Filmplakat Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders
8/10

„Experimentieren? Aber nicht mit meiner Katze!“ (Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders, 2006)


Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders

Besprechung

Jean-Baptiste Grenouille (Ben Whishaw) wird in Paris Mitte des 18. Jahrhunderts geboren, mitten zwischen stinkenden Fischabfällen. Hier wird er gefunden und landet in einem Waisenhaus. Jean-Baptiste hat eine besondere Gabe, er hat eine extra feine Nase. Seine Umwelt hat er auch deshalb zuerst mit der Nase begriffen und erst später mit Worten. Ein wundersamer Kauz.

Als er ein junger Mann ist, wird er an einen Gerber-Meister verkauft und lernt als Botenjunge eines Tages den Parfümeur Giuseppe Baldini (Dustin Hoffman) kennen. Ein Mann der Düfte — das weckt Jean-Baptistes Interesse. Er möchte, dass der gute Herr Baldini ihn als Schüler annimmt und alles über Düfte lehrt. Baldini ist beeindruckt vom Düfte-Genie Jean-Baptiste und heuert ihn an, für sich die außergewöhnlichsten Düfte zu kreieren.

Jean-Baptiste ist besessen von der Konservierung von Düften und dem perfekten Duft. Meister Baldini erzählt Jean-Baptiste, dass man in Nizza das Geheimnis der perfekten Duftkonservierung kennt. Der Schüler macht sich also auf nach Nizza, wo er nicht nur Techniken lernt, wie man Düfte einfängt, sondern auch, dass Frauen die ideale Grundsubstanz für den perfekten Duft sind …

Meinung von

Stimmungsvoll bringt uns Regisseur Tom Tykwer, den ich ja eigentlich überhaupt nicht mag, die Geschichte eines Mörders nahe — ebenso die damaligen hygienischen Umstände. Warum er aber z.B. gleich am Anfang auf dem Fischmarkt Gedärme und Kuddeln zeigen muss, immer mit der Kamera auf Würmer draufhält, das erschloss sich mir nicht wirklich. Na, die Lehrer hat's geschockt, die Weicheier.

Ansonsten ist der Streifen aber nicht nur gut ausgestattet, sondern auch gut gespielt. Der eher unbekannte Ben Whishaw ist gut besetzt, ebenso Dustin Hoffman, dessen beste Zeit eigentlich vorbei sein sollte. Hier spielt er noch einmal mit Spaß am Handwerk. Gefreut habe ich mich auch über Alan Rickman (guter Schauspieler) und seine Filmtochter Rachel Hurd-Wood (aparte Maid).

Über die Treue zum Buch kann ich nichts sagen, das Stück Film, das mir präsentiert wurde, war jedoch eine grundsolide Geschichte, die spannend umgesetzt wurde. Obwohl mir zwischendurch der Gedanke kam (nie ein gutes Zeichen, wenn man Zeit hat, über andere Dinge nachzudenken!), wieso ein so dünnes Büchlein einen so langen Film ergab!? Da wurde doch an einigen Stellen ausgewalzt?

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