Filmplakat Die Unfassbaren 2
6,5/10

„Was ist das? Eine Wunder-Serviette?“ (Die Unfassbaren 2, 2016)


Die Unfassbaren 2

Besprechung

Nach ihrem großen Coup, den die vier Reiter vor gut zwei Jahren abgezogene haben und der den Versicherungsmogul Arthur Tressler (Michael Caine) um einige Millionen gebracht sowie den Magie-Spielverderber Thaddeus Bradley (Morgan Freeman) ins Gefängnis gebracht hat, sind die vier Magier untergetaucht. Dylan Rhodes (Mark Buffalo) spielt immer noch den verbissenen FBI-Agenten, auf der Suche nach den Reitern – obwohl er doch deren Anführer ist.

Atlas (Jesse Eisenberg) versucht Kontakt zum Auge aufzunehmen, der magischen Organisation, die sich im Hintergrund hält und die Reiter einst geleitet hat. Jack Wilder (Dave Franco) ist für die Öffentlichkeit offiziell tot, Merrit McKinney (Woody Harrelson) und Jack bringen sich gegenseitig ihre Fingerfertigkeiten bei. Neu im Team ist die aufgedrehte Illusionistin Lula (Lizzy Caplan).

Die Reiter bekommen einen neuen Auftrag. Sie sollen den korrupten Wunderknaben der Tech-Industrie, Owen Case (Ben Lamb), als das enttarnen, was er ist. Doch bei dem Gig geht etwas schief und die Reiter finden sich am anderen Ende der Welt wieder, wo sie mit Walter Mabry (Daniel Radcliffe) konfrontiert werden. Der Millionär tut alles dafür, dass die Welt ihn für tot hält. So kann er aus dem Hinterhalt agieren – und z.B. die vier Reiter dazu “animieren” von Case einen Chip zu stehlen, der einem Zugang zu jedem Rechner der Welt gewährt.

Meinung von

Ich mochte ja Die Unfassbaren. Der Film hatte viele Twists, schickte den Zuschauer mal in die eine, dann in die andere Richtung – ganz im Sinne eines Zaubertricks. Dylan Rhodes war ein guter Gegner, der sich an die Fersen der vier Reiter geheftet hatte. Was bringt uns der zweite Teil? Einen billigen Abklatsch? Nicht unbedingt.

Oft ist es doch so, dass der zweite Teil um Längen schwächer ist, als sein – hoffentlich – erfolgreicher Vorgänger. Die Filmemacher überhöhen alles aus dem ersten Teil ins Unermessliche und erschlagen den Zuschauer damit. Das ist zum Glück bei Die Unfassbaren 2 nicht der Fall. Hier bleibt alles in moderaten Bahnen. Der Film ist erneut ein Con-Film mit netten Effekten und Tricks. Dennoch bleibt er etwas hinter seinem Vorgänger zurück. Zum einen liegt es daran, dass Isla Fishers Figur ersetzt wurde durch Lizzy Caplan. Caplans Charakter ist wie unter Drogen, völlig aufgedreht. Sie kann nicht aufhören zu reden und bringt Unruhe ins Gefüge. Vielleicht hat mich aber auch nur gestört, dass ihre Synchronstimme einen leichten Lispler hatte.

Am meisten störte jedoch Woody Harrelson in einer Doppelrolle. Man schrieb Merritts Zwillingsbruder in die Geschichte hinein. Harrelson spielt also noch Merritts nervigen, übertriebenen Bruder Chase. Zwillingsbrüder im Film sind faule Eier, dieses hier ist noch schräg angemalt. Entweder hätte man einen völlig anderen Schauspieler nehmen sollen oder (besser: und) der Figur des Chase mehr Ernsthaftigkeit geben sollen. Dieser überdrehte Charakter ist ungemein störend.

War Dylan im ersten Teil der Gegner, der den Reitern ständig auf der Spur war und Thaddeus der große Gegner aus der Magier-Riege, so fehlt in Die Unfassbaren 2 der gute Gegenspieler. Die Figur von Daniel Radcliffe ist leider schwach. Er hat kein Charisma, ist nicht durchtrieben oder hinterhältig genug, um ein vernünftiges Gegengewicht zu den vier Reitern darstellen zu können.

Ansonsten fließt Die Unfassbaren 2 flott vor sich hin, hat wie gesagt viele Twists (MJ Thorsten meinte, es seien zu viele, das sehe ich nicht so) und einige nette Lacher. Angenehm ist, dass viele "Tricks" der vier Reiter am Ende auch noch einmal erklärt werden. Auch wenn man sich das eine oder andere schon gedacht hatte. Ein Film, den man sich ruhig anschauen kann, wenn nichts sonst läuft. Etwas heißere Unterhaltung als lauwarme.

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