Filmplakat Der Nebel
0,5/10

„Stelle ich deren Männlichkeit in Frage, oder was?“ (Der Nebel, 2007)


Der Nebel

Besprechung

Nach einem schweren Gewittersturm kommt vom nahen Gebirge ein seltsamer Nebel herunter. Ob das etwas mit dem Militärprojekt “Arrowhead” zu tun hat? Na, egal. David Dayton (Thomas Jane) und sein Sohn Billy (Nathan Gamble) machen sich zusammen mit Nachbar Norton (Andre Braugher) auf in den örtlichen Supermarkt. Plötzlichen gehen die Sirenen los, der Nebel wabert in die Kleinstadt. Ein Mann kommt blutverschmiert und völlig verstört in den Supermarkt gerannt. Da wäre etwas im Nebel, so der Mann. — Schon ist der Supermarkt von einer undurchdringlichen Suppe eingeschlossen.

Eine Hilfskraft muss als erstes dran glauben. Im Lager greifen Tentakel mit Zähnen dran durch einen offenen Rolladen und schnappen sich den Jungen. David und einige andere haben das Blutbad mit ansehen müssen.

Im Laden glaubt ihnen zunächst niemand. Der Wochenendbesucher Norton fühlt sich sogar als Großstädter direkt angegriffen und vermutet einen Scherz auf seine Kosten. Doch schnell wird klar, da ist wirklich etwas im Nebel. Grausame Gestalten, die versuchen in den Supermarkt einzudringen. Aber auch in den eigenen Reihen droht Unheil. Da haben wir die völlig durchgeknallte, überreligiöse Mrs. Carmody (Marcia Gay Harden), die mit ihren Apokalypse-Szenerien nicht gerade für eine ruhige Stimmung sorgt.

David versucht mit Sohn und einer Hand voll Leute zu fliehen, bevor die Monster wieder angreifen — oder Mrs. Carmody eine Hexenverfolgung startet.

Meinung von

Das arme, arme Zelluloid, das für diesen Film draufgehen musste. Was hätte man damit alles wunderbares anstellen können? Aber nein, sie mussten eine Geschichte von Steven King auf das bemitleidenswerte Zelluloid bannen. Armes Ding.

Der Nebel ist so unglaublich schlecht, das glaubt man gar nicht. Die Dialoge sind schlecht, also so wirklich übel. Erschwerend kommt hinzu, dass sie laienhaft und hölzern vorgetragen werden. Das tut richtig weh. Dramatik sieht übrigens — in meinen Augen — anders aus. Da wird ein Typ von einem Monster verschleppt, Blut überall — und niemand will es glauben. Aber so schlecht dargestellt!

Die Riesenblutsauger-Moskitos kommen angeflogen, der Hauptdarsteller ruft "Licht aus! Licht aus!" und irgend so ein Dorfdepp läuft herum und macht alle Lichter an. Um ihn herum Panik, Schreie — aber er macht's Licht an.

Ja, ein Hauptaugenmerk liegt auf der klaustrophobischen Situation und wie die Menschen darauf reagieren. Da kann sich durchaus ein religiöser Spinner zu Wort melden. Die von Marcia Gay Harden gespielte Mrs. Carmody ist aber so was von %@#$§, die hätte jeder Normalsterbliche schon nach der ersten Minute ihres Gesülzes erschossen. Nicht erst so spät.

Man kann den Film "psychologisch" betrachten. Allerdings kommt man gar nicht dazu, weil man paralysiert vor dem Streifen hockt und sich nur fragt "Warum? Was mache ich hier bloß?".

Der Nebel bleibt auf zwei Arten negativ im Gedächtnis. Zum einen die schlechten Dialoge und die miesen schauspielerischen Leistungen. Aber auch wegen des Schlusses. Okay, da weiß ich nicht, ob der eventuell auch so im Buch war. Das ist eines der miesesten, weil deprimierendsten Filmenden, das ich je sah. Wenn der Abspann kommt, möchte man sich auch erschießen.

Fazit: Um Gottes Willen, macht irgendwas anderes. Von mir aus bügelt Euer Altpapier, aber schaut Euch bloß nicht diesen Streifen an. Reine Zeitverschwendung. Einzig die Monster sind nett. Mehr aber jedoch nicht. Und retten können sie den Film auch nicht.

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