Filmplakat Cowboys & Aliens
6/10

„Get yourself a gun and learn how to use it.“ (Cowboys & Aliens, 2011)


Cowboys & Aliens

Besprechung

Die Zeit des Wilden Westens. Jake Lonergan (Daniel Craig) wacht ohne Erinnerungen mitten in der Prärie auf. An seinem Handgelenk ein seltsames, metallisches Armband. Jake reitet in die nächste Stadt — was nicht die beste Idee war. Er wird als ein gesuchter Räuber erkannt und verhaftet.

Der Rinderzüchter Woodrow Dolarhyde (Harrison Ford), dessen Rinder das Einzige sind, das die kleine Stadt noch am Leben erhält, bekommt Wind von der Inhaftierung und eilt in die Stadt. Jake hat ihm einen Batzen Gold gestohlen, das will er wiederhaben.

Mitten in den “Verhandlungen” mit Sheriff John Taggart (Keith Carradine) wird die Stadt von fliegenden Lichtern angegriffen. Diese “Dämonen” fangen Bürger ein und entführen sie in die Lüfte — auch Dolarhydes Sohn Percy (Paul Dano).

Aus Feinden werden Verbündete. Jake, der langsam Bruchstücke seiner Erinnerung wiedererlangt und der mit seinem Metallarmreifen einen der “Dämone” vom Himmel geholt hat, bilden eine Allianz, um ein unbekanntes Wesen zu verfolgen, das während des Angriffs jemanden aus der Stadt grausam ermordet hat.

Der Gruppe schließen sich der Indianer Nat Colorado (Adam Beach) als Fährtenleser, die schöne und mysteriöse Ella Swenson (Olivia Wilde), der Enkel des ebenfalls entführten Sheriffs, Emmet (Noah Ringer), der Barkeeper Doc (Sam Rockwell), der seine entführte Frau wieder finden will, sowie noch weitere Suchende an.

Die Truppe macht sich auf den Weg und verfolgt die Spur des Dämons, bis sie zum ersten Mal auf ein solches Wesen stoßen.

Meinung von

Hohe Erwartungen hatte ich an den Film. So ganz wurden diese nicht befriedigt. Alle, die in meiner Gruppe von Fantasy Filmfest-Mitstreitern dabei waren, waren sich einig, dass Cowboys & Aliens ohne Frage einen tollen Western abgegeben hätte. Die Landschaften, die Kulissen, die Stimmung — alles top! Daniel Craig ist eine absolut harte Sau, spricht kaum ein Wort, schaut grimmig und verkörpert so im Grunde genau das Bild, das wir alle von einem harten Cowboy in uns tragen.

Regisseur Jon Favreau legt sehr viel Wert auf Ausstattung und Details. Das merkt man dem Film schnell an und deswegen fühlt man sich auch wohl in diesem Western. Seine Aliens sind gruselige Schleimmonster, denen normale Kugeln kaum etwas anhaben können. Ideale Gegner, fast wie Ridley Scotts Alien.

Wir sind mit Western aufgewachsen und bekommen einen wunderbaren Vertreter dieses Genres geboten. Später sind wir mit allerlei Weltraum-Monstern à la Alien oder Predator groß geworden. Im Grunde vereint Cowboys & Aliens also alles, was wir mögen in einem 118-Minuten-Streifen. Dennoch konnte er mich nicht richtig erreichen.

Bevor wir auch nur ein Alien zu Gesicht bekommen, müssen wir zunächst ganz schön lange warten. Einen kurzen Moment dachte ich, das würde dem Film schaden, doch dann beruhigte ich mich mit dem Gedanken, dass es durchaus gut ist, wenn sich Favreau Zeit nimmt, um seine Charaktere alle genauer vorzustellen. Das ist eine etwas angestaubte Erzählweise — so wie es Western auch sind. Passt also.

In der Reflektion kommt der Film eigentlich gut weg. Nur im Kino sprang der Funken nicht richtig über. Ich schiebe es einfach einmal auf die Tatsache, dass im Kinosaal wenig Sauerstoff vorhanden war und ich erst unmittelbar davor einen anderen Film in dem selben Saal gesehen hatte. Vielleicht wird er bei einer zweiten Ansicht besser.

Cowboys & Aliens basiert auf der gleichnamigen Graphic Novel von Fred Van Lende und Andrew Foley, die ich allerdings nicht kenne. Liest man sich jedoch eine Zusammenfassung zu dem Comic durch, haben Film und Vorlage nicht mehr sehr viel gemein. Favreau hat somit im Grunde etwas Neues geschaffen. Dabei dachte ich noch während des Films, dass mir die Geschichte in Comicform wohl besser gefallen hätte, als der Film. Naja. Wie gesagt, vielleicht wird der Film beim zweiten Mal Anschauen besser.

Bei einem Aufeinandertreffen von Cowboys mit Aliens muss man nicht unbedingt viel Realität erwarten. Dennoch hätte ich gerne gewusst, wieso "beim großen Kampf" scheinbar hunderte beinahe unbezwingbare Aliens auf etwa 40 Cowboys und vielleicht noch einmal so viele Indianer losgehen, die Menschen auf der Leinwand offensichtlich dezimiert werden, der Kampf aber dauert und dauert ...

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