Filmplakat Casino Royale
8,5/10

„Herr Gott, wie ich den kalten Krieg vermisse...“ (Casino Royale, 2006)


Casino Royale

Besprechung

James Bond (Daniel Craig) hat sich gerade mit seinen ersten beiden Morden seinen Doppel-Null-Status erworben, da soll er in Madagaskar einen Auftrags-Bombenleger hochgehen lassen. Das Unterfangen gestaltet sich… – schwierig und verläuft nicht ganz so, wie es der MI6 gerne gesehen hätte. Bonds Auftragsgeber wollten herausfinden, für wen der Terrorist arbeitet und was sein Ziel war.

Auftraggeber war der “Bankier der Terroristen”, der spielbessene Le Chiffre (Mads Mikkelsen). Le Chiffre verwaltet das Geld von Bösewichten, gewährt ihnen aber überall auf der Welt Zugang. Außerdem spekuliert er mit dem Geld der Terroristen. Was in diesem Fall leider in die Hose geht – dank James Bond.

Nun ist es nicht so ratsam für die eigene Gesundheit, wenn man Geschäfte mit Terroristen macht und deren Geld verliert. Le Chiffre organisiert ein Pokerspiel in Montenegro – im edlen Casino Royale. Bond erhält nicht nur viel Geld, um gegen Le Chiffre zu spielen und ihn damit endgültig fertig zu machen, er erhält auch die reizende Vesper Lynd (Eva Green) als Aufpasserin über das Geld an seine Seite gestellt

Meinung von

Was haben die Medien im Vorfeld gejammert und den “blonden Bond” verhöhnt. Auf einmal preisen sie ihn in den höchsten Tönen. Seltsam. Naja, der Film ist gut. Das muss man ihm lassen. Er hat wohl herzlich wenig zu tun mit dem Original Casino Royale, aber dazu kann ich leider nicht wirklich etwas sagen, sah ich den Film doch nie.

Daniel Craig füllt die Bondschuhe ganz gut aus, kann noch etwas reifen und an Sean Connery kommt eh keiner ran, aber der Streifen gefiel. Man muss natürlich mit der richtigen Einstellung ins Kino gehen. Casino Royale zeigt uns die Anfänge von Bond, seinen ersten großen Fall. Okay, kann man sich drauf einlassen. Man muss aber auch im Hinterkopf haben, dass die Figur Bond damals noch nicht “ausgereift” war. Diesem Bond ist es egal, wie er seinen Vodka Martini trinkt. Nicht erschrecken!

Die Anfangssequenz war etwas dürftig, der Vorspann war cool gemacht, wenn auch die Frauen fehlten. Alles eher untypisch. Ebenso fehlte das allseits bekannnte Bond-Thema, die typische Anfangsmelodie. Wenn man diesen ersten Schrecken überstanden hat, geht der Film jedoch ziemlich flott los. Die erste Verfolgungsjagd ist sehr gelungen! Craig spielt einen härteren Bond. Ich bin mit der Einstellung ins Kino gegangen, dass mir ein Actionfilm geboten wird. Dass die Hauptfigur James Bond heißt, das war eher Zufall. Doch mit der Zeit nimmt man ihm den Geheimagenten ab.

Ansonsten bot der Film noch einige sehr schöne Ideen (das Haus in Venedig) und die übliche Schleichwerbung im Doppel-Mega-Monster-Pack. Mittlerweile kann man sich ja schon drüber amüsieren. Was ich allerdings (neben den Prolls von der letzten Reihe) nervig fand, das sind Menschen, die allein beim Anblick und dem Motorengeräusch von Bonds Aston Martin neben mir einen Orgasmus bekommen. Der Typ zur Rechten hat da echt sehr seltsame Geräusche von sich gegeben... *schauder*

Unterm Strich: Guter Actionfilm, der allerdings nur acht MJs erhält, weil er einige Längen hatte - vor allem zum Ende hin. Die ganze Liebesgeschichte zwischen Bond und Vesper war viel zu lang und nervte. Und mal ganz ehrlich: Ein Pokerspiel ist nicht der große Spannungsbogen. Das Pokerspiel im Casino war dann auch eher dürftig anzuschauen. Wir warten auf den nächsten Bondfilm! Übrigens war die Überlänge unnötig.

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