Filmplakat Dirty Office Party
6/10

„Heute Abend werden keine Babies gezeugt. Nicht auf dem Firmengelände!“ (Dirty Office Party, 2016)


Dirty Office Party

Besprechung

Zenotek ist eine Firma, die sich auf Server etc. spezialisiert hat. Die Filiale in Chicago wird geführt von Clay Vanstone (T.J. Miller), der ziemlich durchgeknallte Ideen hat und scheinbar auch sehr großzügig mit dem Geld umgeht. Sein bester Kumpel ist Josh Parker (Jason Bateman), der der Leiter der Entwicklung ist. Unter Josh arbeitet Tracey Hughes (Olivia Munn). Da Weihnachten vor der Tür steht, will Clay den Mitarbeitern etwas Gutes tun. Da steht seine Schwester Carol (Jennifer Aniston) und CEO von Zenotek in der Tür. Die Zahlen stimmen nicht, also will sie die Filiale dicht machen.

Clay ist verzweifelt. Josh ringt Carol eine Frist ab. Wenn Clay die Firma Data-City unter Leitung von Walter Davis (Courtney B. Vance) an Land ziehen kann, dann bleibt die Zweigstelle Chicago verschont. Super. Wie sollen sie das hinbekommen? Das Treffen mit Walter verläuft mies. Der Mann scheint ziemlich deprimiert zu sein. Also will Clay den guten Mann aufheitern – und seine Mitarbeiter auch. In Windeseile stellt Clay eine Monster-Weihnachtsfeier auf die Beine. Walter Davis wird eingeladen, um ihm zu beweisen, was für ein toller, cooler Laden Zenotek ist.

Die Party ist anfangs noch recht lahm. Das liegt auch an der Personalerin Mary (Kate McKinnon), die immer nur Regeln aufstellt. Aber auch sonst ist das alles ziemlich schleppend. Walter ist ebenfalls nicht überzeugt. Doch eine Tüte Koks in der Schneemaschine kann Wunder wirken …

Meinung von

Ich bin ehrlich: Als ich den Trailer sah, habe ich zwar gelacht, aber im Kino habe ich den Film nicht gesehen. Ich habe einen ganz, ganz flachen Streifen erwartet. Gut, Dirty Office Party ist keine Hochkultur und man muss den Film auch nicht unbedingt gesehen haben. Als ich ihn dann doch sah, war ich jedoch angenehm überrascht. Nie hätte ich gedacht, der Film könne irgendeine sinnvolle Geschichte haben. Schaut man sich die mitwirkenden Schauspieler an, dann sieht man eine Menge Improvisationstalente. Mit Rob Corddry, der den Customer Care-Chef Jeremy spielt, aber auch mit SNL-Veteranin McKinnon sind schon mal Künstler an Bord, die dafür bekannt sind, die Niveau-Latte ganz, ganz tief zu legen.

Von einigen sehr derben – und erwarteten – Witzen abgesehen, hält sich das alles doch noch in Grenzen. Clay Vanstone ist vielleicht nicht der hellste Kopf, aber er möchte unbedingt ein guter Chef sein. Dafür opfert er auch sein eigenes Geld. Carol hingegen ist eine miese, böse Schlampe. Sie hat keine Skrupel davor, eine große Firma kurz vor Weihnachten dicht zu machen und die Mitarbeiter auf die Straße zu setzen. Und lasst sie bloß nicht Eure Kinder hüten ...

Die Party ist natürlich Hauptbestandteil der Geschichte. Aber alle Charaktere werden zunächst eingeführt, bevor es zur Feier kommt. Die benötigt auch erst noch etwas Zeit, bevor sie dann endlich aus dem Ruder läuft. Jaja, Weihnachtsfeiern sind so ein Ding. Der Alkohol fließt in Strömen, die Menschen können nicht an sich halten und schon heißt es Lanzenkämpfe mit brennenden Weihnachtsbäumen, 3D-Drucke von Genitalien und das Lamm wird auf der Toilette gepoppt. Ist auf jeder Weihnachtsparty so. Deswegen mag ich die auch nicht.

Damit wir nicht nur die Party anschauen müssen, wurden noch Nebenhandlungen eingebaut. Da ist zum einen die wichtige Geschichte mit Nate (Karan Soni), der von seinen Mitarbeitern gehänselt wird. Nate hat angegeben eine Freundin zu haben, aber niemand glaubt ihm. Als es dann heißt, jeder könne seine Beziehung mitbringen, steht Nate unter Druck. Er bestellt die Hostesse Savannah (Abbey Lee), die dann auch von ihrer durchgeknallten Zuhälterin Trina (Jillian Bell) angekarrt wird. Und dann ist da noch die überflüssige Liebesgeschichte zwischen Josh und Tracey. Die "Rettungsaktion" für Zenotek, die sich Tracey ausdenkt, wäre dann noch eine weitere kleine Nebengeschichte. Wobei die "Rettung" dann in das Reich der Mythen gehört.

Dirty Office Party ist eine nette Komödie für Nebenbei. Man landet nicht in der Hölle, wenn man den Film nicht gesehen hat, verpasst aber einige nette Lacher.

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