Filmplakat American Pie 2
7/10

„Du bist doch der, der im Internet zu früh gekommen ist!“ (American Pie 2, 2001)


American Pie 2

Besprechung

Die Highschool ist vorbei, Jim Levenstein (Jason Biggs) ist nun am College. In den Semesterferien geht es zurück zu seinen Eltern – und seinen alten Freunden. Jim hat eine Art Fernbeziehung mit Nadia (Shannon Elizabeth), aber sonst hat er nicht viel sexuellen Kontakt gehabt, nachdem ihn die Flötistin Michelle Flaherty (Alyson Hannigan) in der Prom-Night verführt hat.

In der alten Heimat ist es etwas langweilig. Kevin (Thomas Ian Nicholas) hängt seiner Flamme Vicky (Tara Reid) nach, die sich von ihm getrennt hat. Oz (Chris Klein) ist immer noch mit Heather (Mena Suvari) zusammen, doch die ist in Barcelona zum Studieren. Finch (Eddie Kaye Thomas) hat derweil seinen sexuellen Horizont erweitert und ist mittlerweile bei der japanischen Kultur angelangt. Kevin, der die alte Gang am meisten vermisst hat, schlägt eine Reise an einen See vor, wo einst sein Bruder Tom (Casey Affleck) seinen besten Sommer verbracht hat. Da das Geld nicht reicht, um ein Haus am See zu mieten, müssen die vier Freunde einen Kompromiss eingehen: der Oberproll Stifler (Sean William Scott) kommt mit. Außerdem müssen die jungen Männer Ferienjobs annehmen.

So viel Hormone auf einem Haufen – das kann nicht gut gehen. Natürlich ist Jim wieder ganz weit vorne dabei, wenn es darum geht, sich zu blamieren.

Nadia hat angekündigt, ihn am See zu besuchen. Endlich kann er bei ihr was versenken – doch ist er so unsicher, dass er sich Hilfe bei Michelle holt, die ihren Sommer im nahegelegenen Band-Camp verbringt. So übt Jim mehrere Wochen mit Michelle, wie man ein guter Liebhaber wird. Neben all den Peinlichkeiten, die ihm passieren …

Meinung von

Wir haben alle den ersten Teil von American Pie nicht gesehen, da werden wir natürlich auch nicht zugeben wollen, etwas vom zweiten Teil zu wissen. Wo all die vielen Kinogänger herkommen, können wir uns nicht erklären. Wie auch sein Vorgänger, ist American Pie 2 klar für ein vornehmlich männliches, pubertierendes Publikum ausgelegt. Es wird von Brüsten gesprochen und davon, wie es ist, endlich Sex zu haben. Ebenfalls dem Schema folgend, ist Jim wieder Mittelpunkt aller Peinlichkeiten, die einem heranwachsenden Mann passieren können. Wer klebt schon mit Sekundenkleber an seinem Penis fest, wenn nicht Jim …?

Von all den derben Sprüchen und Witzen mal angesehen, hat American Pie 2 aber auch eine Schicht darunter, die etwas ernster ist. Nur sieht man sie vor lauter Schenkelklopferei nicht. Kevin kommt von allen Jungs am schlechtesten damit zurecht, erwachsen zu werden. Erwachsenwerden heißt auch, seine gewohnte Umgebung zu verlassen, Freunde aus den Augen zu verlieren und über gescheiterte Beziehungen hinwegzukommen. Das muss Kevin erst lernen. Zwar ist er nicht die Hauptfigur – die ist immer noch Jim – aber diese wichtige Lektion lässt Regisseur J. B. Rogers "nebenbei" einfließen. Kevin lernt, dass Veränderungen nicht so schlimm sind, wie er immer befürchtet. Ganz so dumm und platt ist der Streifen also doch nicht.

Während Kevin seine Lektion lernt, kommt Jim über die Zeit zu der Erkenntnis, dass Liebe nicht immer bedeutet, die heißeste Frau zu bekommen. Liebe kann auch bedeuten, den Menschen zu finden, für den man sich gerne zum Affen macht, den Menschen zu finden, der einen so nimmt, wie man ist. Und dieser Jemand kann die ganze Zeit schon Teil unseres Lebens sein, ohne dass wir es merken.

Schon interessant, wie man so ein derbe Teenie-Komödie machen kann und doch die eine oder andere Weisheit darin verstecken kann.

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