Filmplakat Cyrus
5,5/10

„Seriously: Don't fuck my mom!“ (Cyrus, 2010)


Cyrus

Besprechung

John (John C. Reilly) ist seit sieben Jahren geschieden und hasst den Zustand des Single-Daseins. Er ist aber nicht der Geschickteste, was die Damenwelt anbelangt. Schön ist er auch nicht sonderlich. Umso verrückter ist es, als er die schöne Molly (Marisa Tomei) kennenlernt. Eigentlich eine andere Liga, aber die beiden einsamen Herzen kommen sich näher. Allerdings verschwindet Molly immer nach dem Sex.

John ahnt Böses. Was er zu sehen bekommt, hätte er sich jedoch nicht ausgemalt. Molly fährt stets nach Hause zu ihrem Sohn Cyrus (Jonah Hill). Der macht Elektro-Mucke, ist beinahe 22 Jahre alt und hat ein sehr inniges Verhältnis zu seiner Mutter.

Der Single-Mann ist sich nicht sicher, ob die Mutter-Sohn-Beziehung nett oder doch eher seltsam ist. Er beschließt, dass alles in Ordnung ist und versucht eine normale Liebesbeziehung mit Molly aufzubauen. Doch Cyrus macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Die beiden Männer fangen einen Kleinkrieg um die Frau in dieser dubiosen Beziehung an.

Meinung von

Eines vorweg: Von der ersten Minute an gab es Punkt-Abzug! Ich hasse — und das müsste eigentlich in Versalien stehen — eine Kameraführung, die ständig ruckartig an ein Objekt heranzoomt. Und noch ein Stück. Ein Stück zurück. Wieder ran ... Argh! Will ich so was erleben, gehe ich auf den DOM und setze mich in die Achterbahn. Bei diesem ewigen Hin und Her wird einem schlecht und das nervt! Tschüss Punkt.

Ansonsten waren sich wohl alle im Saal des Streit's lange nicht sicher, was sie von dem Film halten sollten; genau wie John von der Beziehung. Meine Nachbarin war auch nach dem Film noch perplex und fragte andauernd, was denn das bitte gewesen sei? — Ein Liebesfilm? Eine Romanze? Eine Komödie? Ein Drama? Etwas für die Psycho-Couch? Ich denke von allem etwas.

Alle drei Hauptpersonen spielen gut. Keine Frage. Die gesamte Situation ist jedoch so ungewöhnlich und irgendwie eklig, dass ich mich den gesamten Film über nicht wohl gefühlt habe. Dabei ist Cyrus kein schlechter Film. Aber wirklich warm werden konnte ich damit auch nicht.

Cyrus hat keine Längen, er hat nette kleine Witze — wenn auch nur wenige —, einen sympathischen Hauptdarsteller sowie ein gutes Ende. Manche fragten sich während des Films, so hörte ich nach der Sneak, ob Cyrus kippen würde. Leicht hätte die Figur Cyrus auch zum psychotischen Massenmörder werden können. Daran habe ich jedoch komischerweise nie gedacht.

Ein seltsamer Film. Sehr seltsam. Nicht etwas, was man mal zur Entspannung abends im Fernsehen sehen will. John C. Reilly gefiel mir gut. Den verzweifelten Single-Mann nimmt man ihm gut ab. Der sonst auf Klamauk gebuchte Jonah Hill (siehe Männertrip) mimt den ödipalen Sohn ebenfalls ganz ordentlich. Theoretisch dürfte man sich nicht beschweren ...

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