Filmplakat Das Leben des Brian
7,5/10

„Durch die Tür hinaus, zur linken Reihe. Jeder nur ein Kreuz.“ (Das Leben des Brian, 1979)


Das Leben des Brian

Besprechung

Der Otternasen-Verkäufer Brian (Graham Chapman) hat es nicht leicht. Wir schreiben das Jahr 33 nach Christus, der arme Brian lebt immer noch bei seiner Mutter (Terry Jones) und als echter Jude hasst er natürlich die Römer, die auch sein geliebtes Judäa besetzt halten. Doch eines Tages erklärt ihm seine Mutter, dass er Römer ist. Oh, Schock.

Mehr wegen der feschen Judith (Sue Jones-Davies) schließt sich Brian der Volksfront von Judäa an (nicht zu verwechseln mit der Judäischen Volksfront — das sind ganz andere Typen). Unter der Leitung von Reg (Jon Cleese) planen die Volksfrontler die Frau von Pontius Pilatus (Michael Palin) zu entführen, doch bei der Aktion geht einiges schief und er findet sich als Gefangener der Römer wieder.

Brian kann fliehen und dabei gerät er in eine Situation, die an seinem Geburtstag vor 33 Jahren auch schon passiert ist: er wird für einen Messias gehalten. Das will Brian aber gar nicht. Im Grunde will er nur mit Judith zusammen sein, doch die Menschen sehen mehr in ihm …

Meinung von

Ja. Also. Muss man noch etwas sagen? Vielleicht, dass die Jungs von Monty Python in der Produktion von 1979 das erste Mal seit langer Zeit wieder gemeinsam vor der Kamera standen und dabei noch einmal so richtig durchgedreht sind. Das Leben des Brian hat eigentlich keinen Sinn. Also der Film hat keinen Sinn. Wir erleben die letzten Tage von Brian, der bereits bei seiner Geburt für Jesus gehalten wurde, aber doch nur ein einfacher Typ ist. Seine Mutter ist eine alte Zicke, die ihn ständig unter ihrer Fuchtel hält, seine Libido ist auch noch nie so richtig befriedigt worden und dann gerät er an die Volksfront von Judäa ...

Seine Abenteuer, die er von dort an erlebt, sind total durchgeknallt. Das Raumschiff wollen wir an dieser Stelle gar nicht einmal erwähnen.

Obwohl der Streifen keinen Sinn ergibt und wie eine Aneinanderreihung von Sketchen wirkt, gibt es natürlich schon einen roten Faden. Dafür sind die sechs Pythons zu sehr Profis, als dass sie den hätten vergessen können. Was da allerdings noch alles an dem Faden dran hängt — das ist Schwachsinn hoch drei. Dabei aber wiederum so ausgezeichneter Schwachsinn, dass wir uns alle an die Otternasen, die Volksfront von Judäa, Schwanzus Longus, seine Frau Inkontinenzia, die Sandale, den Eremiten, die Steinigungen, die falschen Bärte und die abschließende Kreuzigung erinnern. Man kann jeden guten Cineasten darauf ansprechen, sofort fangen seine Augen an zu leuchten und die Mundwinkel gehen wenigstens ein klein bisschen hoch.

Wie so ein Bullshit Kulturgut hat werden können — ich weiß es nicht. Ist es aber. :-) 1991 kam dann sogar noch einmal — zwölf Jahre nach dem Erscheinen des Films — das Abschlusslied in die Charts. Wer könnte nicht bei "Always look on the bright side of life" mit Eric Idle mitsingen? Das Lied sollte eigentlich jeder kennen!

Ich denke, wenn man einen gewissen Alkoholgehalt im Blut hat und in einer Gruppe Gleichgesinnter hockt, wird der Streifen noch mal so lustig. Aber auch ohne Drogen ist der Film ein Klassiker des britischen, skurrilen Humors der späten 70er. Irgendwann muss man Das Leben des Brian mal gesehen haben. Ob's einen im Leben weiterbringen wird, sei allerdings dahingestellt.

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