Filmplakat Das Schweigen der Lämmer
8/10

„Man wird noch sagen wir seien verliebt.“ (Das Schweigen der Lämmer, 1991)


Das Schweigen der Lämmer

Besprechung

Die junge FBI-Absolventin Clarice Starling (Jodie Foster) soll bei der Aufklärung einer Mordserie helfen. Ihr Mentor Jack Crawford (Scott Glenn) ist hinter dem Mörder Buffalo Bill her, wie er von der Presse genannt wird. Der Killer bringt junge Frauen um, schneidet Teile ihrer Haut heraus und schmeißt die Leichen in verschiedene Flüsse. Crawford gibt Starling den Auftrag den Serienmörder und Kannibalen Dr. Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) zu befragen, um Informationen zu Buffalo Bill zu erhalten.

Lecter durchschaut das Spiel von Crawford schnell, doch Starling ist selber zunächst unwissend. Lecter könnte die Identität von Buffalo Bill kennen, er könnte gar ein Patient des Psychologen Lecter gewesen sein. Lecter findet Gefallen an Starling und hilft ihr mit kleinen Informationshäppchen. Die gefährliche Jagd auf den Mörder beginnt. Lecter, nicht dumm, gibt Informationen nur gegen Gegenleistungen feil. Er möchte aus der Anstalt von Dr. Frederick Chilton (Anthony Heald) verlegt werden. Ein gefährlicher Wunsch.

Die Zeit drängt, Buffalo Bill hat wieder eine junge Frau entführt. Diesmal ist es die junge Catherine Martin (Brooke Smith), Tochter von Senatorin Ruth Martin (Diane Baker). Lecter kann seine Macht gekonnt ausspielen.

Meinung von

Das Schweigen der Lämmer ist der zweite Hannibal Lecter-Roman aus der Feder von Autor Thomas Harris. Wieso man erst mit dem zweiten Buch anfängt und dann elf Jahre später das erste Buch - keine Ahnung. Der Film ist, das darf man wohl sagen, in das kollektive Filmbewusstsein eingegangen. Anthony Hopkins ist charmant, hinterhältig, gefährlich, grausam. Seine Figur ist böse, berechnend und gleichzeitig „nett“. Eine ganz gefährliche Mischung — gut dargestellt. Nicht umsonst kann man Hopkins in noch zwei weiteren Lecter-Rollen sehen, u.a. in Roter Drache.

Jodie Foster speilt ebenfalls gut. Sie geht als unbedarfte, ehrgeizige Agentin in den Fall hinein und kommt auf alle Fälle gehärtet wieder heraus. Sie muss ständig aufpassen, dass Dr. Lecter nicht in ihren Kopf kommt, wo er nit ihren Gedanken spielen könnte - eine Spezialität des meisterhaften Beobachters Lecter. Sie ist keine Gegnerin zu Lecter, aber vielmehr eine ebenbürtige Mitspielerin. Unterm Strich will sie einen Mörder finden und Lecter hilft ihr aus egoistischen Gründen.

Der Film spielt zu einer kalten Jahreszeit, was dem Streifen eine unheimliche Grundstimmung verpasst. Regisseur Jonathan Demme hat ein Gespür für die richtige Atmosphäre. Das Schweigen der Lämmer sollte sein erster richtig großer Film werden, es folgten noch Philadelphia und Der Manchurian Kandidat, danach scheint er sich auf Dokumentationen spezialisiert zu haben.

Ted Levine, den man aus der TV-Serie Monk kennt, spielt hier den jungen, psychotischen Serienmörder Jamie Tumb auf eine sehr unheimliche Weise. Sein Spiel sollte später in anderen Filmen (Clerks) oder TV-Serien referenziert werden.

Geradezu ikonisch ist die Maske geworden, die Hannibal Lecter tragen muss, damit er keinem irgendwas abbeißt.

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