Filmplakat Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All
7/10

„Ich bin überhaupt nicht glücklich darüber, dass es lebt.“ (Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All, 1971)


Andromeda – Tödlicher Staub aus dem All

Besprechung

Eine Raumkapsel ist in einem kleinen Dorf in Neu Mexiko niedergegangen. Die US-Behörden schicken zunächst eine kleine Aufklärungstruppe hin, die feststellen muss, dass alle Menschen ums Leben gekommen sind. Dann bricht der Funkkontakt ab.

Die Operation Wildfire wird aktiviert. Vier Wissenschaftler werden in eine unterirdische Anlage im Nirgendwo von Nevada gebracht. Dr. Jeremy Stone (Arthur Hill) hat die Oberaufsicht. Außerdem mit dabei: die mürrische Biologin Dr. Ruth Leavitt (Kate Reid), Dr. Charles Dutton (David Wayne) und der Mediziner Dr. Mark Hall (James Olson).

Eine weitere Expedition ins Dörfchen soll die Raumkapsel bergen. Dabei entdecken Dr. Stone und Dr. Hall, dass es zwei Überlebende gibt. Ein alter Mann (George Mitchell) und ein Baby haben überlebt. Wie es scheint, hat die Kapsel irgendwas aus dem Weltall mitgebracht, das alle Bewohner, bis auf die zwei, umgebracht hat. Kapsel und Überlebende werden ins unterirdische Labor gebracht, wo die Wissenschaftler herausfinden müssen, was die Menschen getötet hat und wie man dem begegnen kann.

Was die Wissenschaftler entdecken, übersteigt ihre kühnsten Träume.

Meinung von

Die Menschen hatten gerade die erste Mondlandung miterlebt, da kommt dieser junge Autor namens Michael Crichton daher und erzählt die Geschichte von tödlichen Partikeln aus dem Weltall. Kein Wunder, dass die Menschen der Zeit etwas panisch wurden. Der Roman war Crichtons erstes Werk unter seinem eigenen Namen und er erschient im Jahre 1969. 1971 kam dann der Film in die Kinos unter der Regie des SciFi-Altmeisters Robert Wise, der uns 20 Jahre zuvor den wunderbaren Streifen Der Tag, an dem die Erde stillstand bescherte.

Wise lässt sich zunächst viel Zeit, bis er in die Geschichte richtig einsteigt. Bis alle Wissenschaftler abgeholt und in das unterirdische Labor gebracht sind, wo sie dann lang und ausführlich darüber reden, wie man die Selbstzerstörung des Labors durch eine Atombombe aufhalten kann - da vergeht einige Zeit. Von den 131 Minuten, die der Film dauert, hätte man bestimmt mindestens 20 Minuten kürzen können. Aber so wurden Filme damals gemacht.

Was gleich auffällt, obwohl man mit Wise einen großen Regisseur angeheuert hatte, der einen Erfolgsroman verfilmen sollte, sind doch keine bekannten Stars dabei. Das wollte Wise so. Irgendwelche Hollywood-Stars, die gerade "in" waren, hätten seiner Meinung nach nur gestört. Mit relativ unbekannten Gesichtern sollte Andromeda realistischer wirken.

Es ist auffällig, wie wissenschaftlich der Film daher kommt. Im Hintergrund werden ständig irgendwelche wilden Zahlen durchgesagt, die den Wissenschaftlern irgendwas sagen sollen, aber tatsächlich nur Humbug sind. Nimmt man die mal weg, wirkt der Film wohldurchdacht und z.B. mit den Greifarmen, den Vakuum-Pumpen, den Schutzanzügen, den Dekontaminationsstufen und den mikroskopischen Schnitten durchaus realistisch.

Die Menschheit hatte also gerade ihre ersten Schritte außerhalb der Erde getätigt - da kommen schon Gedanken auf, ob wir nun wirklich alleine sind oder nicht. Alien-Attacken hatten wir im Film schon viele, doch diesmal ist das außerirdische Leben winzig klein und noch nicht einmal organisch, wie wir es kennen. Eine neue Sichtweise für den Menschen. Das wird im Film deutlich.

Neben der Angst vor außerirdischem Leben, das uns alle auslöschen wird, wird zumindest in einer Szene die in der damaligen Zeit omnipräsente Furcht vor einem Atomschlag angesprochen. Als ausführlich über die Entschärfung der Atomexplosions-Selbstzerstörung gesprochen wird, dachte ich, das ist am Ende "das Ding". Wie man dann sieht, kommt schließlich noch die Thematik auf, dass man dieses außerirdische Leben auch als Waffe benutzen kann. Ein Hoch auf die Rüstungsindustrie und ihren Größenwahn!

Während des Films werden Tests mit Tieren (Ratten und einem Affen) vorgenommen, die vom Weltraumstaub getötet werden. Das sieht sehr echt aus. Heute würde man das mit CGI machen. Damals hat Wise es anders gelöst: Sie haben einfach den Sauerstoff entzogen, bis der Affe fast erstickt und schließlich umgekippt ist. Zwar wurde dann sofort von einem Tierarzt Sauerstoff wieder zugefügt - Tierquälerei ist das trotzdem … So waren sie die 1970er.

Ein spannender Film, routiniert umgesetzt, klare Charaktere, viele Details. An einigen Stellen hätte er nur gerne etwas straffer erzählt werden können.

Interessant waren die Splitscreens. Vor allem, als die Wissenschaftler durchs Dorf laufen, um die Kapsel zu bergen, werden kleine Ausschnitte genommen, um auf die Männer zu fokussieren. Daneben dann kleine Bildausschnitte mit dem Grauen, das sie sehen. Ein weiteres technisches Mittel, das Wise sehr oft in Andromeda einsetzt, ist die enorme Tiefenschärfe. Wo immer er konnte, hat er das Bild zweigeteilt und in beiden Hälften auf ein Objekt scharf gestellt. Ein Mittel, das zu der Zeit "in" war und heute etwas befremdlich wirkt. Zumal in der Häufigkeit, in der es hier eingesetzt wurde.

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