Filmplakat Brake
6/10

„I'm in the back of a fucking police car!“ (Brake, 2012)


Brake

Besprechung

Der Secret Service Agent Jeremy Reins (Stephen Dorff) findet sich in einer unbequemen und beängstigenden Situation wieder. Er wacht in einer dunklen, engen Kiste aus Glas auf. Über ihm läuft eine digitale Uhr ab. Jeremy findet schnell heraus, dass er sich im Kofferraum eines Wagens befindet. Hilferufe verhallen ungehört und er wird durchgeschüttelt. Nach dem Ablauf jeder Zeiteinheit passiert irgendwas. Der Wagen hält an oder ihm wird etwas durch eine Öffnung aus dem Wageninneren zugesteckt.

Seine Entführer wollen Informationen zu “Roulette” haben. Jeremy ist jedoch fest entschlossen, seinen Peinigern nichts zu diesem Thema zu sagen. Einziger Kontakt ist zunächst ein anderer Agent, der sich ebenfalls in einem Kofferraum befinden soll. Die beiden können über ein altes CB-Funkgerät kommunizieren, das ihm die Entführer mit in den Glassarg gelegt haben. Jeremy weiß etwas, was auch den anderen Agenten namens Henry (JR Bourne) retten könnte – Jeremy schweigt. Selbst als die Kidnapper seine Frau Molly (Chyler Leigh) über Telefon hinzuschalten, behält Jeremy das Geheimnis für sich.

Jeder Hoffnungsschimmer wird im Keim erstickt und von außen bekommt Jeremy mit, dass die Welt da draußen wohl von Terroristen unter Beschuss steht. Genau diese Terroristen wollen von dem Agenten in seinem engen Gefängnis eine bestimmte Info von nationaler Sicherheit. Wird Jeremy dem Druck widerstehen können?

Meinung von

Schwierig ist es, einen Film zu drehen, der auf engstem Raum und nur mit einer Figur spielt. Stephen Dorff macht seine Sache ganz ordentlich, nicht OMG-gut, aber durchaus solide. Trotz der Tatsache, dass wir als Zuschauer nur eine Figur sehen und diese auch noch im Halbdunkeln zusammengekauert liegt, kommt doch an einigen Stellen von Brake gut Spannung hoch. Regisseur Gabe Torres baut die Geschichte gut auf, lässt seinen Protagonisten in die Hoffnungslosigkeit rennen, gibt ihm und den Zuschauern Hoffnung, nur um diese wieder zu zerstören. Also eine grundsolide Erzählweise.

Die unbekannten Angreifer haben es auf den Präsidenten der Vereinigten Staaten abgesehen und damit auf den gesamten Staat. Wir sehen nur den eingesperrten Jeremy, doch dieser — und damit wir — hören, wie langsam die Welt draußen untergeht. Autobomben gehen überall in die Luft. Jeremy ist selber in einer eingesperrt.

Chyler Leigh, die wir hauptsächlich als verängstigte Ehefrau am anderen Ende eines Telefons erleben, konnte nicht überzeugen. Auch wird es immer wenn sie am Telefon ist, so sehr sie auch gestresst und verzweifelt ist, stets etwas schmalzig. Wobei "schmalzig" ein falsches Wort ist. Die Geschichte driftet ab, der Fokus wird vergessen.

Als sich die Geschichte auflöst, war das "Hallo" und "Ach du Scheiße!" groß im Kinosaal, auch bei mir. Schließlich gibt es noch einen abschließenden Twist, der aus einem "Oha"-Ende, das in Belanglosigkeit zu verlaufen schien, ein "F-Wort"-Ende machte. Die letzte Szene hat noch einmal einen Wow-Moment erzeugt und lässt den Film so nach dem Verlassen des Kinos etwas länger nachhallen.

Moviejunkie Thorsten war mal wieder nicht wirklich zu überzeugen. Er meinte, als abgebrühter Viel-Filmegucker wie wir es sind, war man dann doch schnell an der einen und anderen Stelle skeptisch und ahnte Verrat. Naja.

Eine durchaus spannend gemachter Thriller, den man sich anschauen kann — aber nicht muss.

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