Filmplakat Constantine
7,5/10

„Gott ist ein Kind mit einem Ameisenhaufen. Er plant gar nichts.“ (Constantine, 2005)


Constantine

Besprechung

Der Speer des Schicksals ist von Mexiko nach Los Angeles unterwegs. Dunkle Mächte sorgen dafür. In L.A. wird der Exorzist John Constantine (Keanu Reeves) dessen gewahr, dass irgendwas in den spirituellen Ebenen los ist. Dämonen zeigen sich und wollen in diese Welt. Er fragt sich herum, trifft auf den Erzengel Gabriel (Tilda Swinton) und auch auf den höllischen Balthazar (Gavin Rossdale).

Die Polizistin Angela Dodson (Rachel Weisz) ist schockiert. Ihre Zwillingsschwester Isabel soll sich das Leben genommen haben, doch als gute Katholikin wäre das eine Todsünde, die sie direkt in die Hölle brächte. Angela kann nicht an die Selbstmordtheorie glauben. Auf einem Überwachungsvideo glaubt Angela zu sehen, wie ihre Schwester im letzten Moment vor ihrem Sprung in den Tod den Namen Constantine flüstert.

Angela sucht die Hilfe Constantines. Gemeinsam finden sie heraus, dass der Sohn des Teufels auf diese Ebene vordringen will. Dafür spielt Angela eine wichtige Rolle.

Meinung von

Ich hatte das Glück, völlig unvoreingenommen an den Film heranzugehen. Soll heißen: Bis dahin war ich noch nicht so sehr vertraut mit der Comic-Figur von Garth Ennis' Constantine in Hellblazer. So war Constantine ein netter, sehr dunkel gehaltener Film über Himmel, Hölle, Dämonen und das Okkulte. Keanu Reeves, den man leicht als Sohn des Nicolas Cage ansehen könnte — beide haben scheinbar nur einen Gesichtsausdruck — passt in diese Rolle gut hinein. Seine Figur ist geschlagen mit der Gabe Dämonen zu sehen. Das führte beim kleinen Constantine zu argen psychischen Problemen, weshalb er sich auch das Leben nehmen wollte. So eine kaputte Figur kann Reeves recht gut spielen. Emotionen müssen unterdrückt werden, was seinem steinernen Gesicht sehr entgegen kommt.

Die Trickeffekte sind gut, der Ton, wie bereits erwähnt düster. Gavin Rossdale, der Sänger von Bush, kommt elegant, geleckt und schleimig als Gehilfe von Satans Sohn daher. Satan selber wird gut von Peter Stormare gespielt. Die Story endet in einem runden Finale. Also eigentlich ein Film, den man mögen muss. Ich mag ihn jedenfalls. Ich stehe auf Filme, in denen Himmel und Hölle miteinander im Kampf stehen.

Man darf nur nicht Hellblazer kennen … Eingefleischte Vertigo-Leser laufen — zu Recht — Sturm gegen diese Version des Constantine. Gemein haben die Film- und Comicversion nur die ungesunde Rauchsucht, die Verbindung zum Okkulten und die Krawatte. Der echte Constantine ist blond, Brite, trägt einen braunen Trenchcoat und ist gewitzter, schlagkräftiger, redegewandter und mehr ein Arschloch. Alles das stellt Keanu Reeves nicht dar. Also: Wer den Comic kennt, wird sich ärgern. Wer ihn nicht kennt, bekommt einen unterhaltsamen, durchaus spannenden Mystery-Streifen geboten.

Keine Ahnung was er hat, aber ich schaue mir das Kino-Erstlingswerk von Regisseur Francis Lawrence gerne mal wieder an. Trotz der Tatsache, dass Reeves keine Mine verzieht ...

hoch