Filmplakat Die Eiskönigin
7,5/10

„Manche Menschen sind es wert, dass man für sie schmilzt.“ (Die Eiskönigin, 2013)


Die Eiskönigin

Besprechung

Hoch im Norden liegt das Königreich Arendelle. Das Königspaar hat zwei Töchter, die untrennbar sind. Die ältere Schwester, Elsa, ist mit magischen Kräften geboren worden. Sie kann Eis und Schnee machen. Als beim Spielen die kleine Anna verletzt wird, bekommt es nicht nur Elsa mit der Angst zu tun, sondern auch ihre Eltern. Elsa zieht sich komplett von Anna zurück – was die nicht versteht. Trolle haben sie von der Verletzung geheilt und ihr auch die Erinnerungen an die Kräfte ihrer älteren Schwester genommen.

Nach dem Tod der Eltern wird Elsa (Idina Menzel) gekrönt. Ein Fest, für das sogar die Schlosstore geöffnet werden und Vertreter aus benachbarten Ländern anreisen. Elsa und Anna (Kristen Bell) sehen sich seit langer Zeit mal wieder, obwohl sie doch unter dem selben Dach leben.

Als Anna ihre Schwester wegen der Abgeschiedenheit konfrontiert, gerät Elsa in Rage und ihre Kräfte zeigen sich in aller Öffentlichkeit. Alle – auch Elsa selber – halten die junge Königin für ein Monster. Elsa flieht in die Berge, doch ihre kleine Schwester will sie nicht aufgeben, also folgt Anna Elsa. Der Weg dahin ist weit und gefährlich. Elsas Angst hat das ganze Land in einen ewigen Winter gestürzt. Zum Glück bekommt Anna Hilfe von Kristoff (Jonathan Groff), dessen Rentier Sven und dem Schneemann Olaf (Josh Gad).

Meinung von

Disney wollte schon lange das Märchen der Eiskönigin umgesetzt haben. Was dabei herauskam hat unterm Strich dann doch nicht so viel mit der Vorlage von Hans Christian Andersen zu tun. Die böse Eiskönigin wurde sogar – im Entstehungsprozess des Films – noch einmal umgeschrieben und so bekam Elsa einen guten Charakter. Elsa ist verängstigt. Sie befürchtet, ihre Kräfte nicht kontrollieren zu können und Andere zu verletzen. Allerdings ist diese Angst auch der Motor für die Unberechenbarkeit ihrer Eis-Kräfte. Dass sich Elsa zurückzieht und Anna die kalte Schulter zeigt, hat nur etwas damit zu tun, dass Elsa ihre jüngere Schwester schützen will.

Als Elsas Kräfte für alle sichtbar werden, bekommt sie noch mehr Angst. So viel Angst, dass ihre Kräfte ganz Arendelle in einen ewigen Winter versetzen – ohne ihr Mitwissen. Die Bewohner des Königreichs haben alles Recht, vor Elsa Angst zu haben, sie sogar zu hassen, doch Anna hält zu ihrer großen Schwester. Sie liebt Elsa – egal was sie getan hat. Anna ist voller Hoffnung und Liebe, was im Endeffekt auch die Rettung für Elsa und Arendelle ist.

Da die Eiskönigin nicht die Bösewichten ist, man aber immer einen braucht, hat sich Disney einen unerwarteten Schurken ausgedacht, der sich lange Zeit in hellem Lichte darstellt und erst im entscheidenden Moment als böse und hinterhältig entpuppt. Ungewöhnlich, aber wirksam. Neben der herzensguten Anna haben wir noch den Eishändler Kristoff und natürlich Olaf. Olaf ist der Liebling schlechthin: ein sprechender, tapsiger Schneemann, der nichts lieber mag als heiße Umarmungen und der sich nach einem Leben in praller Sonne sehnt. Er ist der komische Aspekt in Die Eiskönigin – und er macht seinen Job gut.

Die Eiskönigin hat bei jungen Mädchen einen bestimmten Nerv getroffen. Das Merchandising ging ging ab wie Lutzi und hält sich auch Jahre nach dem ersten Kinolauf noch hartnäckig. Der Song Let it go, gesungen von Idina Menzel, hat maßgeblich zum Erfolg des Streifens beigetragen. Das muss man Disney lassen, sie wissen, wie man einen Film musikalisch untermalt. Der Fairness halber sei erwähnt, dass auch Kristen Bell einen guten Job macht, nur ist "Let it go" der Hit schlechthin geworden.

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