Filmplakat About a Boy
8,5/10

„Ich bin Ibiza, verdammt noch mal...“ (About a Boy, 2002)


About a Boy

Besprechung

Will (Hugh Grant) ist reich, da sein alter Herr einst einen Hit geschrieben hat und er nun von den Tantiemen leben kann. Soll heißen, er kauft CDs, schaut Fernsehen, geht Essen, hat regelmäßig eine neue Frau in seinem Bett. Also, genau das Leben, das wir alle leben wollen. Allerdings ist der gute Will auch extrem oberflächlich und egozentrisch.

Eines Tages lernt er eine neue Frau kennen. Dummerweise hat sie ein Kind. Will, ein wahrer Meister der Lügengeschichten, gibt vor, Kinder zu mögen und bekommt so die gute Dame ins Bett. Irgendwann wird ihm das Ganze aber zu bunt. Er ist “gut” und ein “netter Kerl”. *würg* Also muss er Schluss machen. Doch siehe: Die Frau macht mit ihm Schluss. Cool. Das erste Mal, dass er sich von einer Frau trennt und kein schlechtes Gewissen dabei hat. Will kommt auf den Geschmack: alleinerziehende Frauen sind eine prächtige und willige Beute. Also nichts wie ab in eine Selbsthilfegruppe für Alleinerziehende.

Will reitet sich voll rein, gibt an, er hätte einen Sohn, nur um an ein nettes Mädel aus der Gruppe heranzukommen. Irgendwann macht er ein Picknick mit der Frau und diese hat den kleinen Sohn “einer Freundin” dabei: Marcus!

Marcus’ Mutter ist stark depressiv, selbstmordgefährdet und voll die Öko-Tusse. Marcus selber ist auch so ein armes Öko-Würstchen. *schauder* Genau den Müll braucht Will nun wirklich nicht in seiner durchgestylten und sauberen Welt, die nur aus Zeiteinheiten besteht (Baden: 1 Zeiteinheit, Fernsehen: 2 Einheiten, Essen: 3 Einheiten — eine Einheit = 30min). Dumm nur, dass Marcus sich Will als besten Kumpel ausgesucht hat und nun immer nach der Schule bei ihm vor der Tür steht. Eine äußerst ungewöhnliche Freundschaft entsteht.

Den Rest muss man einfach im Kino gesehen haben.

Meinung von

Endlich wieder einmal eine gute Literaturverfilmung! Schön, der Filmschluss ist so im Buch nicht existent, macht aber dennoch Sinn und bringt die Essenz raus. Ich habe mich köstlich amüsiert und fühlte mich irgendwie "erwachsener". Jetzt fragt mich bloß nicht, was das bedeuten soll. Ich weiß es auch nicht.

Der gute Hugh Grant, der ja sonst eher aus Komödien und mit jugendlich wehendem Haar bekannt ist, spielt hier sehr schön! Gut, About a Boy ist auch eine Komödie. Schon richtig. Aber im Grunde ist die "Grundfigur" des Will doch eher in einer Tragödie anzusiedeln. Der mittlerweile auch schon gealterte Grant bringt jedenfalls den großen kleinen Jungen sehr gut rüber. Sein gelungenes Augenspiel erübrigt den Rest...

Nick Hornby's About a Boy ist ein guter Roman, der Film ein guter Film, den ich ohne Bedenken empfehlen kann.

Allerdings, allerdings: Liebe Herrschaften vom Filmverleih. Warum in Dreiteufelsnamen musste dieser völlig beknackte Untertitel "oder: Der Tag der toten Ente" dazu? Bullshit ist das! Ja, die Szene ist nett. Als ich sie las, habe ich mich köstlich amüsiert, aber sooo wichtig ist sie nun auch wieder nicht, als dass ihr so einen bescheuerten Untertitel dazu schustern musstet. Der Buchtitel wurde im Deutschen auch nicht übersetzt. Warum kann man dann den Film nicht ebenfalls nur schlicht About a Boy nennen? *seufz*

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