Filmplakat Cooties
5,5/10

„Das mit den Gänsefüßchen geht anders ...“ (Cooties, 2014)


Cooties

Besprechung

Der Schriftsteller Clint (Elijah Wood) ist aus New York zurück in seine Heimatstadt, das Kaff Fort Chicken, gekommen, um hier sein erstes Buch fertigzustellen. Da er Geld braucht, nimmt der den Job als Aushilfslehrer an der hiesigen Grundschule an. Hier trifft er auch auf seine alte Flamme Lucy (Alison Pill), die hier unterrichtet und mit dem Sportlehrer Wade (Rain Wilson) zusammen ist. Schüler an sich sind schon kleine Monster, aber als die Schülerin Shelly (Sunny May Allison) ein schlechtes Chicken Nugget gegessen hat, verwandelt sie sich in ein fleischfressendes Monster. Ihr erstes Opfer ist der Klassenbully Patriot (Cooper Roth).

Schnell geht das Virus um und infiziert ein Kind nach dem anderen, die es vor allem auf das Fleisch der Lehrer abgesehen haben. Clint und eine Hand voll anderer Lehrer können sich in der Schule verschanzen. Dabei kommt es unweigerlich zu Spannungen zwischen Clint und Wade, die beide Gefühle für die selbe Frau haben. Etwas, das man unter diesen Umständen echt nicht gebrauchen kann.

Der etwas sonderliche und auch sonst eher schüchterne Lehrer Doug (Leigh Whannell) erkennt schließlich, womit die Lehrer es zu tun haben. Doch da ist es schon zu spät. Der Virusbefall der kleinen Monster hat sich zu einer saftigen Pandemie ausgewachsen.

Meinung von

Cooties steht unter keinem guten Stern. Der Film kam bei uns nicht mal ins Kino, sondern direkt auf DVD heraus. Zudem ist er eher schlecht bewertet. Ich finde ihn in Teilen hingegen ganz lustig. Ich mag ja so schräge, gewollt schlechten Filme. Der Streifen ist von der Produktionsfirma SpectreVision, hinter der u.a. Elijah Wood steckt. Eigentlich wollte der Herr der Ringe-Star gar nicht mitgespielt haben, doch dann überkam es ihn und schon stand er vor der Kamera.

Man muss ihn nicht gesehen haben, aber wer blutrünstige Kinder sehen möchte, die ihre Lehrer ausweiden, der ist mit Cooties gut bedient. Es gibt neben dem Gore auch diverse echt nette Witze und der Film ist in flottem Tempo erzählt. Dennoch gibt es einen dicken, fetten Minuspunkt – und das ist das Ende. Da lernen wir alle Charaktere kennen und auch irgendwie lieben, diese kämpfen sich durch dunkle Schulkorridore und Lüftungsschächte, erwehren sich diverser Zombie-Attacken und dann das: alle Helden im Auto, letzten Angriff gerade so überlebt, das Auto fährt die Straße runter und aus diesem hören wir ein "Wir fahren da hin, wo kein Kind hin will." – Abspann. Was zum Teufel...? Das ist ein klarer Fall von "Ey, wie soll die Geschichte jetzt weitergehen? Ach, auch keine Ahnung? Gut, dann machen wir hier einfach Schluss." Totaler Mist!

Elijah Wood und Co. wollten einen Film machen, der das Zombiethema zwar aufgreift, aber kein reiner Zombie-Film ist. Die gehirntoten, blutrünstigen Viecher sind alle präpubertär – das ist das Besondere an Cooties. Außerdem wollten sie einen Film auf den Markt bringen, der diesen Namen trägt. Wer sich wundert, wieso Doug auf einmal davon redet, dass die Kinder die Läuse hätten – Cooties ist das englische Wort für Läuse. Wobei die Schüler natürlich keine Läuse haben. Das wirkt also alles etwas an den Haaren herbeigezogen. (Sorry, das Wortspiel war unbeabsichtigt.)

Dass Cooties eine blutige Horror-Komödie ist, haben wir den Autoren Leigh Whannell und Ian Brennan zu verdanken. Whannell hat mit Saw sein Können für blutrünstige und eklige Spektakel unter Beweis gestellt. Brennan hingegen mit den TV-Serien Glee sowie zuletzt mit Scream Queens sein Händchen fürs Skurriles. Whannell spielt in Cooties den schlauen, aber doch seltsamen Lehrer Doug, der anhand von Schülerin Tamra (Morgan Lily) dem Geheimnis hinter der Seuche auf die Spur kommt. Brannan wird als stellvertretender Schulleiter Simms schnell Opfer seiner Schüler.

Ich habe mich durchaus gut unterhalten – der Film ist aber nicht Jedermanns Sache. Dennoch: Das Ende ist ein totaler Scheiß und kostet ordentlich Moviejunkie-Punkte.

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