Filmplakat 96 Hours
9/10

„Ich war ein Verhinderer – sozusagen …“ (96 Hours, 2008)


96 Hours

Besprechung

Bryan Mills (Liam Neeson) hat einst für eine geheime Staatsorganisation gearbeitet. Viele Auslandsaufenthalte. Immer in Gefahr. Das hat seine Ehefrau Lenore (Famke Janssen) nicht verkraftet und so sind die beiden geschieden. Bryan leidet am meisten darunter, dass er seine über alles geliebte Tochter Kim (Maggie Grace) nicht mehr sooft sieht. Gerne würde er seine Tochter mehr um sich haben, sie beschützen.

Als sie 17 Jahre alt wird, will sie mit ihrer Freundin nach Paris fahren. Bryan ist zunächst nicht angetan davon: zu gefährlich. Doch Lenore pöbelt ihn ein bisschen an, redet davon, dass er seiner Tochter Luft zum Atmen geben müsse. Also willigt er ein. Sie soll aber immer anrufen.

Abflug L.A., Ankunft Paris. Kim ruft nicht an. Stattdessen teilen sie und ihre Freundin sich mit einem netten jungen Mann das Taxi.

Endlich bekommt Bryan seine Tochter an die Strippe. Während sie telefonieren, dringen Männer in die Pariser Wohnung ein und entführen die Freundin. Kim sieht alles an — und ist die Nächste. Bryan hört alles mit an und schwört dem Entführer, dass er ihn finden wird.

Nun ist Bryan nicht mehr zu bremsen. Wie eine Walze rauscht er durch Paris um eine albanische Mädchen-Händler-Gruppe aufzuspüren, die Kim entführt haben soll …

Meinung von

Ganz harte Nummer! Ich habe sie noch im Ohr, die Unkenrufe, dass doch Daniel Craig in Casino Royale ein so harter Bond sei. Craig ist ein Chorknabe gegen Liam Neeson. Der ist wie eine Kampfmaschine, nur von einem Wunsch getrieben: er muss seine Tochter innerhalb von 96 Stunden finden. Danach sind Mädchen auf dem Sexmarkt nicht mehr auffindbar - oder tot.

Neeson spielt hervorragend. Er zeigt uns seine verletzte Seite. Er gibt seinen riskanten Beruf auf, nur um bei seiner geliebten Tochter zu sein, doch seine Frau macht ihm da einen Strich durch die Rechnung. Erst als es zu einem Notfall kommt, lässt Neesons Charakter all den Kummer fallen und schreitet knallhart, absolut geradlinig los, um seine Tochter zu retten.

Die ersten 20 Minuten sind noch eher ruhig. Hier wird Bryans Hintergrund erklärt und sein Verhältnis zu seiner Tochter, die er abgöttisch liebt. Als sie dann entführt wird, zieht der Film rasant mit dem Tempo an. Da kommt kein Rennwagen mit. Schnell und gewalttätig geht der Streifen bis zum Ende weiter. Zwischendurch bekommen wir Zuschauer natürlich auch kurze Atempausen. Aber nur kurze.

Unbedingt anschauen, wenn man knallharte Action mag. Zartbesaitete sollten lieber Stricken gehen.

hoch