Filmplakat Downrange
4,5/10

„He is just taking his time ...“ (Downrange, 2017)


Downrange

Besprechung

Ein bunter Haufen von jungen Menschen. Sie teilen sich das Benzingeld. Jeder will irgendwo hin. Man ist sich sympathisch. Sara (Alexa Yeames) und Todd (Rod Hernandez) sind sogar ein Paar. Ihnen gehört der Wagen. Mitten im Nirgendwo platzt ein Reifen. Mobiltelefone haben hier draußen kaum bis gar keinen Empfang. Als die Jungs den Reifen wechseln wollen, kullert dieser davon. Todd läuft hinterher, Sara schaut, was mit Jeff (Jason Tobias) ist.

Ein Heckenschütze, irgendwo in den umgebenen Hügeln versteckt, schaltet einen nach dem anderen aus. Auf Jeff folgt Sara. Todd, Keren (Stephanie Pearson) und Jodi (Kelly Connaire) verstecken sich hinter dem gestrandeten Wagen. Eric (Anthony Kirlew) kauert hinter einem Baumstumpf. Sobald sich einer der Vier bewegt, schlagen die Kugeln ein.

Wie können die vier jungen Menschen aus dieser Situation entkommen? Der Angreifer ist unsichtbar und kennt keine Gnade. Er lässt sich Zeit für die noch Überlebenden.

Meinung von

Zweiter Film für mich bei den Fantasy Filmfest Nights im Savoy. Den Regisseur Ryûhei Kitamura kann man kennen von Versus oder The Midnight Meat Train. Ich kannte ihn nicht. Was ruhig und schon irgendwie langweilig anfängt, wird schnell zum Horror, als wir ins Innere von Jeffs Kopf gucken können. Da ging die Kugel fast durch und hat das Auge halb rausgedrückt. Lecker.

Kitamura schafft es mit diesem minimalen Set immer wieder mal Spannung aufzubauen. Downrange ist kein Hochtempo-Thriller. Es sind kurze Momente, die mitreißen. Allerdings wird es auch irgendwann langatmig.

Immerhin nutzt der Regisseur die Zeit, um einige Informationen zu den einzelnen Protagonisten zu streuen. So bleiben sie nicht nur Opfer. Wer ein Opfer ist, das ist Jodi. Alter Falter, die nervt. Gar nicht, weil sie schreien würde – das macht in dem Film kaum jemand. Vielmehr weil sie ein ums andere Mal völlig blöde handelt. Angst hin oder her, aber sie benimmt sich ganz oft ganz dumm.

Gen Ende kommen dann die wohl hohlsten Polizisten, die der Bezirk zu bieten hatte. Aua.

Während wir einige dumme Charaktere haben, könnte Stephanie Pearson die nächste Sarah Connor sein. Finde ich jedenfalls. Machte einen guten, toughen Eindruck die junge Frau.

Die unwahrscheinlichste Figur kommt durch. Und dann kommt die letzte Minute, in der alles umgedreht wird. Viele im Kinosaal haben gelacht, weil das Ende so dämlich ist. Naja. Wer abbe Köppe, Hirn an der Autoseite und aussichtslose Situationen mag, der ist mit Downrange – was übrigens "Schussrichtung" bedeutet – gut bedient. Der Streifen war keine 100%-ige Zeitverschwendung. Man hätte aber auch einfach das sonnige Wetter ausnutzen können. Die 90 Minuten fühlten sich jedenfalls länger an.

Die ersten Minuten waren übrigens für mich die schlimmsten. Der Reifen ist kaputt. Dass die einzelnen Teilnehmer der Fahrgemeinde schauen, ob sie z.B. einen Abschleppdienst rufen können – okay. Aber vor allem Sara ist so typisch … jung. Abhängig von ihrem scheiß Mobiltelefon, versucht sie alles, um einen fucking Socialmedia-Beitrag rauszuhauen. Hätte das nicht geklappt, wäre sie sicher gestorben. Na. Wenigstens ist sie gestorben. Als Nummer Zwei vom Heckenschützen niedergestreckt. Schreib da mal drüber, du Handy-Süchtige ...

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