Filmplakat American Pie – Wie ein heißer Apfelkuchen
7/10

„Ich such' euch in der Nichtficker-Ecke.“ (American Pie – Wie ein heißer Apfelkuchen, 1999)


American Pie – Wie ein heißer Apfelkuchen

Besprechung

Das Leben an der Highschool ist schon hart. Erst recht, wenn der Abschlussball bevorsteht und wenn man ein junger Mann ist, der noch nie einen weggesteckt hat. Die vier Kumpels Jim Levenstein (Jason Biggs), Oz Ostreicher (Chris Klein), Kevin Myers (Thomas Ian Nicholas) und Paul Finch (Eddie Kaye Thomas) schließen einen Pakt: bis zum Abschlussball hat jeder seine Jungfräulichkeit verloren und auch ein Date für die Party.

Kevin ist mit Vicky (Tara Reid) zusammen, jetzt muss er nur noch einen Treffer landen, doch Vicky lässt ihn nicht ran. Oz versucht sich an die Chorsängerin Heather (Mensa Suvari) ranzumachen, Finch lässt die Gerüchteküche für sich sprechen. Irgendein Mädel wird schon darauf reinfallen und etwas mit ihm anfangen wollen. Blöderweise stehen Finch und der Oberproll Stifler (Seann William Scott) im ewigen Krieg, was bedeutet, dass Stifler Finch einen Strich durch die Rechnung macht.

Hauptfigur ist jedoch Jim. Der will sich an die Austauschschülerin Nadia (Shannon Elizabeth) ranmachen. Die will auch, aber Jim stellt sich dermaßen tölpelhaft an, dass er jeglichen Versuch bei Nadia zu landen, verbockt. Und die gesamte Schule bekommt es mit, wie er sich blamiert. Da bleibt Jim nur noch übrig, die nervige Flötistin aus der Schülerband, Michelle Flaherty (Alyson Hannigan), mit auf den Abschlussball zu nehmen.

Meinung von

Das Jahrtausend ging dem Ende entgegen und es hinterließ American Pie. Sollte das das Vermächtnis des Jahrtausends sein? Eine flache Teenie-Komödie, bei der es sich ums Flachlegen dreht? Nein, es gab bessere Filme. Es gab aber auch schlechtere.

American Pie ist wie Bild-Zeitung — keiner will den Film gesehen haben. Komischerweise weiß aber jeder, wovon der Film handelt und wie blöd er ist. Schon klar. "Blöd" ist ein hartes Wort. Sagen wir mal, er ist für ein ganz bestimmtes Publikum gemacht, für ein junges, eher männliches, eher pubertierendes Publikum – und die dürften den Film klasse finden. Es geht um die Sorgen des Erwachsenwerdens. Wie ist das mit dem Sex? Wenn den schon jeder hatte, setzt mich das unter Druck? Wie komme ich an Sex heran? Wie ticken die Mädchen? Was wollen die? Fragen, auf die American Pie in gewisser Weise Antworten gibt.

American Pie hat einen derben Humor, keine Frage. Er übertreibt maßlos, Jim rauscht von einer Peinlichkeit in die nächste hinein. Da hilft auch nicht der ebenfalls peinliche Vater (Eugene Levy), der eigentlich immer nur helfen will. Aber was er da zu seinem Sohn sagt, das beschämt diesen. Dabei will Jims Vater nur das Beste für seinen Sohn und ihm ein offener Gesprächspartner mit viel Verständnis für das Erwachsenwerden sein. Doch wenn der eigene Vater einem Pornos zum Masturbieren schenkt – dann ist eine Grenze überschritten.

Jim stellt sich bei dem heißen Mädchen voll daneben an und verbockt es total. Sport-Ass Oz will eigentlich nur an Heathers Höschen, muss dann aber feststellen, dass er sich in die Sängerin verliebt hat. Kevin muss lernen, dass es nicht immer um seine Bedürfnisse geht, sondern auch um die seiner Freundin. Und Finch – der hat Stifters Mutter (Jennifer Coolidge) ...

Regisseur Paul Weitz hat mit seinem Erstlingswerk American Pie eine spritzige Teenager-Komödie abgeliefert, die auf den ersten Blick nur flach wirkt. Was auch kein Wunder ist bei den Witzen, die unter der Gürtellinie angesiedelt sind. Aber im Grunde beschreibt er nur, wie das ist, ein junger 16-jähriger Schüler zu sein. Am Ende sind alle vier Jungen innerlich gereift. Auf die eine oder andere Art. American Pie ist ein harmloser, meist vulgärer Spaß für Junge, Jungen und Junggebliebene. Und auch wenn niemand American Pie gesehen hat, hat der Streifen doch einen ganz schönen Erfolg verbuchen können. Seltsam.

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