Filmplakat Findet Nemo
8/10

„Habt schmutzige Gedanken.“ (Findet Nemo, 2003)


Findet Nemo

Besprechung

Marlin (Albert Brooks) ist ein Clownfisch im Great Barrier Reef. Er hat seine Frau und das letzte Gelege verloren – bis auf ein Ei. Heraus kam Nemo (Alexander Gould), sein Sohn mit der einen verkümmerten Brustflosse. Marlin macht sich immerzu Sorgen um seinen Sohn, der verständlich etwas genervt von der übergroßen Fürsorge seines Vaters ist.

Eines Tages wird Nemo vor den Augen von Marlin von Tauchern eingefangen und auf einem Boot verschleppt. Für Marlin bricht eine Welt zusammen. Da stößt er zum Glück auf die Doktorfisch-Dame Dorie (Ellen DeGeneres). Die hat den Vorfall beobachtet und hat eine wichtige Info, die zum Auffinden von Nemo führen könnte. Einziger Schönheitsfehler: Dorie vergisst immer gleich alles wieder. Welche Info bitte?

Dennoch ist Dorie die einzige Hilfe, die Marlin hat, um seinen geliebten Sohn wiederzufinden. So macht sich das ungleiche Paar auf den weiten Weg nach Sydney, um Nemo zu retten. Dabei lernen sie Haie kennen und coole Surfer-Schildkröten. Doch so ein weiter Weg ist auch sehr gefährlich.

Meinung von

Bevor Pixar von Walt Disney einverleibt wurde, produzierten die Kalifornien mit Findet Nemo wohl den bis dahin am beliebtesten Film bei Kindern – bis Die Eiskönigin ins Kino kam und den kleinen Fisch verdrängte. Dennoch war der fünfte abendfüllende Film von Pixar ein riesiger Hit. Jeder liebte auf einmal Clownfische und wollte welche haben – verdammt, die sind fast ausgerottet worden deswegen – und die schräge Dorie hatte auch jeder in sein Herz geschlossen.

Wir haben hier eine schöne Geschichte um einen liebenden Vater, der alles auf sich nimmt, jede eigene Angst überwindet, den weiten Weg auf sich nimmt, nur um seinen Sohn wieder in die Flossen schließen zu können. Natürlich ist die Reise gespickt mit Gefahren. Da sind z.B. der Hai Bruce (Barry Humphries) – vermutlich eine Anspielung an den Gummi-Hai aus Der weiße Hai, der hieß nämlich im internen Gebrauch auch Bruce. Bruce ist groß, gefährlich, hat monströse Zähne. Kein Wunder, dass Marlin Angst um sein Leben hat. Dorie hingegen geht die Situation auf ihre ihr übliche, unbeschwerte Art an. Bis wir lernen, dass Bruce und seine Gang gar nicht so böse sind.

Böse ist aber auf alle Fälle Darla (LuLu Ebeling). Sie ist die Nichte des Zahnarztes, bei dem Nemo in Sydney im Aquarium landet. Sie ist verschrien als Fischquälerin. Um so wichtiger, dass Marlin und Dorie so schnell wie möglich nach Sydney kommen müssen. Wie sie dann in dieser Stadt den einen Fisch finden, das muss man selber erleben. Ich sage nur: Niels ist der Held! 😃 Übrigens eine großartige Idee, wie man Fische über eine viel befahrene Straße bekommt. Sehr gut gemacht, Mr. Stanton.

Autor und Regisseur Andrew Stanton hatte vorher schon in Das große Krabbeln den zweiten Regisseur gemacht, nun konnte er das Ruder selber in die Hand nehmen und das Schiff Findet Nemo in extrem erfolgreiche Gewässer schiffen. Das macht er mit sehr viel Liebe zu den Figuren, mit herrlichem Witz und – es wäre kein Pixar-Film, wenn nicht – mit der einen oder anderen Träne, die er dem Zuschauer abringt. Das ist schon eine herzerwärmende Geschichte.

Üblicher Wermutstropfen: die deutsche Synchronisation. Nichts gegen Anke Engelke als Dorie, die macht ihren Job gut. Aber – weil es ja sooo lustig ist – die Proll-"Komiker" Erkan (John Friedmann) und Stefan (Florian Simbeck) zu benutzen war mal wieder ein riesiger Reinfall. Wieso müssen die Deutschen so dumm sein und falsche Synchronstimmen benutzen? Das nervt ungemein.

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