Filmplakat Die Killerhand
7,5/10

„Damit das klar ist: Wir waren nicht in der Hölle!“ (Die Killerhand, 1999)


Die Killerhand

Besprechung

Viel macht Anton (Devon Sawa) nicht am Tag. Eigentlich schläft er nur viel und zwischendurch kifft er sich die Rübe mit seinen Kumpels Mick (Seth Green) und Pnub (Elfen Henson) weg. In diesem Lotterzustand bekommt Anton auch nicht mit, dass in dem kleinen Städtchen, in dem er wohnt, ein Mörder umgeht. Oder, dass seine Eltern eben diesem Mörder bereits zum Opfer gefallen sind.

Als er dann seine toten Eltern endlich findet, muss er feststellen, dass er der bestialische Mörder ist. Naja, so ganz stimmt das nicht. Nur seine rechte Hand ist böse und führt ein blutiges Eigenleben. Dessen gewahr geworden, muss er seine Liebe Molly (Jessica Alba) vor sich, bzw. vor seiner Hand schützen. Für seine Buddies kommt jedenfalls jede Rettung zu spät. Die Hand hat schon zugeschlagen.

Was so richtige Kiffer sind, die sind auch so richtig faul. Aufs Himmelstor zugehen? Näää. Zu weit. Also leisten sie im untoten Zustand Anton Gesellschaft und helfen ihm – soweit das geht -, die Hand vom Töten abzuhalten.

Meinung von

Es gibt Filme, die sind so schlecht, dass sie gut sind. Die Killerhand ist so ein Streifen. Hier wird mit den üblichen Horror-Elementen bewusst gespielt und das Genre durch den Kakao gezogen. Jedoch nicht so flach und stumpfsinnig wie in den Scary Movie-Filmen. Die Killerhand ist ein eigenes Kleinod.

Da wird gemordet, Blut fließt in rauen Mengen und die Hand, ja die ist der personifizierte Teufel. Am Ende der Tötungsarie wird sie dann die große Liebe des letzten Trägers mit in die Hölle nehmen. Das wissen wir, weil - nein, nicht weil die Hand sprechen kann; nun werdet mal nicht albern - die Druiden-Priesterin Debi LeCure (Vivica A. Fox) hinter dem Miststück her ist und versucht es aufzuhalten. Was eigentlich einfach ist: töte den Wirt.

Nur hat sich der in seiner Verzweiflung von der mordlustigen Hand getrennt. Die wandelt nun auf eigenen Fingern. Schnurstracks zum Halloween-Kostümball der High School.

Man merkt schon, die Story ist völlig durchgeknallt. Unter Drogeneinfluss könnte der Film bestimmt noch besser sein. So ist er aber auch schon tierisch witzig - wenn man schrägen Humor für 17-Jährige mag. Ich kann damit gut umgehen. Also habe ich mich amüsiert.

Regisseur Rodman Flender, der sich eher im Fernsehen anstatt auf der Silberleinwand rumtummelt, hat Die Killerhand schön in grüne und rote Töne getaucht, alles wirkt ungesund, und gleichzeitig aufgepeppt durch Schwarzlicht-Effekte. Alles ziemlich 90er. Der Film selber ist gerade mal schlanke 92 Minuten lang, die aber nie langweilig werden. Die Story ist straff erzählt und temporeich.

Wir haben kein Meisterwerk des Horror-Genres vorliegen, auch kein geschmackvolles Was-weiß-ich-Drama. Nein, mit Die Killerhand schauen wir uns einen Kiffer-Horror-Teenager-Selbstironie-Film an, der - wie schon gesagt - so schlecht ist, dass er gefallen muss.

Jessica Alba sehen wir hier noch unschuldig, bevor sie mit der TV-Serie Dark Angel einem breiten Publikum bekannt wurde und ihre Karriere durchstartete.

Ein Erfolg war der Film übrigens nicht. Eine Vermutung für den Grund ist die, dass Die Killerhand zu kurz nach dem Amoklauf an der Columbine High School in die (amerikanischen) Kinos kam. Die Nation war geschockt, Die Killerhand kam aber schon zehn Tage danach in die Kinos. Das kam vermutlich nicht sonderlich gut an, zumal in dem Film an einer High School gemordet wird. Ja, von einer vom Teufel besessenen Hand … aber immerhin.

hoch