Filmplakat Der Partyschreck
7/10

„Sprechen sie Hindustani?“ (Der Partyschreck, 1968)


Der Partyschreck

Besprechung

Hrundi V. Bakshi (Peter Sellers) ist ein indischer Schauspieler, der extra nach Hollywood eingeflogen wurde. Doch er ist ein so schlechter Schauspieler, dass er eine große Produktion voll versemmelt und der Filmfirma viel, viel Geld kostet. Durch einen dummen Zufall wird der freundliche Inder zu einer Party bei Filmstudio-Boss Fred Clutterbuck (J. Edward McKinley) eingeladen. Der denkt, seine Frau Alice (Fay McKenzie) hat Bakshi eingeladen und umgekehrt.

Ebenfalls auf der Party anwesend , ist der Produzent und Weiberheld C. S. Divot (Gavin MacLeod), der schon sein nächstes Opfer dabei hat. An seiner Seite befindet sich die französische Schauspielerin Michele Monet (Claudine Longet), die Divot ins Bett bekommen will. Die hat aber Augen für den schüchternen Bakshi.

Der indische Schauspieler macht sich zum einen Freunde auf der Party. So lernt er zum Beispiel sein großes Western-Idol ‚Wyoming Bill‘ Kelso (Denny Miller) kennen. Bakshi schafft aber auch viel Chaos durch Kleinigkeiten, die die Party zu einem Fiasko werden lassen.

Meinung von

Ein ungewöhnlicher Film! Das fängt schon da an, dass Der Partyschreck ein extrem kurzes Skript hat: etwa 63 Seiten, die nur grob umreißen, worum es in dem Film gehen soll. Eigentlich war der Streifen als eine Hommage an den Stummfilm gedacht. Allerdings hat Peter Sellers schnell begriffen, dass er reden muss. Also wurde etwas anderes aus dem Stoff.

Der Großteil dessen, was wir sehen, ist improvisiert. Dabei kommt die Genialität von Peter Sellers voll zum Tragen. Sein Hrundi V. Bakshi will unauffällig sein und freundlich. Dabei verbockt er es kräftig. Beinahe alles, was er macht – von der ersten Minute an – geht schief. Dabei verliert er nie seine freundliche Art.

Man muss den Film gesehen haben, um den Irrsinn zu verstehen. Den kann man kaum beschreiben. Sellers ringt seinem Charakter so wahnsinnig viele komische Momente ab. Sein Schuh, der im Wasser davon schwimmt und sich dann auf den Horsd'œuvre wiederfindet. Seine Art den Papagei zu füttern. Seine Faszination mit der Haustechnik. Das muss man gesehen haben. Dabei verliert er wenig Worte. Im Grunde geht das teilweise in Richtung Stummfilm.

Neben Sellers brilliert natürlich auch der Kellner Levinson (Steve Franken), der in Ermangelung von Abnehmern der rumgereichten Alkoholika diese eben selbst trinkt. So schwankt und wankt der gute Mann durchs Bild und stolpert von einer komischen Situation in die nächste. Ganz herrlich ist dabei sein direkter Gang durch den heimischen Wassergraben und natürlich die Auseinandersetzung mit dem Chefkellner Harry (James Lanphier), der Levinson hasst.

Ich denke, Steve Franken wird nicht Dinner for One gesehen haben, aber vieles von dem, was er da zeigt, erinnert an den immer betrunkener werdenden Butler James (Freddie Frinton).

Man muss ruhige Filme mögen, die diese besondere Peter Sellers-Slapstick-Note haben. Fünf Jahre zuvor hatten Sellers und Regisseur Blake Edwards bereits in Der rosarote Panther zusammen gearbeitet. Hier etablierte Sellers seinen schusseligen Stil das erste Mal. Sellers und Blake machten insgesamt fünf Panther-Filme zusammen.

Wenn man herzlichen Lachen möchte, schaut man sich Der Partyschreck an. So gerne ich den Film auch mag, gen Ende wird er etwas zu wild. Wenn die Tochter des Hauses mit ihren Freunden und dem Elefanten antanzt, läuft der Film aus dem Ruder. Was sehr schade ist. Er hätte ein besseres Ende verdient. Aber da irgendwie alles improvisiert war, lief der Film eben so aus.

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