Filmplakat Down With Love
8/10

„Ich werde jetzt nicht einmal mehr von Taxifahrern mitgenommen.“ (Down With Love, 2003)


Down With Love

Besprechung

Wir schreiben die Gegenwart. Also in diesem Fall das Jahr 1962. Ort der Handlung ist New York. Da haben wir auf der einen Seite Barbara Novak (Renée Zellweger), eine junge Blondine vom Lande, die bei dem Verlag Bannerhouse ihr Erstlingswerk “Down with Love” unterbringt. Dieses Buch ist eine Anleitung für alle unterdrückten Frauen. Frei nach dem Motto: Schmeißt Eure Macker raus, ergreift ‘n Job, esst Schokolade und habt Sex! Frauen sollen sich nicht mehr von ihren Gefühlen leiten lassen. Liebe? Ehe? Bullshit! Sex hingegen ist erlaubt …

Auf der anderen Seite: Der Schwarm aller Frauen. Der Schwarm aller Männer. Der Schwarm aller Leute. *tata* Catcher Block (Ewan McGregor), Top-Journalist des renomierten Männermagazins “Know” und absoluter Schürzenjäger. Das erste Gespräch mit Barbara zwecks Promotion des Buches nimmt er auch nicht gerade ernst. Ein kleines “Hündchen” erweckte seine Aufmerksamkeit …

Mitterweile schlägt das Buch von Barbara wie eine Bombe ein. Überall auf der Welt fangen die Frauen an, sich zu emanzipieren. Eine offene Kriegserklärung an Catcher! Doch Catcher wäre nicht der Top-Schreiberling, der er nun einmal ist, wenn er nicht schon die Idee für eine neue Story im Kopfe hätte. Sein Plan: Die olle Novak will die Liebe abschaffen? Ha! Catchers nächste Geschichte wird davon handeln, wie er die große Barbara Novak dazu gebracht hat, sich in ihn zu verlieben.

Meinung von

Schöne, leichte Komödie, die allen 30ern und darüber gefallen dürfte. Wir sind doch alle mit Doris Day- und Rock Hudson-Filmen groß geworden. Hier haben wir zwei ebenbürdige Nachfolger des Dream-Teams aus den 60ern.

Down with Love sprudelt nur so von Übertreibungen über. Das Lustige: Der Film ist im Grunde ganz im Sinne der 60er-Jahre Filme gemacht. Doch was damals ganz normal war - Protagonist ist am Boden zerstört und unglücklich, also fängt es in Strömen an zu regnen - wirkt heute nur noch lächerlich. Aber durch und durch charmant.

Das passt sogar ganz gut: Down with Love ist überaus charmant. Und bunt! *wow*

Der Geschlechterkampf, den wir von DD und RH kennen, wird von der Zellweger und McGregor wunderbar weitergeführt. Sie zoffen sich, sie lieben sich und dennoch ist die Version aus dem neuen Jahrhundert doch etwas anders als die 60er-Jahre Filme ... Obwohl, was wieder typisch 60er ist, das ist der Hüftschwung von Zellweger. Die muss nach den Dreharbeiten einen guten Orthopäden gehabt haben. Und McGregor geht dafür extrem cooool. :-)

Neben den beiden Hauptpersonen haben wir aber auch noch die Verlegerin Vikki Hiller (Sarah Paulson), die von dem Herausgeber des Know-Magazins und Catchers Freund, Peter MacMannus (Davis Hyde Pierce), angehimmelt wird. Peter ist der klassische Gegenpart zum Frauenheld. Damals von Tony Randall gespielt, tritt Pierce gekonnt in dessen neurotische Fussstapfen. Herrlich, wenn er mal wieder Vikki beeindrucken will und mit seinen Einlegesohlen durch die Lande eiert.

Kann ich ohne Probleme empfehlen. Wer nette 101 Minuten Bonbon-Kino sehen will, der sollte sich diesen Film mit dem schönen 60er-Jahre-Soundtrack anschauen. Wobei ich denke, dass man schon eine gewissen "Verbindung" zu den alten Filmen haben muss. Sonst versteht man z.B. nicht, warum der Auftritt von Tony Randall so nett ist. Allerdings ist es schade, dass dieser Film nur in einem Kino in ganz Hamburg läuft. Seltsam das.

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