Filmplakat Der Marsianer – Rettet Mark Watney
8,5/10

„Wohin ich auch gehe - ich bin der Erste.“ (Der Marsianer – Rettet Mark Watney, 2015)


Der Marsianer – Rettet Mark Watney

Besprechung

Ein schwerer Sturm veranlasst die sechs-köpfige Besatzung der Mars-Mission Ares III ihren Einsatz frühzeitig abzubrechen. Bei dem Versuch zum Trägermodul zu kommen, das die Crew zur Hermes bringen soll, die um den roten Planeten kreist, wird der Biologe Mark Watney (Matt Damon) scheinbar im Sturm getötet. Die kommandierende Melissa Lewis (Jessica Chastain) bricht ihren Versuch ab, Mark zu finden. Fünf Astronauten machen sich auf den Weg zur Erde.

Doch Mark hat überlebt. Nun muss er sich alleine in der Wohn- und Forschungskuppel einrichten. Es gilt Essen und Trinken zu finden. Was auf dem Mars verdammt schwer ist. Er schafft es dennoch irgendwie. Doch die Zeit rennt davon. Ewig kann er es nicht aushalten auf dem verlassenen Planeten.

Die NASA entdeckt zum Glück, dass Watney noch lebt. Der Direktor der Mars-Mission, Vincent Kapoor (Chiwetel Ejiofor), findet sogar einen Weg um mit Watney zu kommunizieren. Die Welt hält den Atem an. NASA-Chef Teddy Sanders (Jeff Daniels) plant schon eine Rückholmission, die jedoch sehr, sehr knapp werden wird. Der kühle Stratege legt sich nebenbei noch mit dem Flugdirektor Mitch Henderson (Sean Bean) an, der der Ares-Mannschaft die positive Nachricht mitteilen will – doch Sanders verbietet ihm das. Auch die Ares-Crew muss sich auf ihre Aufgaben konzentrieren, die Mitteilung, dass sie einen der Ihren zurückgelassen haben, dürfte da nicht gut ankommen.

Meinung von

Okay, das war doch mal wieder ein gute Ridley Scott-Film. Sein Exodus: Götter und Könige war ja ein mächtiger Reinfall. Da dachte ich schon, jetzt sei es vorbei mit Scott. Sein Prometheus war auch nicht so prall. Aber vielleicht liegt es einfach an der Vorlage. Der Marsianer-Autor Andy Weir hat einen spannenden Roman hingelegt, der sich vor allem auf das Problemelösen bezieht. Er stellt Watney immer wieder vor neue Probleme und lässt ihn diese lösen. Ich mochte das Buch. Es hat einen angenehmen Humor, kann Spannung aufbauen. Einzig die vielen Berechnungen sind im Buch arg langweilig und man möchte vorspulen.

Zum Glück hat Drehbuchschreiber Drew Goddard (diverse Buffy und Angel-Folgen, aber auch The Cabin in the Woods oder World War Z) diese trockenen Passagen rausgelassen. Davon abgesehen hat sich Goddard aber recht dicht an die Vorlage gehalten. Das war wohl allen auch wichtig. Einige Dinge werden weggelassen, andere verkürzt, ein paar Rückschläge muss Watney im Film weniger erleiden und die Rettungsaktion hatte ich auch etwas anders in Erinnerung.

Egal. Wie das Buch hat Der Marsianer auch einen angenehmen, trockenen Humor. Der Film plätschert dahin, ohne große Längen. Es wird immer wieder zwischen dem Kampf Watneys auf dem Mars und den Kämpfen in der NASA-Zentrale gewechselt. Zwischendurch dann auch noch etwas Hermes-Raumstation-Geplänkel. Also alles ein gesunder Mix.

Gerne hätte ich Der Marsianer im Kino gesehen. Die weiten Landschaftsaufnahmen sind ein Grund, den Film auf der großen Leinwand zu sehen. Aber leider gab es den nur in effing 3D. :-( So blieb mir nichts anders übrig, den Streifen im heimischen Puschenkino zu sehen. Was schade ist. Wie gesagt – die Landschaften wären ein Kinobesuch wert.

Damon ist als ewiger Lausebube bestens besetzt für die Rolle des Mark Watney.

Vielleicht sollte man das Buch vorher lesen. Es ist spannender. Im Film wird z.B. die Dringlichkeit der Nahrungsbeschaffung genauer beschrieben. Watney rechnet dem Leser vor, wie viel Kalorien er bräuchte und wie viel er tatsächlich bekommt. Im Film geht as verloren. Am Ende, kurz vor seiner Rettung, sehen wir dann Damon aus der Dusche kommen, abgemagert. Wie er dahin gekommen ist, fehlt. Das sind alles keine schlimmen Dinge, der Film funktioniert auch so – mit dem Hintergrundwissen macht die Geschichte nur mehr Spaß, weil sie spannender ist.

Ich mochte die Umsetzung jedenfalls. Der Film hat eine positive Grundeinstellung. Und das, obwohl es doch ein SciFi-Drama ist.

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