Filmplakat Ein Schuss im Dunkeln
6,5/10

„Als Beamter habe ich es mir seit langem abgewöhnt, nach dem Grund einer Maßnahme zu fragen.“ (Ein Schuss im Dunkeln, 1964)


Ein Schuss im Dunkeln

Besprechung

Auf dem Anwesen des Millionärs Benjamin Ballon (George Sanders) ist ein Mord geschehen. Wie es aussieht, war das Zimmermädchen Maria Gambrelli (Elke Sommer) die Täterin. Sie hatte eine Affäre mit dem Opfer und sie wurde mit einer rauchenden Pistole in der Hand angetroffen. Inspektor Jacques Clouseau (Peter Selters) wird auf den Fall angesetzt – was ein Irrtum war. Captain Charles Dreyfus (Herbert Lom) hätte niemals den schusseligen Inspektor auf den Fall gesetzt, wenn er gewusst hätte, dass das alles im Hause des berühmten Millionärs Ballon über die Bühne gegangen ist.

Dreyfus will den Einsatz seines Inspektors verhindern, doch der arbeitet schon auf Hochtouren. Erste Erkenntnis Clouseaus ist, dass die liebliche Maria nicht die Täterin sein kann. Niemals. Auch wenn Dreyfus den Fall selber übernehmen will, muss er widerwillig Clouseau wieder ranlassen, weil “irgendjemand aus hoher Ebene” das so möchte.

Clouseau sorgt bei seinen Ermittlungen für viel Verwirrung und Chaos. Außerdem häufen sich die Leichen in seinem Umfeld.

Meinung von

Regisseur und Autor Blake Edwards schlägt zum zweiten Mal mit seinem vertrottelten Inspektor Clouseau zu. Nachdem er in Der rosarote Panther neben David Niven die zweite Geige gespielt hat, steht er in Ein Schuss im Dunkeln im Rampenlicht. Die Bühne gehört ihm. Bühne ist ein wunderbares Stichwort. Während noch bei Der rosarote Panther viele echte Schauplätze zu sehen waren, fühlt sich Ein Schuss im Dunkeln irgendwie "billig" an. Beinahe alles spielt in Kulissen; sei es das Anwesen der Ballons oder die Nudisten-Kolonie. Alles wirkt billig. Vielleicht wollte man sich aber auch nur selber daran erinnern, dass die Geschichte auf einem Bühnenstück basiert? Nee … ist einfach nur weniger Geld da gewesen.

Zudem scheint Blake den einen oder anderen Witz aus dem ersten Teil recycelt zu haben. Ich denke da an die Weltkugel. Wobei mir das Original weitaus besser gefallen hat. Auch wirken Clouseaus Stolpereien nicht mehr so lustig. Dafür sehen wir aber erstmals seinen Diener Cato (Burt Kwouk), der ständig verprügelt wird. Cato soll seinen Herrn immer und unvorbereitet angreifen, woraufhin der sich mit Karate verteidigt. Klappt nicht immer und Catos Timing dürfte auch so manches Mal besser sein. Zudem fängt der gute Inspektor in Ein Schuss im Dunkeln an, sich zu verkleiden, wenn er jemanden observieren will.

Ein Schuss im Dunkeln ist eine nette, chaotische Komödie aus einer längst vergessenen Zeit. Es gibt Wortspiele, Tölpeleien und kleine Dummheiten. Mir fehlt ein wenig der Charme des Vorgängers. Wobei das Ende ein ganz verrücktes ist. Da plätschert der Film dahin und man bekommt so seine Ahnung, wer der Täter sein könnte, dann kommt die große Verhörszene mit allen Verdächtigen aus dem Haushalt Ballons – schließlich so ein explosives Ende. Plötzlich erinnert man sich wieder an die allererste Szene, in der es irgendwie jeder mit jedem treibt.

Neben Burt Kwouk wird auch Captain Dreyfus eingeführt, der einen persönlichen Groll gegen die Inkompetenz und Schusseligkeit seines Inspektors hat. Dreyfus, Du nimmst das alles viel zu ernst. Ich vermute, man ist mit Ein Schuss im Dunkeln, der nur ein Jahr nach dem Erfolg von Der rosarote Panther in die Kinos kam, auf dessen Erfolg reiten. Dazu wurde der Film mit der blonden Elke Sommer "gewürzt" – fertig ist der Hit. Oder? Nope.

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