Filmplakat Die Körperfresser kommen
6,5/10

„Sie haben nur Macht über uns, wenn wir schlafen.“ (Die Körperfresser kommen, 1978)


Die Körperfresser kommen

Besprechung

Matthew Bennell (Donald Sutherland) Arbeit beim Gesundheitsamt von San Francisco. Seine Bekannte und Laborassistentin Elizabeth Driscoll (Brooke Adams) findet eines Tages eine seltsame Pflanze in einem Park. Am nächsten Morgen ist ihr Freund, Dr. Geoffrey Howell (Art Hindle), abweisend, stumm und kalt. Elizabeth macht sich Sorgen, so kennt sie ihren Freund gar nicht. Sie wendet sich an Matthew. Der glaubt zunächst nicht an die Geschichte vom ausgetauschten Geoffrey.

Immer mehr Menschen benehmen sich seltsam. Matthew und Elizabeth werden Zeugen eines Verkehrsunfalls. Als Matthew sich als Zeuge melden will, scheint die Polizei kein Interesse an seiner Aussage zu haben. Das Opfer war kurz vor dem Unfall auf die beiden zugekommen und warnte vor “ihnen”.

Jack Bellicec (Jeff Goldblum), ein Freund von Matthew, und seine Frau Nancy (Veronica Cartwright), finden in ihrem Massagesalon eine seltsame Gestalt. Sie rufen Matthew an, der wiederum den befreundeten Psychoanalytiker Dr. David Kibner (Leonard Nimoy) zu Rate zieht. Der Arzt sieht Hysterie, aber ganz bestimmt keine Gefahr. Zumal der seltsame, leblose Körper, den die Bellicecs gesehen haben, verschwunden ist.

Nancy Bellicec ist dann die Erste, die die Vermutung aufstellt, dass es sich bei dem seltsamen Wesen in ihrem Salon und den sonderbaren Menschen in den Straßen San Franciscos um Außerirdische handeln muss.

Meinung von

Das erste Remake der Jack Finney-Buchverfilmung hat im Gegensatz zum Original aus den 50ern nicht mehr den B-Movie-Charme. Dafür hat die '78er-Version etwas mehr Horror und vor allem den für die 70er typischen Touch. Die Körperfresser kommen hat nicht mehr die kommunistische Bedrohung im Hinterkopf, hier geht es tatsächlich um den Horror einer außerirdischen Invasion. Mit 70er-Jahre-Touch meine ich übrigens die Kameraführung, das Licht, den Regen. Kann man schlecht den Finger drauf legen, aber das ist etwas, das in Filmen der Ära häufiger vorkommt.

Die Körperfresser kommen hat außerdem schlechte schauspielerische Leistungen zu bieten. Wobei ich mal eher sagen möchte, dass es an der Regie von Philip Kaufman lag. Wenn alle wild durcheinander reden, niemand niemandem glaubt, dann nervt das nur.

Die Musik nervt ebenfalls. Dabei ist es noch nicht einmal Musik, was wir als Stimmungsuntermalung geboten bekommen. Bei Die Körperfresser kommen hört man keine ausgefeilten Streicher oder Bläser, stattdessen schwelt ein Herzschlag oder auch Ultraschallgeräusche im Hintergrund, die alles "organischer" machen.

Der Film braucht recht lange, um in Fahrt zu kommen. Als dann das erste Mal einer der Außerirdischen im Massagesalon der Bellicecs auftaucht, mit seinem weißen Flaum am unvollendeten Körper, da kommt das erst Mal so was wie Horror auf. Die Flucht von Matthew, Elizabeth, Jack und Nancy vor den außerirdischen Doppelgängern ist dann auch richtig spannend. Wenn schließlich noch ein Hund mit menschlichem Kopf daherkommt, weiß man, dass man nicht mehr in einer politisch angehauchten Angst-Situation ist, sondern in einem Horror-Streifen.

Klar, wirkt Die Körperfresser kommen aus heutiger Sicht bei weitem nicht so perfekt gemacht, aber damals muss das schon ganz schön gruselig gewesen sein. Auch wenn die Aliens die letzten Menschen sehen und mit schrillen Schreien darauf aufmerksam machen, hat das etwas Unheimliches an sich.

Gefallen hat, dass beim Original die Hauptperson noch entkommen konnte und noch ein Quentchen Hoffnung für die Menschheit bestand, im Remake diese jedoch komplett verloren ist. Übereifrige Analysten könnten jetzt eine Parabel auf das Wettrüsten der Zeit ziehen — ich nicht. Man muss nicht alles totreden.

Gute Nacherzählung des klassischen Stoffs.

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