Filmplakat Cottage Country
4/10

„So be a good best friend and get the axe.“ (Cottage Country, 2013)


Cottage Country

Besprechung

Endlich ist sie da, die lang ersehnte Auszeit für Todd Chipowski (Tyler Labine) und seine Freundin Cammie Ryan (Malin Akerman). Cammie weiß sogar durch einen dummen Zufall, dass Todd ihr in der abgelegenen Hütte von Todds Eltern einen Heiratsantrag machen will. OMG!

Der Tripp verläuft leider nicht wie geplant. Plötzlich steht Todds Bruder Salinger (Dan Petronijevic) in der Tür. Im Schlepptau dessen Grufti-Freundin Masha (Lucy Punch). So sollte das alles nicht ablaufen. Cammie verlangt von Todd, dass er seinen Bruder am nächsten Tag rausschmeißt.

Auch der Rausschmiss verläuft nicht ganz so, wie geplant. Bei einem Kampf unter den ungleichen Brüdern kommt es zu … einem Unfall. Als Todd seiner Liebsten Cammie die schreckliche Tat gesteht, ist diese nicht etwa geschockt. Cammie hat einen Plan. Einen Plan für sich, für Todd und für die Leichen … Daran hält sie unbeirrt fest.

Meinung von

Tyler Labine in einem abgelegenen Wald? Das riecht verdächtig nach Tucker and Dale vs. Evil. Tatsächlich hat die gute Dame vom Fantasy Filmfest auch diese Verbindung hergestellt, als sie den Film ankündigte. Da ging der Freudepegel hoch! Doch eine Verbindung, eine weit entfernte Ähnlichkeit zu diesem wunderbaren Streifen mit Co-Schauspieler Alan Tudyk sollte es nicht geben.

Cottage Country hätte so eine schöne schwarze Komödie werden können. Herrje, ich hatte schon meine Gummistiefel an, in freudiger Erwartung auf das viele Blut. Aber nichts dergleichen. Ja, der Unfall, der das frühzeitige Ableben des nervigen und chaotischen Bruders verursachte, ist schön schräg. Und wenn Cammie die tranige Masha hinter Salinger hinterher schickt - alles gut. Dann wird es aber langweilig. Tyler Labine kann so schön bedröppelt wie ein Dackel schauen. Das macht er auch in Cottage Country so. Nur reicht der Dackelblick nicht alleine aus, um einen Film zu füllen.

Die Party-Szene, bei der ein potenzieller Mitwisser auftaucht, zieht sich auch eine gefühlte Ewigkeit hin.

Es gibt immer wieder einige nette Lacher, eine rasante Komödie haben wir mit Cottage Country jedoch nicht vorliegen. Ob es am Regisseur Peter Wellington liegt, der bis dato hauptsächlich fürs Fernsehen tätig war, oder ob die Vorlage von Jeremy Boxen einfach nur so mau war ... man weiß es nicht.

Hauptdarstellerin Malin Akerman bringt ihren Charakter ordentlich rüber. Sie will auf Teufel komm raus heiraten. Nichts, auch kein toter Schwager in spe soll diesen Plan durchkreuzen. Die Message ist schon verständlich.

Meine (Not-)Begleitung fand den Film übrigens sehr amüsant. Der Kollege meinte, Cottage Country würde ihn an Fargo erinnern. In beiden Filmen hätte jemand einen Plan, der aber so rein gar nicht klappen will. Naja. Fargo fand ich auch nicht so prickelnd. Wer also den Film der Brüder Coen mag, wird wohl auch Cottage Country gerne schauen.

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