Filmplakat Die Abenteuer des Robin Hood
7,5/10

„Sachsen die am Galgen baumeln, beklagen sich nicht mehr.“ (Die Abenteuer des Robin Hood, 1938)


Die Abenteuer des Robin Hood

Besprechung

König Richard (Ian Hunter) zog 1190 in die Kreuzzüge. Auf dem Weg zurück in die Heimat wird er in Österreich gefangen genommen. Sein sinistrer Bruder John (Claude Rains) nutzt die Gunst der Stunde und erhöht erst einmal kräftig die Steuern. Er lässt das britische Volk bluten. Vor allem die Sachsen müssen dran glauben, die Normannen kommen etwas besser davon.

In dieser Zeit der Ungerechtigkeit trotzt der adlige Sir Robin von Locksley (Errol Flynn) dem bösen Königsbruder und seiner rechten Hand Sir Guy von Gisbourne (Basil Rathbone). Gisbourne ist kein Stück angetan von dem frechen Aufrührer, der das Volk hinter sich zu haben scheint. Sir John ist zunächst von der Kühnheit von Robin begeistert, doch das schlägt schnell in Verachtung um. Robin und jeder, der ihm zur Seite steht, wird als vogelfrei erklärt. Robin und seine Leute verschanzen sich im Wald von Sherwood.

Der Sheriff von Nottingham (Melville Cooper) kommt auf die Idee, Robin Hood aus seinem Versteckt zu locken, indem man ein Bogenschützen-Wettbewerb ausrichtet und damit an die Eitelkeit des besten Bogenschützend des Landes appelliert. Die Rechnung geht auf, Robin erscheint …

Meinung von

Sechzehn Jahre nach der Stummverfilmung des Stoffes – damals mit Douglas Fairbanks in der Hauptrolle – kam 1938 die berühmteste Umsetzung des "Rächer der Enterbten"-Stoffes in die Kinos. Lebemann Errol Flynn tauschte die Planken seiner Piratenschiffe, auf denen er bis dahin vor der Kamera gedient hatte, gegen die Bäume des Sherwood Forests ein. Der typische Schwung am Seil darf natürlich auch nicht in Robin Hood fehlen. Wenn Sir Guy von Gisbourne mit dem Sheriff und der holden Maid Marian (Olivia de Havilland) von Robin Hoods fröhlichen Gefährten überfallen wird, schwingt sich Errol Flynn von einem Baum auf einen Stein, die Liane geschickt davonschwingen lassend. Musste sein.

Die Abenteuer des Robin Hood ist die klassische Umsetzung des Balladenstoffes um den Räuber, der den Reichen nahm und den Armen gab. Wie es für die Zeit üblich war, sind die Kostüme sehr farbenfroh, die Männer laufen in Strumpfhosen herum und Errol Flynn ist ständig gut gelaunt. Beinahe jeder seiner Handlungen ist von einem Ha Ha Ha! begleitet. Das wirkt heutzutage extrem verwirrend, macht aber in seiner Naivität auch Spaß.

Große Spannung darf man nicht erwarten, die Witze sind harmlos, aber wir sehen alle bekannten Elemente der Saga im Film. Da ist der Kampf über dem Bach zwischen Robin und Little John (Alan Hale), der dickbäuchige Bruder Tuck (Eugene Palette) sowie der oben angesprochene Bogenschützen-Wettbewerb und die Liebesgeschichte zwischen Robin und der Marian darf auch nicht fehlen. Gut, die beiden Turteltäubchen sind etwas schnell der Liebe verfallen, aber ist schon in Ordnung. Das war eben damals so.

Die Abenteuer des Robin Hood ist angestaubt, aber dennoch immer noch gute Sonntagnachmittag-Unterhaltung.

Der Film wurde (ursprünglich?) unter dem Namen Robin Hood - König der Vagabunden veröffentlicht. Also wieder einer dieser Filme, die im Laufe der Zeit im Deutschen umbenannt wurde.

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