Filmplakat Der Ja-Sager
8/10

„Ich wollte mich dazwischen stellen, ich war aber nicht rechtzeitig da.“ (Der Ja-Sager, 2008)


Der Ja-Sager

Besprechung

Carl Allen (Jim Carrey) ist ein Griesgram und Lebensverweigerer. Der Banker sagt nur Nein, zieht sich zurück, irgendwann haben auch seine Kumpels Peter (Bradley Cooper) und Rooney (Danny Masterson) die Nase voll von ihm. Da trifft er seinen alten Freund Nick (John Michael Higgins), der extrem aufgedreht und lebensfroh ist. Nick lädt Carl ein auf ein Treffen von Ja-Guru Terrence Bundley (Terence Stamp) zu kommen.

Ziemlich widerwillig geht Carl auf das Seminar und wird auch prompt ausgesucht, vor versammelter Mannschaft dem Guru Rede und Antwort zu stehen. Die Antwort lautet Nein. Das lässt Terence nicht zu und ringt Carl ein Versprechen sich selbst gegenüber ab. Er muss jede Frage mit Ja beantworten. Immerhin führt ein Ja immer zu etwas Gutem! — Erste Prüfung: Carl kutschiert einen Obdachlosen irgendwo in die Berge, gibt ihm all sein Geld und den Akku des Mobiltelefons durfte der Fremde auch leer telefonieren. Da steht Carl am Allerwertesten der Welt, hat kein Benzin mehr und Hilfe kann er auch nicht rufen.

Aber: Ein Ja führt immer zu etwas Gutem! So lernt Carl die völlig freie Allison (Zooey Deschanel) kennen. Ihr Weg kreuzt sich später wieder und es entsteht mehr als nur Freundschaft. Allerdings bleibt die Frage offen, ob wirklich jede Frage mit einem Ja beantwortet werden muss? Und was, wenn Andere das ausnutzen? Ist ein Ja, das von einem Guru abgerungen wurde, ein ehrliches Ja? Und sollte man nicht ehrlich sein in einer Beziehung?

Meinung von

Der Ja-Sager ist eine nette, kleine Komödie mit der Gummifresse Carrey. Zum Glück hat er seine Grimassen mittlerweile weitgehend eingemottet. So bleibt mehr für Situations- und Wortkomik. Damit kann Der Ja-Sager aufwarten.

Es ist nicht die Top-Komödie, nichts was Filmgeschichte schreiben wird, aber für einen verregneten Tag ein angenehmer Zeitvertreib.

Deschanel scheint wohl auf einen ganz bestimmten Typ Frau festgelegt worden sein. Der freie, offene, lebensbejahende, leicht verrückte Charakter dürfte ihre Stärke sein. Sie schaut immer etwas verschlafen unschuldig drein und kann durch ihre unkonventionelle Lebensweise die Männer aus ihren Trott holen. Eine ähnliche Rolle spielt sie auch in (500) Days of Summer. In Der Ja-Sager ist sie allerdings noch losgelöster. Nett anzuschauen, aber die Gefahr besteht, dass sie nur noch für solche Rollen gebucht wird, hatte doch auch ihre Rolle in Per Anhalter durch die Galaxis schon solche Züge.

Der Ja-Sager hat jedenfalls eine schöne Grundidee und einige echte Schenkelklopfer auf Lager, so dass man ihn für rund 100 Minuten harmlose Unterhaltung anschauen kann. Angucken, amüsieren und dann verblasst er auch schon wieder. Obwohl solche Szenen wie mit dem Selbstmörder oder der alten Nachbarin schon etwas länger haften bleiben.

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