Filmplakat Daredevil
4,5/10

„Das Licht am Ende des Tunnels, das ist nicht der Himmel. Das ist die U-Bahn.“ (Daredevil, 2003)


Daredevil

Besprechung

New York, mitten in der Nacht. Auf einem Kirchturm hockt eine dunkle Gestalt, der Teufel. Genauer gesagt, hängt da Daredevil (Ben Affleck) in den Seilen. Er kann sich, angeschlagen wie er ist, gerade noch in die Kirche retten. Dort liegt er in den Armen des befreundeten Paters und bemerkt noch, dass es stimmt: Wenn man stirbt, sieht man sein Leben noch einmal vor dem geistigen Auge. Auch wenn man blind ist.

Der Rechtsanwalt Matt Murdock (Ben Affleck), der eine Vorliebe vor die etwas exzentrischen und hoffnungslosen Fälle hat, führt ein Doppelleben. Tagsüber hilft er den Schwachen im Gerichtssaal. In der Nacht ist er der Schrecken derer, die tagsüber freigesprochen wurden, obwohl sie es doch nicht verdient haben. Naja, natürlich nicht nur der Schrecken von den Leuten, sondern aller Verbrecher. Als dunkler Rächer streift er durch die Straßen New Yorks und macht einen auf Schutzengel im Teufelskostüm, der für die Menschen New Yorks ein Mythos ist.

Als Rechtsanwalt trifft er eines Tages die schöne Elektra (Jennifer Garner). Die beiden lernen sich kennen und lieben. Elektras Vater ist allerdings nicht ganz koscher. Hat er doch etwas mit dem Ober-Gangster von N.Y., dem Kingpin (Michael Clarke Duncan), zu schaffen. Da ihm die Geschäfte jedoch nicht mehr ganz geheuer sind, will er seinen Abschied aus der Vereinigung mit dem Kingpin nehmen. Ouhhh, Fehler. Kingpin heuert den üblen Schurken Bullseye (Colin Farrell) an, der nie sein Ziel verfehlt. Und auch in diesem Fall verfehlt er nicht sein Ziel. Elektras Vater ist hin und sie sieht noch Daredeveil, der eben noch mit Bullseye gekämpft hat, vom Tatort fliehen. Ganz klar: DD ist der Mörder ihres Vaters und muss gekillt werden. Schon hat unser Held zwei gefährliche Gegner am Hals …

Meinung von

Da war der Appetit größer als das Stück Fleisch. Keine gute Kost. Schön, ich war noch nie ein echter DD-Fan, bin ja noch nicht einmal ein echter Marvel-Fan. Aber was sie hier abgeliefert haben, das ich echt schlecht.

Als ich das erste Mal die Plakate sah, wunderte ich mich schon darüber, dass so viele Charaktere vorhanden sind. DD, Elektra, Bullseye und der Kingpin? Das sind zwei zuviel. Und daran krankt der Film auch. Die einzelnen Charaktere können nicht ausgebaut werden. Es wurde zwar für alle die, die nicht die Geschichte des "Mannes ohne Furcht" kennen, erklärt, wieso er blind und weshalb er zu DD wurde. Doch auch das war zu zäh, zu lang. Geschickt wie ich bin, habe ich mir doch schon wieder das eigenen Stichwort gegeben: Lang! Der Film dauert nicht so irrsinnig lange (104 Minuten), aber er kommt einem lange vor, da er gespickt ist mit Längen. *gähn* Schon während des Films fiel mir auf, was dem Film am meisten fehlt: Wärme und Atmosphäre! Vergleicht man DD mit Spiderman, dann kann DD nur verlieren. Spiderman hat nämlich genau die Dinge, die DD fehlen: Nicht zuviele Bösewichte (nämlich nur einen), einen sehr charismatischen Helden und ein gutes Tempo. Denkt man gerade einmal bei DD, jetzt kommt Tempo auf – zack – wird es wieder runtergeschraubt. (Allerdings muss ich auch sagen, dass "Wärme" bei einem recht düsteren Charakter wie DD eh nicht aufkommen kann. Aber Atmosphäre hätte es schon etwas geben können ...)

Pluspunkte erhält DD für seine (Insider-)Gags, die jedoch sehr dünn gesät sind. Ich war wohl der Einzige im Kino, der sich darüber amüsiert hat, als man sah, gegen wen Matt Murdocks Vater im Boxen angetreten ist. Man sah die Frontseite des Boxpalastes und der Gegner war John Romita! Köstlich! Oder der obligatorische Gastauftritt von Stan Lee, der vom blinden Murdock jr. gerettet wird. Auch nett. Enttäuscht war ich übrigens arg davon, dass Film-Gott Kevin Smith eine Gastrolle in diesem üblen Film hat ... :-( Fazit: Muss man nicht gesehen haben.

hoch