Filmplakat E.T. – Der Außerirdische
8/10

„Ich bin immer bei dir.“ (E.T. – Der Außerirdische, 1982)


E.T. – Der Außerirdische

Besprechung

Eine Gruppe Außerirdischer landet in einem Wald, auf der Suche nach Pflanzenproben. Ein Alien wird von der Gruppe getrennt, das Raumschiff hebt ohne ihn ab. Gejagt von einer unbekannten Gruppe Männer flieht der Besucher in einen nahen Vorort.

Der kleine Elliott (Henry Thomas) findet das sonderbare Wesen im Gartenschuppen. Trotz der Tatsache, dass sich der Junge tierisch erschrocken hat, begibt er sich wieder auf die Suche nach dem “Kobold”.

Elliott findet den Außerirdischen und nimmt das völlig verängstigte Wesen mit zu sich nach Hause. Hier weiht er seinen großen Bruder Michael (Robert MacNaughton) und seine kleine Schwester Gertie (Drew Barrymore) in sein Geheimnis ein.

E.T., wie Elliott den Gast nennt, geht eine Art psychischer Beziehung zu dem Jungen ein. Die Beiden teilen ihre Gefühle miteinander.

Das fremde Wesen will nach Hause. Derweil sind die unheimlichen Männer dem Außerirdischen auf der Spur und kommen immer näher.

Meinung von

Wer kennt es nicht, das rasselnd-quieckige E.T. nach Hause telefonieren.? Als ich den Streifen als kleiner Junge sah, fand ich die Figur des Außerirdischen trotz seiner liebenswürdigen Art erschreckend. So viele Außerirdische hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht gesehen gehabt.

Aus heutiger Sicht ist E.T. klar ein Kinderfilm. Aber ein schön gemachter. Regisseur Steven Spielberg schafft es oft in seinen Filmen, starke Gefühle rüberzubringen, so auch in E.T. – der Außerirdische. Streng genommen passiert nicht viel: Aliens landen, Alien wird verfolgt, Alien wird von Kindern aufgenommen, die helfen ihm Kontakt aufzunehmen, böse Regierungsleute kommen, untersuchen, Alien stirbt, Alien wacht auf — Abflug.

Die Figuren sind klar gezeichnet. Das ewige Problem, dass Kinder im Film selbigen leicht kaputt machen können (weil kindliche Schauspieler meistens nur nervig sind), kommt hier nicht auf. Alle Kinder sind gut gewählt. Die kleine Gertie, alias Drew Barrymore, ist sogar im fortgeschrittenen Alter erfolgreich.

Ein typisches Thema Spielbergs wird in E.T. aufgenommen: die unterschiedliche Welt der Kinder im Kontrast zu den Erwachsenen, die alle — bis auf die Mutter Mary (Dee Wallace) — "kopflos" sind. Wenn die Behördenmenschen hinter den Aliens her sind, sieht man nie einen Kopf der Erwachsenen. Der Lehrer in der Schule besteht auch nur aus Beinen und Oberkörper. Erst als der Agent (Peter Coyote) E.T. helfen will, bekommt er einen Kopf. Bis dahin war er "das Schlüsselbund". Eine interessante Idee, die aber wohl kaum einem auffällt. Oder?

Irgendwann "damals" sah ich also den Film schon einmal, nun schaute ich ihn mir als 20-Jahre-Jubiläumsausgabe noch einmal an. Steven Spielberg nahm sich 20 Jahre nach der Erstausstrahlung seines Films das Material erneut zur Brust und überarbeitete es. Laut eigener Aussage sollen das keine gravierenden Änderungen sein, aber Dinge, die ihn schon seit langer Zeit an der Urfassung gestört haben. Da wurde z.B. mit Hilfe von Computeranimation der Gesichtsausdruck oder auch die Lippenbewegung des Aliens aufgepeppt. Plötzlich kann er — denke das konnte er vorher nicht — auf der Flucht wild durchs Dickicht springen, wie ein Känguru. Das außerirdische Raumschiff ist außerdem sehr glänzend und spiegelnd. Für meinen Geschmack zu sehr ...

Im Grunde sind die Änderungen wirklich nicht schlimm, nur hatte die DVD kein Zusatzmaterial. Ich hätte mir gerne gewünscht, dass man in einem Splitscreen die alte Version gegen die neue hätte sehen können. So sieht man sich den Film an, weiß, dass etwas neu ist — hat jedoch keine Ahnung was stattdessen "übermalt" wurde. So hatte ich öfters das Gefühl, mir wurde etwas geraubt und etwas vorgesetzt, das dem Original nicht entsprach. Eine Gegenüberstellung wäre gut gewesen. Aber das ist eine Kritik an der 20-Jahre-Jubiläums-DVD, nicht am Film selber.

Ein Klassiker der Filmgeschichte, den man einmal gesehen haben sollte.

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