Außerdem weiß er nichts mit seinem Leben anzufangen — außer eben Biere auszuteilen. Doch so trist ist sein Leben nicht. Da ist zum Einen sein bester Kumpel Karl (Detlev Buck), der demnächst seine eigene Ausstellung hat und sehr auf die Elektrolyte aller Menschen achtet. Dann ist da noch die Köchin Kathrin (Katja Danowski), die sehr herbe ist – dennoch einen Funken Licht in Herrn Lehmanns Leben bringt. Für sie stürzt er sich sogar in die Fluten der ortsnahen Freischwimmanlage …

Im Grunde war’s das schon. Es werden einige Tage des seltsamen Lebens von Herrn Lehmann erzählt. Dabei trifft er auf einen Hund, der sich mit Alk bestechen läßt, Leder-Uschis, Kristallweizen-Trinker und DDR-Grenzkontrolleure. Bis, ja bis sich die Mauer öffnet.

Meinung von

Klingt so nicht gerade toll, ich weiß. Ich habe auch lange gebraucht, etwas zu diesem Film zu schreiben. Mein erster Gedanke nach Verlassen des Kinos war eh "Ich brauch' 'ne Dusche!". Die Protagonisten wandeln in Welten und Räumen, die ich nicht gerne betreten wollte. Jedenfalls nicht ohne Vollgummi-Anzug. *schauder* Dennoch sind es alles nette Charaktere, die auch sehr gut dargestellt werden. Die Idealbesetzung für Herrn Lehmann ist übrigens tatsächlich Christian Ulmen. Klasse gespielt. Wenn er denn gespielt hat ...

Das Buch hätte ich wohl nach den ersten drei Seiten weggelegt. Aber wenn man mir so schön die Geschichte präsentiert wie im Film, dann bleibe ich auch bis zum Ende. Ich habe mich sehr gut amüsiert. Auch wenn ich nicht den Sinn des Films mitbekommen habe. Dazu fehlte wohl noch der richtige Promille-Gehalt. Keine Ahnung.

Was aber dennoch – von meiner Seite – echt Pluspunkte gibt, das ist der Soundtrack. Eels gleich zum Anfang. Cool! Und zwischendurch noch Cake – das hat doch Art.

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