Filmplakat Godzilla – Duell der Megasaurier
3/10

„Ich bin ein knallharter, kampferprobter Reporter!“ (Godzilla – Duell der Megasaurier, 1991)


Godzilla – Duell der Megasaurier

Besprechung

Tokio wundert sich. Ein UFO fliegt über die Stadt. Die Wesen im Inneren nehmen Kontakt auf und es stellt sich heraus, dass es sich um Vertreter der Weltregierung aus dem 23. Jahrhundert handelt. Sie warnen Japan vor dem Monster Godzilla. Der König der Monster wird Japan zerstören, so wissen die Zukunftsmenschen. Deshalb will man den Vorfahren aus dem Jahre 1991 helfen, das Monster unschädlich zu machen.

Der SciFi-Autor Terasawa (Kosuke Toyohara) vertritt die Theorie, dass Godzilla früher mal ein übriggebliebener Dinosaurier war, der durch radioaktive Strahlung auf dem Bikini-Atoll zum Städtezerstörer Godzilla wurde. Die Zukunftsmenschen bestätigen diesen Gedanken. Deshalb nimmt Zukunftsdame Emmy (Anna Nakagawa) Terasawa, die Wissenschaftlerin Miki (Megumi Odaka) und Professor Mazaki (Katsuhiko Sasaki) mit auf eine Reise ins Jahr 1944, wo man den Dino davon abhalten will, zum Monster zu werden.

Godzilla wird aus der Geschichte gestrichen, dafür muss Japan einer neuen Gefahr ins Gesicht sehen: der dreiköpfige King Ghidorah fliegt seine zerstörerischen Runden. Ach hätte man doch noch Godzilla. Der könnte helfen. Oder wenigstens Atombomben, um den 1944 in der Beringsee versenkten Dinosaurier zu Godzilla mutieren zu lassen. Hilfe, King Ghidorah macht uns alle platt!

Meinung von

Man muss Schmerzen mögen. Sonst kommt man nicht heil aus diesem Film heraus. Gesehen habe ich nie einen Godzilla-Film, das war mein erster. Wie ich lernen durfte, ist Godzilla - Duell der Megasaurier der dritte Film der zweiten Filmreihen-Inkarnation (Heisei-Staffel). Dieser Gummibursche ist etwas grimmiger, als seine Vorgänger. Aber unterm Strich sind diese Filme wohl alle gleich.

Regisseur und Autor Kazuki Ohmori hat sich ja etwas beim Verfassen der Geschichte gedacht. Zumindest kann man durchaus etwas hineininterpretieren. Der damalige Vorwurf, Godzilla - Duell der Megasaurier sei anti-amerikanisch, kann man so sehen. Ich sage aber einfach mal, da hat ein Japaner einen Kunstgriff in die Zeit des Zweiten Weltkriegs gemacht. Und damals haben sich die Amis und die Japaner eben bekämpft. Viel mehr sehe ich in dem Film eine Kritik an Japan und dessen Expansionswahn. Das ist die eigentliche Anklage hier.

Die Zeitreisenden unter der Führung vom silberblickrigen Chuck Wilson (Chuck Wilson) im Trachtenanzug, wollen nämlich gar nicht Japan vor der Zerstörung durch Godzilla retten. Sie wollen im Auftrag der Weltregierung die wirtschaftliche Macht Japans in der Zukunft unterbinden. Dafür wird in einem überaus raffinierten Plot Godzilla aus der Reichweite von radioaktiven Strahlen gebracht, dafür aber drei kleine Doratos — die irgendwie wie echt billige Mogwais (aus Gremlins) mit Flügeln aussehen. Diese sonst so friedlichen und emphatischen Haustiere aus der Zukunft verschmelzen dank Radioaktivität zu - na, wer weiß es? - zu King Ghidorah. Tata!

Chuck Wilson will, das ist dann der Plot, auch gar nicht mal Japan von der exzessiven Expansion abhalten, sondern mit Hilfe des dreiköpfigen Drachens, den er steuern kann, Japan beherrschen. Okay, hier wird's seltsam. Ach Quatsch. Es wurde schon vorher schräg.

Das machen vor allem die miesen Dialoge, das fehlende Timing, die schlechten Tricks und die vielen Fehler. Mal ganz ehrlich: Wenn man in die Vergangenheit zurückreist, um die Erschaffung des Monsters Godzilla zu verhindern, dann in die Gegenwart zurückkommt und sich an alle früheren Begegnungen mit Godzilla erinnert - obwohl es ihn doch gar nicht gibt! - das ist ein biiiisschen seltsam. Ich habe jedenfalls laut What? in den Kinosaal des Metropolis gerufen, so hanebüchen war das. Und es sollte nicht mein einziger Ausruf oder meine einzige Qual bleiben.

Wie schlecht ist der Androide M11 (Robert Scott Field) bitte schön? Wenn er anfängt sich mit Supergeschwindigkeit zu bewegen, dabei aber gaaaaanz langsam die Arme und Beine bewegt. What the fuck? M11 ist eine Art Mischung aus Bishop aus Alien und dem T-1000 aus Terminator 2. Vor allem, wenn der M11 in einen Autounfall verwickelt ist, mit Explosion und so, sich dann aus den Flammen erhebt und die brennende Jacke abstreift - das erinnerte zumindest mich arg an Terminator - Judgement Day. Wobei bei mir die Frage aufkam, wieso zum Teufel M11 nicht von Anfang an einfach hinter Terasawa und Co. herlief?

Und ich sage nur 'Anti-Nuklearbakterien'. Als die erwähnt wurden, lachte das gesamte Kino. (Tatsächlich sind die wohl bereits im vorherigen Film, Godzilla, der Urgigant, erschaffen worden. Was es aber auch nicht besser macht …)

Wer trashige Unterhaltung aus einer Zeit mag, in der man noch nicht mit CGI Monster erschaffen hat, sondern durch Gummianzüge, der ist mit Godzilla - Duell der Megasaurier gut bedient. Wie wohl mit allen anderen Filmen von damals auch …

Liefe der Film nicht im Rahmen des 5. Monster machen mobil-Festivals, wo man so einen Müll auf großer Leinwand mit anderen Mitleidenden anschauen kann, ich hätte ihn nicht bis zum Ende durchgehalten. Erst in der Umgebung und Atmosphäre macht so was Spaß. Und auch nur deswegen hat der Film eine so hohe Moviejunkies-Punktezahl erhalten.

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