Filmplakat Die Glücksritter
8/10

„Wollen sie Elefantensülze?“ (Die Glücksritter, 1983)


Die Glücksritter

Besprechung

Louis Winthorpe III (Dan Aykroyd) kommt aus gutem Hause und hat eigentlich alles, was man sich nur wünschen kann. Er arbeitet als Geschäftsführer für die Warentermingeschäftsfirma Duke & Duke. Louis ist bei seinen beiden Bossen hoch angesehen. Doch eines Tages sind sich Randolph Duke (Ralph Bellamy) und sein Bruder Mortimer (Don Ameche) uneins, was die Frage der Sozialisation eines Menschen angeht. Randolph ist der Meinung, es komme darauf an, in welchem Umfeld ein Mensch aufwächst, Mortimer meint, es ist eine Sache der Gene, ob ein Mensch gut oder schlecht, reich oder arm ist. Die beiden machen eine Wette.

Unter anderem mit Hilfe von Louis’ Butler Coleman (Denholm Elliott) aber auch von einem gewissen Clarence Beeks (Paul Gleason) sorgen Randolph und Mortimer dafür, dass Louis fällt. Tief fällt. Knast, Armut und eine Prostituierte namens Ophelia (Jamie Lee Curtis) sind Louis’ Schicksal. Wird der einst so hoch gefeierte Mann zu sozialem Abschaum?

Auf der anderen Seite nehmen die beiden Duke-Brüder den herunter gekommenen Bettler Billy Ray Valentine (Eddie Murphy) unter ihre Fittiche, stecken ihn in edles Garn, machen Coleman zu seinem Butler und weisen ihn ein in die Kunst des Warentermingeschäfts. Kann der Mann aus der Gosse zu den oberen Zehntausend gehören, wenn man ihn in ein entsprechendes Umfeld verfrachtet, oder hat Valentine es im Blut ein Krimineller zu sein?

Das Experiment gerät ins Wanken, als Valentine von der Wette Wind bekommt und sich mit Louis verbündet.

Meinung von

Ein Klassiker der 80er-Jahre-Komödien. Die waren damals so herrlich leicht und unbeschwert. Eddie Murphy hatte sich in der Comedy-Sendung Saturday Night Live einen Namen gemacht und war auch mit Nur 48 Stunden bereits auf der Silberleinwand aufgetreten, doch sollte es der Film Die Glücksritter sein, der ihm den Kino-Durchstart ermöglichte. Der Film, der ohnehin eine absurde, verrückte Geschichte und herrlich überzeichnete Charaktere hat, gewinnt natürlich noch einmal mehr durch die Schnodderschnauze von Eddie Murphy. Um so schöner anzusehen, wie er sich seine vulgäre Aussprache mühsam verkneift, sobald er "ein Reicher" ist.

Ganz originell ist die Idee von Die Glücksritter allerdings nicht. Was passiert, wenn man einen armen Schlucker von der Straße nimmt und ihm viel Geld an die Hand gibt? Wird er korrupt oder bleibt er bescheiden? Die Glücksritter ist inspiriert von Sein größter Bluff. Allerdings hat man bei Die Glücksritter mit Dan Aykroyd noch einen Wechselpartner hinzugefügt. Und die beiden reichen Typen sind in Sein größter Bluff auch nicht solche miesen Kerle, wie in Die Glücksritter.

Sind die Dukes echte Ekelpakete, sind Louis und Billy Ray hingegen sehr sympathisch, auch wenn Louis erst einmal von seinem hohen Ross runterkommen musste. Dem tat der Fall im Grunde ganz gut, brachte er doch mehr Menschlichkeit und Wärme in ihm hervor. Jamie Lee Curtis’ Ophelia hat da nicht wenig Einfluss drauf. Die Tochter von Tony Curtis und Janet Leigh war bereits im Kino zu sehen, allerdings eher als Scream-Queen in Horrorstreifen. Mit Die Glücksritter sollte sie ihren Einstand als Comedy-Schauspielerin haben.

Die Glücksritter hat auch nach 30 Jahren immer noch Tempo und Witz, so dass man ihn sich immer mal wieder gerne anschauen kann, um sich leicht unterhalten zu lassen. Eine Generation von Kinogängern kennt dank Die Glücksritter Schweinebäuche und gefriergetrockneten Orangensaft.

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