Filmplakat Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, Teil 1
8/10

„Ich bin immer sauer auf ihn!“ (Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, Teil 1, 2010)


Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, Teil 1

Besprechung

Dieses Jahr ist keine Schule für Harry Potter (Daniel Radcliffe). Nachdem im letzten Teil Hogwarts Schulleiter und Harry Potters Freund Dumbledore (Michael Gambon) gestorben ist, sieht die Welt von Potter düster aus. Die Todesser von Lord Voldemort (Ralph Finnes) sind hinter dem Jungen her und die andere Seite, also Harrys Freunde, fahren alles auf, um den Auserwählten zu beschützen.

Nachdem die Hochzeit von Fleur Delacour (Clémence Poésy) und dem Weasley-Vetter Bill (Domhnall Gleeson) von Voldemorts Schergen heimgesucht wurde, machen sich Potter, Hermione Granger (Emma Watson) und Ron Weasley (Rupert Grint) auf den Weg, die Horkrux zu finden und zu zerstören. Wir erinnern uns: Voldemort hat Teile seiner Seele in Artefakte eingeschlossen, um so nicht angreifbar zu sein. Das dynamische Trio findet schnell den ersten Horkrux, doch der befindet sich im Besitz der ehemaligen Schulleiterin von Hogwarts, Dolores Umbridge (Imelda Staunton). Die ist aber ein hohes Tier im mittlerweile faschistisch geführten Ministerium für Magie. Voldemorts Anhänger haben sich des Ministeriums bemächtigt. Nun müssen Harry, Emma und Ron ins Ministerium um den Horkrux zu holen.

Die Drei können fliehen, Todesser immer auf den Fersen, einen unzerstörbaren Horkrux im Besitz, auf der Suche nach dem Schwert von Gryffindor und Antworten auf Harrys Visionen, die er von Valdemort empfängt. Dabei wird die Freundschaft der drei Zauberkundigen arg strapaziert.

Harry und Co. hoffen, Informationen zu den weiteren Horkruxen bei Luna Lovegoods (Evanna Lynch) Vater Xenophilius (Rhys Ifans) zu erhalten. Dieser erzählt ihnen die Geschichte der drei Brüder und somit die der Heiligtümer des Todes. Die Heiligtümer könnten Voldemort besiegen. Allerdings ist der dunkle Lord auch auf der Suche nach den Heiligtümern, um nicht zu sagen auf der Suche nach dem mächtigsten Heiligtum: dem Zauberstab von Dumbledore.

Meinung von

Da ist er, der Hype um den letzten Teil von Harry Potter. Was machen wir ohne? Na, über ein halbes Jahr müssen wir noch warten, bis der wirklich letzte der Serie im Kino erscheint. Derzeit läuft ja "nur" der groß angelegte Cliffhanger auf der Silberleinwand.

Wobei "nur" dem Streifen nicht gerecht wird. Harry Potter und die Heiligtümer des Todes ist ein guter, ein erwachsener Film. Ich meine — Hey! —, der Junge ist (im Film) mittlerweile 17 Jahre alt. Und es geht dem Ende entgegen, da darf man auch weniger Kinderkram erwarten. Viele Zuschauer und Kritiker merkten an, der erste Teil des siebten Teils sei düster. Dabei klingt es stets abwertend. Ich mochte diesen Film. Er ist nicht hektisch, er fließt mehr oder weniger dahin, hält dabei jedoch eine Grundspannung aufrecht. Wie sagte doch der Regisseur von Der Tag, an dem die Erde stillstand, Robert Wise, so treffend? Tempo sei nicht mit Geschwindigkeit zu verwechseln. Tempo war für Wise Interesse. Das Tempo kann langsam sein, aber wenn der Inhalt interessant ist, schreitet der Film trotzdem rasch voran.

Genau das passiert bei Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Teil 1). Wir sehen eine Art Roadmovie — okay, ohne Straßen, dafür mit viel Wäldern und Bergen —, die Protagonisten haben eine schwere, beinahe unlösbare Aufgabe vor sich, sie driften langsam auseinander und geraten in Gefahren. Es geschehen also viele Dinge, allerdings schafft es Regisseur David Yates, das alles ohne viel Gerenne, große Schlachten oder anderen Firlefanz interessant, also temporeich zu gestalten. Die Landschaftsaufnahmen sind sehr schön, die Musik exzellent eingesetzt. Mir ist die Musik noch nie so sehr aufgefallen, wie in diesem Potter-Film. Sie leistet große Dienste zur Erzeugung einer Stimmung.

Sehr gefallen hat mir übrigens die Darstellung der Geschichte der drei Brüder als Animationsfilm. Bravo dafür! Sehr elegant und stimmungsvoll.

Wie sehr das alles dem Buch entspricht, kann ich als Nicht-Harry Potter-Leser nicht sagen. Ich wurde 146 Minuten lang gut unterhalten. Kleine Ungereimtheiten und Filmfehler will ich mal übersehen. Sogar der olle Hauself Dobby, der mir in Harry Potter und die Kammer des Schreckens auf den Keks ging, gefällt in dieser letzten Darstellung recht gut. Wieder: Keine Ahnung, ob er im Buch auch "reifer" geworden ist, oder ob es nur am Film lag.

Kam im Buch der, so finde ich ich, recht plumpe Vergleich von Ministerium für Magie und Nazideutschland vor? Wenn, dann hätte dieses Thema noch mehr ausgebaut werden müssen, um die Bedrohlichkeit der Situation aller magischen Wesen zu erhöhen.

Bleibt schließlich die Frage offen, warum das letzte Buch in zwei Teilen gedreht wurde. Muss man jede Zeile Buchstabe für Buchstabe verfilmen, oder kann man auch straffen? Immerhin las und hörte ich irgendwann einmal, dass Autorin Rowling nach ihrem anfänglichen Erfolg immer ausschweifender in ihren Büchern wurde. Für mich riecht es ganz klar nach Abzocke durch die Warner Brothers. Und dann muss man auch noch über ein halbes Jahr warten, bis der wirklich letzte Teil im Kino erscheint ... :-(

Unterm Strich ist Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Teil 1) aber sehenswert.

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