Filmplakat Der Manchurian Kandidat
4/10

„Das ist keine Wahl - das ist ein Staatsstreich!“ (Der Manchurian Kandidat, 2004)


Der Manchurian Kandidat

Besprechung

Der gute alte Golf-Krieg (I) — da wurden noch Männer gemacht. Captain Ben Marco (Denzel Washington) führt seine Truppe durch feindliches Gebiet, als er mit seinen Mannen in einen Hinterhalt gerät. Marco wird ausgeknockt und der Soldat Raymond Shaw (Liev Schreiber) rettet alle – bis auf zwei. Ein Held ist geboren. Und so sehen wir auch Raymond im Jahre 2004 als Vizepräsident der USA kandidieren. Immer an seiner Seite ist seine Mutter Eleonor (Meryl Streep) zu sehen, die ihn bis dahin gebracht hat, wo er jetzt ist.

Ben Marco — immer noch bei der Army — tourt gerade durch die Lande und erzählt zum x-ten Mal die Heldengeschichte von Raymond Shaw, als ein ehemaliges Mitglied aus seiner Truppe an ihn herantritt. Ob Marco auch immer diese Albträume habe, will der komische Mann wissen. Kurze Zeit danach ist der Ex-Soldat tot. Marco, der tatsächlich Albträume hat, forscht nach und kommt einem grausamen Geheimnis auf die Spur: Die Heldentaten und die Rettungsaktion des Raymond Shaw haben sich nicht wirklich so abgespielt, wie es ihm seine Erinnerungen bisher immer vorgegaukelt haben. Marco wird zum Gejagten.

Meinung von

Wir wissen, dass es sich bei dem Film um ein Remake handelt. Das Original mit Frank Sinatra habe ich nie gesehen. Sowohl das Original als auch das Remake haben (mehr oder weniger) aktuelle politische Hintergründe, auf die die Geschichte aufbaut. Damals waren es die Russen, heute ist es ein multinationaler Konzern, der eine Bedrohung darstellt. Der Grundgedanke vom Manchurian Kandidat ist somit auch gar nicht einmal schlecht. Für Verschwörungstheorien – zumal politische und/oder kommerziellen – haben wir doch alle etwas übrig.

So musste ich auch während des Films oft an die Machenschaften denken, die Mr. Moore in Fahrenheit 9/11 anspricht. Und gerade da ist der Knackpunkt: Ich hatte Zeit nachzudenken. Das bedeutet, dass Der Manchurian Kandidat zu langweilig und vor allem langatmig umgesetzt wurde! Schade.

Denzel Washington bleibt unter seinen potenziellen Qualitäten, Liev Schreiber passt zwar sehr gut in die Rolle des "Everybody Darlings" — aber irgendwie wirkt er doch etwas blass. Man hätte den Streifen einfach mehr straffen, mehr Tempo reinbringen müssen. 129 Minuten sind definitiv zu lang für den Stoff. Da helfen auch die drei oder vier Ekelmomente nicht, um einen echten Moviejunkie wachzurütteln. Und ich bin noch gnädig! Ihr hättet mal Anja und Moviejunkie Thorsten nach dem Film hören sollen ... *weia*

Fazit: Muss man nicht gesehen haben.

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