Filmplakat Die Klapperschlange
4,5/10

„Der Präsident ist tot. Vielleicht hat ihn jemand zum Abendessen vernascht.“ (Die Klapperschlange, 1981)


Die Klapperschlange

Besprechung

In Amerika ist die Verbrechensrate explodiert. Neun Jahre später weiß man sich nicht anders zu helfen: die gesamte Insel Manhattan wird zum größten Gefängnis der Staaten. Wer hier landet, kommt nie wieder raus.

Gerade als der Kriminelle “Snake” Plissken (Kurt Russell) eingeliefert werden soll, bekommt Police Commissioner Hauk (Lee Van Cleef) die Nachricht, dass Air Force One über Manhattan abgestürzt ist, der Präsident (Donald Pleasence) konnte mit einer Rettungskapsel dem Aufschlag entkommen.

Hauk bietet Plissken Straffreiheit an, wenn er nach Manhattan geht und den Präsidenten innerhalb von 24 Stunden rettet. Der Präsident hat ein Ortungsgerät am Handgelenk und einen Koffer mit wichtigen Unterlagen, die er rechtzeitig auf einer Friedenskonferenz vorlegen muss. Daher die Eile. Um Plissken “gefügig” zu machen, lässt ihm Hauk Mini-Sprengsätze injizieren, die in 22 Stunden deaktiviert werden können – wenn er mit dem Präsidenten zurückkommt.

Plissken reist unbemerkt in das riesige Gefängnis. Die Rettung gestaltet sich schwieriger als erwartet …

Meinung von

Alle Jungs, die in den 1980ern aufgewachsen sind, kennen Die Klapperschlange, manche sagen "legendär" oder "toll" - das basiert wohl mehr auf der Erinnerung an den Streifen. Aus heutiger Sicht ist es ein typischer 80er-Post-oder-irgendwie-Apokalypse-Streifen. Manhattan als riesiges Gefängnis sieht aus wie eine Postapokalypse-landschaft. Interessanterweise sehen die Insassen - wie man sich damals so gerne vorstellte - sehr nach Punks aus. Anarchie und Chaos? Das sind Punks.

Kurt Russell, der zwar schon recht lange im Filmgeschäft tätig war, aber wohl mit Die Klapperschlange seinen Durchbruch hatte, musste in diesem Film gar nicht viel sagen oder schauspielern. Er pisst Hauk ein wenig an und dann ist er in der Stadt, läuft mit einer Knarre in der Hand herum und sagt kaum etwas. So machte man damals Action-Filme.

Auch wenn Plissken 22 Stunden Zeit hat, spielt der Streifen doch eher nur bei Nacht. Davon abgesehen wunderte ich mich noch darüber, dass es eine Karte mit einem geheimen Minenplan einer Brücke gibt, hinter der auch der "Chef von Manhattan", der Duke (Isaac Hayes), her ist. Als es dann aber zeitlich knapp wird und man den Präsidenten schnell aus der Stadt rausbekommen muss, rasen sie auch ohne Plan mit einem Affenzahn über die Brücke. So schlimm war das dann mit den Minen wohl doch nicht.

Für damalige Zeit war der Film technisch schon weit vorne mit seinen Computeranimationen der Stadt. Das sind zwar "nur" Gitteranimationen, aber in den 1980er war das "Wow". Nicht ganz so toll war hingegen die Synthesizer-Musik von Regisseur John Carpenter. Aber das hat er auch bei Das Ding gemacht. Fand er wohl schick, mit seinem Synthesizer rumzuspielen.

Die Amerikaner fragen sich übrigens - zu Recht - wieso die Deutschen den Originaltitel Escape from New York mit Die Klapperschlange übersetzt haben. Auf ImDB heißt es dazu so schön:

Infamous for bad movie retitling, the German dub of the movie is known as "Die Klapperschlange" (The Rattlesnake). Snake has a cobra tattooed on his abdomen.

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