Filmplakat Catch Me!
7/10

„Wenn ich nicht wär', wärt ihr jetzt schon dicht und würdet mit Zwölfjährigen Minigolf spielen.“ (Catch Me!, 2018)


Catch Me!

Besprechung

Seit ihrer Kindheit spielen die fünf Freunde Ticken (oder „Fangen“, je nach dem, wie man es nennen möchte). Sie leben in unterschiedlichen Städten und sehen sich nur hin und wieder. Aber jeden Mai ist „Jagdsaison“. Dann werden Pläne geschmiedet, Verkleidungen angelegt und ein Hinterhalt nach dem anderen ersonnen. Hogan Malloy (Ed Helms) ist dran. Mit einer List kommt er in die Firma von Bob Callahan (Jon Hamm) und tickt ihn ab. Hogan verspricht Callahan, dass sie dieses Jahr ganz bestimmt Jerry Pierce (Jeremy Renner) bekommen. Jerry ist der ungeschlagene König im Ticken spielen. Noch nie hat ihn jemand berührt.

Auf dem Weg zu Jerrys Hochzeit mit Susan (Leslie Bibb) sammeln sie noch den ewig zugedröhnten Randy „Chilli“ Cilliano (Jake Johnson) und den paranoiden Kevin Sable (Hannibal Buress) ein. Außerdem im Schlepptau: Hogans Frau Anna (Isla Fisher), die extrem drauf ist und bei der jeder froh ist, dass sie nicht mitspielt. Und schließlich ist noch die Wall Street Journal-Journalistin Rebecca Crosby (Annabelle Wallis) dabei. Die wollte eigentlich einen Artikel über Callahans Firma schreiben, aber was hier abgeht ist viel interessanter und abgefahrener.

Jerry ist natürlich auf das Treffen mit seinen alten Freunden vorbereitet. So leicht bekommt keiner den Fitness-Trainer. Er scheint einen sechsten Sinn zu haben für die Angriffe seiner Kumpel.

Meinung von

Wie heißt es so schön? Das Leben schreibt die seltsamsten Geschichten. Es gibt wirklich eine Gruppe von (zehn) Männern in den Staaten, die seit ihrer Kindheit Fangen spielen. Ihre Jagdsaison ist nicht der Mai, sondern der Februar, aber ansonsten geht das ungefähr so ab, wie in Catch Me! gezeigt. Da man die Geschichte nicht einfach so erzählen kann, musste eine Rahmenhandlung her. Das ist der unbesiegbare Jerry und seine Heirat.

Bei solchen Komödien muss man stets befürchten, dass sie voll in die Hose gehen und ins Vulgäre abdriften. Das hält sich bei Catch Me! eigentlich noch im Rahmen. Das schlimmste Schandmaul ist Anna, die sehr, sehr ehrgeizig ist. Da geht ihr in der Hitze des Gefechts schon das eine oder andere Schimpfwort über die Lippen.

Catch Me! hat einige echt schöne Lacher parat. Und man mag es nicht glauben, die wurden nicht alle im Trailer verbraten! Wahnsinn. Die Geschichte läuft ziemlich geradlinig ab und hat ein angenehmes Tempo. Das Katz-und-Maus-Spiel mit Jerry ist wirklich lustig anzusehen. Jeremy Renner ist als aalglatter "Schönling" und ewiger Gewinner bestens besetzt. Wir lernen die anderen vier Freunde besser kennen, das liegt aber eben daran, weil Jerry so unnahbar ist.

Am Ende gibt es noch eine Art Twist. Das Leben ist nicht nur ein einziges Spiel, auch wenn die Männer das gerne hätten. Eine schwere Krankheit bei einem der Jungs "erdet" die Geschichte in Catch Me!. Es kommt zum "Showdown", in dem sich die Spieler bewusst werden, was Freundschaft ist und wieso sie dieses Spiel seit so vielen Jahren spielen. Damit ist der Streifen nicht voll hohl. Ich habe mich knapp 100 Minuten einfach berieseln lassen und dabei teils gut amüsiert. Mehr wollte ich nicht, mehr habe ich nicht erhalten.

Mir hat übrigens Hannibal Buress gefallen. Den kannte ich nicht, aber durch seine wahnsinnig ruhige, furztrockene Art, ist er eine Bereicherung für das sonst so quirlige Quartett. Tatsächlich habe ich mich ja bei Catch Me! einige Male so sehr amüsiert, dass ich Schmerzen vom Lachen hatte. Scheiß Bronchitis, aber immerhin ...

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