Filmplakat Die drei Zeitalter
7/10

„Ein leidendes Herz sehnt sich immer danach, die Zukunft zu kennen.“ (Die drei Zeitalter, 1923)


Die drei Zeitalter

Besprechung

Liebe ist so alt wie die Menschheit. Naja, vielleicht nicht ganz so alt. Aber alt ist sie. Das zeigt uns Stummfilm-Komiker Buster Keaton in diesem Episodenfilm. Wir sehen ihn als Verehrer einer schönen jungen Frau (Margaret Leahy) sowohl in der Steinzeit, zur Römerzeit und in der Neuzeit.

Immer ist es das selbe Spiel der Liebe: Junge verliebt sich in Mädchen, die Eltern des Mädchens haben aber genaue Vorstellungen, wen ihre Tochter heiraten soll. Das ist weder der dünne Steinzeitmensch, noch der schusselige Römer oder gar der verarmte Neuzeit-Mensch. Zu jeder Zeit, in jeder Epoche ist es der bullige, laute Mann (Wallace Beery), der neben dem guten Buster um die Hand der Frau buhlt und der die besseren Chancen hat, von den Eltern die Zustimmung zu erhalten. Doch stets findet der junge Mann einen Weg, den Widersacher aus dem Weg zu räumen und das Herz seiner Liebsten zu erobern.

Meinung von

Gerade einmal eine Stunde lang ist dieser kleine Stummfilm. Buster Keaton war zwar schon bekannt, aber eher als Nebenfigur neben Roscoe Arbuckle, mit seinem ersten abendfüllendem Film Die drei Zeitalter startete er solo durch. Das Thema ist universell: die Liebe und wie man diese finden kann, welche Schwierigkeiten Mann durchlaufen muss, um an seine Liebe zu gelangen. Bei einer Stunde Laufzeit bleiben jeweils etwa 20 Minuten, um die Geschichte pro Zeitalter zu erzählen. Zum Glück werden die einzelnen Zeitalter nicht einfach nur abgespult. In mehreren Akten wird die Geschichte jeweils erzählt. Zuerst sehen wir etwa sechs Minuten in der Steinzeit, dann wechselt der Film für ebenfalls etwa sechs Minuten in die Römerzeit, um schließlich in die Neuzeit zu wechseln. Dann beginnt die Zeitreise aufs Neu, die Geschichten werden jeweils weiter erzählt.

Neben dem traurigen, ins Emotionslose übergehende Gesichtsausdruck Keatons findet sich natürlich der eine oder andere Stunt – alle von Keaton selber ausgeführt. Er soll mal gesagt haben, wenn man einen Stunt nicht selber machen kann, soll man es sein lassen, immerhin wirkt er dann auch nicht mehr authentisch.

Slapstick auf der einen Seite, feiner Bildwitz auf der anderen: die Steinzeitmenschen haben alle Fellpuschen an, es gibt eine Wahrsagerin und Keaton reitet zu Beginn der Episode auf einem Dinosaurier. Nicht ganz wissenschaftlich korrekt … Ebenso nicht richtig ist in der Steinzeit z.B. das Nummernschild an Busters Kutsche. Oder der weise Mann, der nicht nur die Zukunft voraussagen kann, sondern auch noch das Wetter. Mehr schlecht als recht. Erst in der Neuzeit gibt es nicht mehr solche Anachronismen, dafür aber feinen Witz. Die schönste Szene ist wohl die, wenn er gegen Beery Football spielen soll, den Ball in der Hand hat, die gegnerische Mannschaft auf sich zustürmen sieht und entsprechend handelt. Oder die unfreiwillige Betrunkenheit im Restaurant.

Die drei Zeitalter ist harmloser, unschuldiger Spaß, der auch nach über 90 Jahren noch wirkt. Ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert.

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